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„Zu-verschenken-Kiste“ ist nicht erlaubt – 5000 Euro Bußgeld droht

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Von: Victoria Maiwald

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Eigentlich nett gemeint, doch diese Art der Entsorgung kann teuer werden: Die „Zu-verschenken-Kiste“ steht an vielen Häusern. Doch das ist nicht erlaubt.

Dortmund – Oft sind sie nur gut gemeint. Wer freut sich nicht über dieses und jenes, wenn es kostenlos auf dem Silbertablett präsentiert wird? Die Rede ist von sogenannten „Zu-verschenken-Kisten“, die vor allem in größeren Städten immer wieder vor diversen Wohnhäusern zu finden sind. Doch Vorsicht! Gutmütige riskieren ein saftiges Bußgeld, wenn sie die Kisten rausstellen, berichtet RUHR24.

InteressenverbandVerband kommunaler Unternehmen
Mitarbeiter120
Gründung1949, Rüdesheim am Rhein

„Zu-verschenken-Kisten“ sind im öffentlichen Raum verboten und gelten als wilde Müllentsorgung

Eigentlich wäre es eine Win-win-Situation: Eine Person wird unnötigen Krempel los, ohne dass dieser im Müll landen muss, eine andere Person freut sich über die kostenlosen Schätze am Straßenrand und findet weiter Verwendung für sie. So muss nichts unnötig weggeworfen und nichts neu gekauft werden. Allerdings ist diese Art des Schenkens am Straßenrand nicht erlaubt.

Denn Bücher, Geschirr, der alte Radiowecker oder Teelichthalter gehören nicht auf die Straße – auch nicht in einer Kiste mit der Aufschrift „Zu-verschenken“. Der Verband kommunaler Unternehmen erklärt gegenüber dem Deutschlandfunk Nova, dass städtische Ordnungsämter die Kisten als wilde Müllablagerung ansehen können, sobald sie sich im öffentlichen Raum befinden. Auf dem eigenen Grundstück oder der eigenen Fensterbank sind solche Kisten kein Problem.

„Zu-verschenken-Kisten“ können richtig teuer werden – Bußgelder bis 5000 Euro möglich

Besonders problematisch wird es natürlich, wenn sich keiner für die Geschenke am Straßenrand interessiert und sie einfach nicht mitgenommen werden. Genau genommen handele es sich laut Patrick Hasenkamp vom Verband kommunaler Unternehmen um eine Ordnungswidrigkeit, wie er gegenüber Deutschlandfunk erklärt.

Und die kann mitunter ganz schön teuer werden. Hier ein paar Beispiele aus dem Bußgeldkatalog:

Die Angaben können je nach Bundesland abweichen.

„Zu-verschenken-Kiste“ ist nicht erlaubt und kann für Verbraucher teuer enden

Und auch wenn kein Schuldiger gefunden wird, müssen am Ende doch alle dafür zahlen. Denn die Entsorgung der Gegenstände aus der „Zu-verschenken-Kiste“ werden über die Abfallgebühren verrechnet, die jeder Mieter zahlen muss.

Wer ganz korrekt sein will und seine Kiste legal auf dem Gehweg abstellen möchte, müsste hierzu einen Antrag zur Sondernutzung des öffentlichen Bürgersteigs stellen. Mit dieser Genehmigung könnte die „Zu-verschenken-Kiste“ sogar mehrere Tage an ihrem Platz stehen. Allerdings kostet diese Variante. Gebühren für die Sondernutzung können im zwei- bis dreistelligem Bereich liegen.

So kann es mit der „Zu-verschenken-Kiste“ am Straßenrand doch noch klappen

Wer diesen bürokratischen Umweg nicht gehen will, hat zwei Möglichkeiten: Auf die Kulanz des Ordnungsamtes hoffen oder seine Habseligkeiten anders loswerden.

Wie T-online berichtet, gibt es ein paar Handlungsempfehlungen, um das Ordnungsamt zu besänftigen. Demnach ist es schon einmal ein guter Anfang, wenn die angebotenen Waren in der Kiste dicht an der Hauswand stehen und sie den Weg nicht versperren. Durchgänge sollten nicht versperrt werden und Rollstuhlfahrer sowie Kinderwagen müssen problemlos passieren können.

Gut gemeint, aber verboten: „Zu verschenken-Kisten“ auf der Straße.
Gut gemeint, aber verboten: „Zu-verschenken-Kisten“ auf der Straße. © Jürgen Ritter/Imago

Aussortiertes loswerden: Die „Zu-verschenken-Kiste“ ist nicht die einzige Möglichkeit

Gegenstände, die nicht mitgenommen werden, müssen zeitnah entsorgt werden. Länger als einen Tag sollten sie nicht an der Straße stehen. Es sollten wirklich nur Gegenstände verschenkt werden, die es auch wert sind. Keiner freut sich über kostenlosen Müll. Zudem sollten jugendgefährdende Gegenstände nicht verschenkt werden.

Ansonsten gibt es immer noch die Möglichkeit einen regulären Sperrmüll anzumelden, Bücher in Bücherschränke zu bringen, die vielerorts aufgestellt sind, und Kleidung oder Geschirr an soziale Annahmestellen zu spenden.

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