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Mehr als zwei Millionen Nutzer haben im vergangenen Monaten ihren Zugriff auf WhatsApp verloren. Das sind die Gründe.

Kettenbriefe im Visier

WhatsApp löscht Millionen Konten wegen neuer Regel: Auswahl durch entscheidende „Verhaltenssignale“

  • Jonas Raab
    VonJonas Raab
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WhatsApp greift nun hart durch. Kürzlich löschte der Messenger-Dienst wegen einer neuen Regel mehr als zwei Millionen Accounts. Weitere sollen folgen.

Menlo Park - Wenn das Smartphone pausenlos bimmelt: Immer häufiger werden via WhatsApp Spam-Nachrichten versendet, die Nutzern den letzten Nerv rauben. Jetzt geht der Messenger-Dienst radikal gegen Nachrichten in Dauerschleife vor. In nur einem Monat hat das Unternehmen mehr als zwei Millionen Nutzer gesperrt und ihre Konten gelöscht, wie die BBC berichtet. Doch was bedeutet das für Vielschreiber und Personen, die ihre Anliegen bei WhatsApp gerne in mehrere Nachrichten aufstückeln?

Keine Sorge. 14 Kurznachrichten in einer Minute mögen vielleicht so manchen Empfänger auf die Palme bringen, als Spam gilt das aber noch lange nicht. Bei rund 95 Prozent der gesperrten Accounts handelte es sich um Roboter-Accounts, die das Versenden von Nachrichten automatisiert haben. Der Großteil davon kam aus Indien. Dort gibt es mit rund 400 Millionen Accounts weltweit die meisten WhatsApp-Nutzer, vor allem aber viele Organisationen, die massenhaft Spam verschicken oder betrügerische Absichten* besitzen.

Video: Vorsicht vor Phishing

WhatsApp löscht Millionen Konten: „Top-Fokus“ auf Fake News - das sollten Sie beachten

Wenn Sie vermehrt Spam-Nachrichten bei WhatsApp erhalten, können Sie durch Melden der entsprechenden Accounts der Sperrung anstoßen. Gesperrt wurden im vergangenen Monat laut BBC nur Accounts mit einer „abnormal hohen“ Nachrichtenqoute – einer, zu der ein Mensch gar nicht fähig wäre. Die Sperrung dieser Konten ist eine Folge einer neuen Politik des Messengers. Gegen die Verbreitung falscher und gefährlicher Informationen in Indien würde jetzt mit „Top-Fokus“ vorgegangen.

Das kommt nicht von ungefähr: Immer wieder lösen massenhaft verbreitete Fake-News in Indien Morde und andere Gewalttaten aus. Aber auch weltweit nimmt WhatsApp Verbrecher verstärkt ins Visier. Der zu Facebook gehörende Dienst erklärte laut BBC, dass es seine eigenen Tools einsetze, um Missbrauch zu verhindern.

WhatsApp gibt Verbrechern keine Chance - Das heißt auch: Der Messenger liest immer mit

Monatlich löscht WhatsApp rund acht Millionen Menschen; entweder weil von deren Account illegale Inhalte versandt wurden, oder weil sie das Unternehmen als Betrüger und Verbrecher einstuft. Um diese zu identifizieren wertet WhatsApp sogenannte „Verhaltenssignale“ aus. Heißt: Der zu Facebook gehörende Messenger wertet frei verfügbare und „unverschlüsselte Informationen“ wie Profil- und Gruppenfotos oder Account-Beschreibungen aus. Nachrichten liest WhatsApp aber nicht mit, wie das Unternehmen erst kürzlich bekräftigte. Fazit: Wer sich nichts zu Schulden kommen lässt und nicht übermenschlich schnell tippt, der hat keine Löschung zu befürchten. *Merkur.de, RUHR24.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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