Es gibt Tricks bei der Herstellung von Frischkäse.
+
Frischkäse oder Frischkäsezubereitung? Hersteller nutzen hier Wissenslücken beim Verbraucher um zu tricksen. (Symboldbild)

„Lege packt aus“

Frischkäse mit Stickstoff: ZDF-Doku deckt Hersteller-Schwindel im Kühlregal auf

  • vonTanja Kipke
    schließen

„Mogelpackungen“ und Tricksereien sind in der Lebensmittelindustrie keine Seltenheit. Die ZDF-Doku „Lege packt aus“ deckt fragwürdige Geheimnisse der Hersteller auf.

Mainz - Die Lebensmittelindustrie arbeitet mit vielen Tricks. Erst vor einigen Wochen hat die ZDF-Doku „Lege packt aus“ die Geheimnisse und Tricksereien des großen Süßwarenherstellers Ferrero aufgedeckt. In einer anderen Folge beschäftigt sich Produktentwickler Sebastian Lege mit einigen bekannten Produkten aus dem Kühlregal. Unter anderem dem allseits beliebten Kräuterfrischkäse. Lege erklärt: „Frischkäse ist nicht gleich Frischkäse“. Das sind die gemeinen Tricks der Hersteller.

ZDF-Doku deckt Lebensmitteltricksereien bei beliebten Frischkäsesorten auf

In der Sendung geht Sebastian Lege der Frage nach, welche Zutaten in Frischkäse überhaupt enthalten sind. Auf einem Bio Bauernhof erfährt er, dass traditioneller Frischkäse aus Milch und sogenannter „Starterkultur“ besteht. Darin sind Bakterien enthalten, die die Milch gerinnen lassen. Nach einem Tag haben die Milchsäurebakterien ihren Job getan und aus der Milch ist „Käsebruch“ entstanden, der anschließend zu Frischkäse wird. Aber was ist in den Frischkäsevarianten aus dem Supermarkt drin?

ZDF erklärt, dass es drei verschiedene Produktgruppen gibt, bei denen auch unterschiedlich getrickst werden darf. Es gibt den „original“ Frischkäse, der sich auch so nennen darf. Dann gibt es „Frischkäsezubereitungen“. Und zu guter Letzt gibt es Brotaufstriche, die aussehen wie Frischkäse, diesen aber gar nicht enthalten. Sie bestehen meist aus Rahm, Milch, Eiweiß und Gelatine.

Sebastian Lege deckt das Geheimnis der „Frischkäsezubereitung“ auf: Stickstoff

Lebensmittelentwickler Lege fokussiert sich auf die „Frischkäsezubereitungen“ und zeigt, wie diese entstehen. Als Beispiel sind die Kräuterfrischkäse von Bresso, Philadelphia und Crefée zu sehen. Lege erklärt, traditioneller Frischkäse sei immer „bröckelig“. Die „Frischkäsezubereitungen“ seien dagegen luftig und lassen sich dennoch gut verstreichen. Der Trick der Hersteller ist einfach. „Frischkäsezubereitungen“ enthalten neben etwas Frischkäse auch Milcherzeugnisse, Crème fraîche und Butter. Außerdem kommen Kräuter Aromen anstatt frischer Kräuter für den Geschmack hinein. Getrocknete Kräuter sorgen am Ende für die Optik.

Die wirkliche Trickserei allerdings kommt durch Stickstoff in den Käse. Durch Druck wird das Gas in den Käse gebracht. Dies sorgt dafür, dass der Frischkäse luftig wird und sich trotzdem noch gut verstreichen lässt. Ein weiterer Vorteil für die Hersteller: Durch die Luft gewinnt der Käse an Volumen. Die Industrie braucht also viel weniger Masse um einen Behälter mit der Käsezubereitung zu füllen. Und trotzdem sind diese „Frischkäsezubereitungen“ im Vergleich meist teurer als die traditionellen Varianten. Also eigentlich sogar noch doppelter Schwindel. (tkip)

Mit unserem brandneuen Verbraucher-Newsletter bleiben Sie immer auf dem neusten Stand in Sachen Verbraucherinformationen und Produktrückrufe.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare