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WhatsApp: Polizei warnt vor Trick - Immer mehr Fälle in ganz Deutschland

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Von: Dominik Stallein

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Auf WhatsApp treiben sich immer mehr Betrüger herum. Die Polizei warnt vor Kriminellen mit einer perfiden Masche. Eltern und Senioren geraten ins Visier der Kriminellen.

München - Wer im Internet unterwegs ist, muss vorsichtig sein: Cyberkriminalität - also Verbrechen im Internet - sind ein ständig wachsendes Problem. Wer den Betrügern auf den Leim geht, kann schnell mehrere tausend Euro verlieren. Jetzt tauchen vermehrt Fälle von einer ganz besonders perfiden Masche auf. Die Polizei warnt vor einem neuen Trickbetrug im Internet, oder genauer gesagt: vor gefährlichen Nachrichten auf WhatsApp.

WhatsApp: Polizei warnt vor Betrugsmasche - es geht um tausende Euro

In Essen (Nordrhein-Westfalen) mehrten sich die Fälle zuletzt. Die Betrugsversuche häufen sich aber in ganz Deutschland. Die Polizei mahnt Smartphone-Nutzer zu besonderer Vorsicht bei einigen Nachrichten auf dem Messenger-Dienst WhatsApp. Die Betrugsmasche von unbekannten Tätern läuft nämlich jedes Mal nach einem sehr ähnlichen Muster ab. Wer sie kennt, kann sie mit ganz einfachen Mitteln durchschauen - und sich damit viel Geld sparen, das er sonst vielleicht für immer verloren hätte.

WhatsApp-Betrug: Eltern und Großeltern besonders gefährdet

Die Masche ist bereits als Telefonbetrügerei bekannt - und leider noch oft erfolgreich. Vor allem Senioren verlieren bei dem sogenannten Enkeltrick oft viel Geld. Eigentlich rufen Betrüger bei dieser Abzocke Senioren an und geben sich als deren Enkel oder andere Verwandte aus. Sie erzählen entweder von großen finanziellen Problemen oder in einigen Fällen auch von Ärger mit der Justiz, den sie nur mit der Zahlung einer gewissen Geldsumme lösen könnten. Inzwischen ist der Trick relativ bekannt, klappt aber immer noch in einigen Fällen. Jetzt probieren Betrüger diese Masche auf digitalem Wege - der Enkeltrick 2.0, wenn man so will.

Polizei warnt: Betrugsversuche auf WhatsApp in ganz Deutschland

Die Betrugsversuche ähneln dem Telefon-Betrug sehr. Die potenziellen Opfer erhalten eine WhatsApp-Nachricht von einer ihnen unbekannten Nummer. „Hallo Oma, mein Handy ist kaputt und das ist meine neue Nummer“, steht darin beispielsweise. Meist werden diese Nachrichten mit mehreren Emojis versehen. Eine solche Geschichte ist im ersten Moment vielleicht sogar durchaus glaubwürdig, die Smileys lassen die Nachrichten persönlich wirken. Einige Menschen speichern sich die Nummern auch tatsächlich im Handy ab. Und öffnen damit den Betrügern ohne es zu wissen Tür und Tor.

Erst kürzlich sorgten sich zahlreiche Nutzer vor einem Hackerangriff auf WhatsApp-Konten.

Gefährliche Nachrichten: Cyberkriminelle treiben auf WhatsApp ihr Unwesen

Denn kurz nach dieser ersten Kontaktaufnahme folgt eine weitere WhatsApp-Nachricht des vermeintlichen Enkels. Von großen Notsituationen oder blöden Zufällen ist dann zu lesen, wegen denen der Absender ganz dringend Geld brauche. Meist handelt es sich dabei um große Summen: Laut der Polizei ist oft von Rechnungen in Höhe von mehreren Tausend Euro die Rede. Ein Szenario, das häufig zum Einsatz kommt: Weil das alte Handy des vermeintlichen Enkels ja kaputt sei, habe er auch keinen Zugriff mehr auf sein Online-Banking. Blöderweise stehe aber eine Rechnung aus, die er dringend bezahlen muss. Die Bitte: Die angebliche Großmutter solle den Betrag doch vorstrecken. Sobald die Bank-App beim Enkel wieder funktioniere, überweise er das Geld sofort wieder zurück. Versprochen, Oma.

Betrug: Polizei und Verbraucherzentrale klären über WhatsApp auf

Wer nach einem solchen Chatverlauf tatsächlich Geld an ein unbekanntes Konto überweist, kriegt aber in der Regel keinen Cent wieder. In Wahrheit ist das Ersparte verloren und ein Betrüger um mehrere tausend Euro reicher. Neu an dem „Enkeltrick“ ist: Nicht nur Senioren werden angeschrieben, sondern auch jüngere Erwachsene: Nach Angaben der Verbraucherzentrale Niedersachsen verlor beispielsweise eine Frau aus Niedersachsen über 42.00 Euro, weil sie dachte, das Geld ihrer Tochter zu überweisen.

Polizei rät: Notruf bei WhatsApp-Betrug wählen

Die Polizei gibt einige Tipps für Menschen, die eine solche Nachricht von einem vermeintlichen Familienmitglied bekommen. Am wichtigsten: Auf keinen Fall einfach Geld überweisen. Wer plötzlich eine Nachricht von einem Enkel, Tochter oder anderen Verwandten von einer fremden Handynummer erhält, sollte versuchen, dieses Familienmitglied über die alte Nummer zu kontaktieren, um sicherzugehen. Stellt sich heraus, dass der Enkel noch immer die alte Handynummer benutzt, sollte das Opfer des Betrugsversuchs den Chatverlauf sichern und den Notruf 110 anrufen, um Strafanzeige zu erstatten. Den gespeicherten oder abfotografierten Chatverlauf samt fremder Handynummer kann man der Polizei vorzeigen, was vielleicht wichtige Hinweise auf die Täter geben kann.

Kriminelle auf WhatsApp: So schützt man sich vor den Betrügern

Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz rät aufgrund der häufigen Betrugsversuche grundsätzlich dazu, mit den eigenen, persönlichen Daten - wie zum Beispiel der Handynummer - im Internet vorsichtig zu sein. Auch das Profilbild auf WhatsApp sollte man mit Bedacht wählen: Aufgrund des Bildes könnten Täter zum Beispiel das Alter der Opfer abschätzen - und dadurch erfahren, ob sie „Oma“ oder „Papa“ schreiben. Ein Tipp: In den Privatsphäre-Einstellungen von WhatsApp kann man auswählen, wer das eigene Profilbild sehen darf - zum Beispiel nur die Personen, deren Nummern man in den eigenen Kontakten abgespeichert hat. Die Stiftung Warentest hat kürzlich einige Tipps veröffentlicht, wie man sich und seine Daten auf WhatsApp am besten schützt.

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Der Enkeltrick auf WhatsApp ist der Polizei schon seit einigen Wochen bekannt. Kriminelle nutzen aber auch viele andere Wege, um Menschen auf der Nachrichtenplattform übers Ohr zu hauen.

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