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Zahlen mit Karte: Der Blick auf die Bon-Rückseite verrät mehr 

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Von: Elisabeth Urban

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EC-Lastschrift wird per Unterschrift bestätigt
Die Unterschrift an der Kasse geschieht in wenigen Sekunden - was genau sie unterschreiben, wissen viele nicht. (Symbolfoto) © Daniel Bockwoldt/picture alliance /dpa

Wer mit der EC-Karte zahlt, muss häufig auf dem Kassenbon unterschreiben. Was an dieser Unterschrift hängt, steht meist auf der Rückseite des Zettels.

München - Ob praktischer Überblick oder lästiges Zusatzpapier: Kassenzettel werden nach dem Zahlen oft zunächst stiefmütterlich irgendwo untergebracht, um möglichst schnell noch die letzten Einkäufe vom Band einzupacken und Platz an der Kasse für den nächsten Kunden zu schaffen. Zu Hause angekommen werden die Rechnungen dann entweder entsorgt oder zum Beispiel für eine Ausgabenübersicht aufbewahrt. Landet der Zettel nicht gleich im Müll, wird aber trotzdem meist nur eine Seite genauer unter die Lupe genommen: Die Vorderseite, auf der die Waren mitsamt bezahlten Preisen und Mehrwertsteuer ausgezeichnet sind.

Kartenzahlung mit Unterschrift: Händler kann Name und Adresse erfragen

Doch gerade für Menschen, die gerne ohne Bargeld unterwegs sind und beispielsweise mit der EC-Karte zahlen, dürfte es interessant sein, nach dem Einkauf auch einmal einen Blick auf die Rückseite des Kassenbons zu werfen: Hier ist aufgelistet, worin der Kunde einwilligt, wenn er seine Zahlung mit einer Unterschrift bestätigt.

Beim Zahlungsverfahren mit Unterschrift überprüft der Händler nicht schon vor Ort, ob auf dem Konto, das belastet werden soll, genug Geld ist. Er muss sich also, anders als beim Einwahlverfahren mit Karten-PIN, absichern, dass er den Kunden im Zweifel zur Rechenschaft ziehen kann. Mit ihrer Unterschrift stimmen Kunden dementsprechend beispielsweise zu, dass der Händler vom jeweiligen Kreditinstitut auf Anforderung ihren Namen und die zugehörige Adresse mitgeteilt bekommen kann, wenn die Zahlung nicht wie geplant erfolgt.

Kassenbon von hinten: Sperrdatei und Datenschutzhinweise

Bei manchen Märkten beschränken sich die Zusatzinformationen auf der Bon-Rückseite auf wenige Zeilen, bei anderen sind zahlreiche Punkte aufgelistet - die beim Bezahlvorgang aber wohl kaum jemand liest. Darin kann beispielsweise auch enthalten sein, dass Händler Probleme beim Lastschriftverfahren in einer Datei speichern dürfen, bis die Angelegenheit geklärt ist - und in dieser Zeit die Zahlung mit Karte und Unterschrift in ihren Filialen sperren können.

Neben den Vereinbarungen zum Lastschriftmandat, das bei der Zahlung mit Unterschrift erteilt wird, sind auf dem Kassenzettel häufig noch Datenschutzhinweise zu finden. Auch die können für Kunden interessant sein: Welche Informationen werden bei einer Kartenzahlung eigentlich gespeichert? So können beispielsweise neben Kontonummer und Bankleitzahl auch der Standort des Kartenterminals oder das Verfallsdatum der Karte erfasst werden. Wer also wissen möchte, was er mit seiner Unterschrift bei der Kartenzahlung alles bestätigt und preisgibt, sollte die Rückseite des Bons einmal in Ruhe lesen - und ist sich bei der nächsten Zahlung im Supermarkt dann bewusst, worin er gerade einwilligt. (eu)

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