Lästige Mitbewohner

Wühlmäuse im Garten - So können die Nager bekämpft werden

  • Elisabeth Urban
    VonElisabeth Urban
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Wühlmäuse fressen Wurzeln, Knollen und Zwiebeln - im Garten richten sie damit erhebliche Schäden an. Es gibt verschiedene Ansätze, die kleinen Nager loszuwerden.

München - Eine Wühlmaus kommt selten allein: Die kleinen Nager können im Garten ordentlich für Schaden sorgen, indem sie beispielsweise die Wurzeln von Pflanzen abfressen. Aber auch Wurzelgemüse oder Blumenzwiebeln sind vor den Mäusen nicht sicher, und die Wühltätigkeiten sorgen für Schäden am Rasen - zahlreiche Gründe für Gartenbegeisterte, die Tierchen loswerden zu wollen.

Garten untergraben - Maulwurf oder Wühlmaus?

Gerade wer seinen Garten mit härteren Geschützen verteidigen möchte, sollte zunächst untersuchen, ob es sich tatsächlich um Wühlmäuse handelt. Maulwürfe, die ihre unterirdischen Grabungen ebenfalls durch aufgeworfene Erdhaufen verraten, stehen im Gegensatz zu den Mäusen nämlich unter Artenschutz - sie dürfen zwar vertrieben werden, aber nicht gefangen oder gar getötet.

Die Hügel der beiden Tierarten unterscheiden sich bei genauem Hinsehen: Wühlmaushügel sind meist flacher, die Erde enthält teilweise Pflanzenreste und das Loch im Haufen befindet sich nicht mittig, sondern seitlich. Auch die Gänge der Tiere sind unterschiedlich angelegt, Wühlmäuse graben hochoval, Maulwürfe breitoval. Zudem sind die Gänge von Maulwürfen häufig kleiner angelegt.

Eine sogenannte Verwühlprobe zeigt, ob die Gänge noch bewohnt sind - und von wem. Legt man etwa 20-30 cm Gang frei, wird er von Wühlmäusen zeitnah wieder verschlossen. Anders der Maulwurf, so die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen auf ihrem Online-Portal: „Lebt ein Maulwurf in dem geöffneten Gangsystem, wird er den geöffneten Bereich unterwühlen“ - der geöffnete Gang bleibt also brach liegen, es entsteht stattdessen etwas weiter unterhalb eine neue Verbindung.

Wühlmäuse bekämpfen: Das stinkt den Nagern

Ist klar, dass es sich um Wühlmäuse handelt, können verschiedene Fallen zum Einsatz kommen, in denen die Tiere tot oder lebendig gefangen werden. Einen Überblick darüber gibt beispielsweise Gartenexperte Klaus Fischer bei soester-anzeiger.de*. Doch auch diverse Hausmittel und Tools werden zur Bekämpfung der Tiere vorgeschlagen, die extrem geruchs- und lärmempfindlich sind.

Auf die sensiblen Riechorgane zielen beispielsweise vergrabene und beschwerte Fischköpfe, hochprozentiger Alkohol, vergorene Buttermilch in den Nagergängen oder Pflanzen wie Holunder, Zwiebel, Steinklee, Knoblauch und Zypressen-Wolfsmilch ab. Gerade die geruchsintensiven Gewächse wie Knoblauch werden teilweise zur Umpflanzung für empfindlichere Pflanzen empfohlen, um so einen Schutz zu bilden. Blätter und Stiele vom Holunder, der für die Mäuse giftig ist, können auch zu einer Jauche verarbeitet werden, die dann in die Gänge gekippt wird. Ein besonders skurriler Geruchs-Tipp: Menschenhaare in den Gängen sollen für die Nager-Nasen wohl auch überhaupt kein Vergnügen sein.

Wühlmäuse vertreiben: Akustische Störung und Pflanzenschutz

Die Wirkung von akustischen Störungen schätzt Gartenexperte Klaus Fischer vom Portal soester-anzeger.de eher gering ein. Neben spielenden Kindern, selbstgebauten Windpfeifen aus Flaschen oder lauten Rasenmährobotern bezieht er sich dabei vor allem auf Geräte aus dem Handel, die in der Erde steckend Störfrequenzen aussenden: „Das mag für eine bestimmte Fläche auch für eine Weile funktionieren. Ich habe allerdings auch Geräte gesehen, in deren Nachbarschaft schon bald wieder Wühlmaushügel entstanden.“

Fischer empfiehlt letztendlich nicht nur die Mäuse zu bekämpfen oder zu vertreiben, sondern gefährdete Pflanzen schon vor dem Einsetzen zu schützen: „Zunächst einmal sollten wir uns angewöhnen, wenn wir etwas pflanzen wollen, was auf dem Speiseplan der Nager steht, diese Gewächse in einen engmaschigen Drahtkorb in die Erde zu setzen und darauf achten, dass der Korb auch oben geschlossen ist“ - so sind die Pflanzen auch bei der nächsten Mäuseplage etwas besser geschützt, unabhängig davon, wie diese dann bekämpft wird. (eu)

Auch Katzenkot kann zur lästigen Angelegenheit im Garten werden, gegen die man sich etwas einfallen lassen muss. Und auch in heimischen Gärten können sich giftige Tiere tummeln.

*soester-anzeiger.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christin Klose/picture alliance/dpa/dpa-tmn

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