Ein Zettel mit der Aufschrift "Zu verschenken!" hängt an einer Kiste auf der Strasse, in dem diverse Gesetzbücher und die 22. Auflage des Europarechts liegt.
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Wer seine Haushaltsgegenstände in „zu verschenken“-Kisten auf den Gehweg stellt begeht eine Ordnungswidrigkeit - und muss mit Bußgeldern rechnen.

„Wilde Müllablagerung“

Vorsicht bei „zu verschenken“-Kisten vor dem Haus: Auch für Unbeteiligte kann es teuer werden

Wer alte Gegenstände schnell und unkompliziert loswerden will, stellt sie zum Verschenken auf den Bürgersteig. Das ist allerdings eine Ordnungswidrigkeit.

Berlin - Alte Kleidung, ausrangiertes Geschirr oder unliebsame CDs oder Filme: Solche Haushaltsgegenstände lassen sich häufig in „zu verschenken“-Kisten auf dem Gehweg finden. Was viele nicht wissen: Wer diese Gegenstände sich selbst überlässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Im Zweifelsfall müssen Betroffene dafür tief in die Taschen greifen. Man kann diese Dinge aber auch richtig entsorgen - ohne großen Mehraufwand.

Wie der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) informiert, handelt es sich bei dieser Art der Müllentsorgung um eine Ordnungswidrigkeit - und darauf könnte sogar ein Bußgeld drohen. „Bei der Entledigungsabsicht handelt es sich
streng genommen um eine wilde Müllablagerung“, erklärt eine Sprecherin des VKU gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Dies gilt allerdings nur auf öffentlichem Grund: Wer seinen Müll - beziehungsweise seine abzugebenden Sachen - im eigenen Garten oder der Einfahrt lagert, ist auf der Sicheren Seite.

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Bußgelder für „zu verschenken“-Kisten - Auch für Unbeteiligte wird´s teurer

Werden die abgestellten Sachen nicht schnell abgeholt, handelt es sich um eine illegale Ablagerung, so die Sprecherin. Dann drohen Bußgelder für die Entsorgung des Abfalls. Wie hoch diese ausfallen, lasse sich aber nicht pauschal sagen: „Die Geldbuße hängt beispielsweise davon ab, um welche Gegenstände es sich handelt, wie viele es sind und welcher Aufwand mit der Entsorgung verbunden ist.“

Wenn zum Beispiel Sperrmüll auf dem Bürgersteig abgelagert wird, also Gegenstände, die so groß und sperrig sind, dass sie nicht in die gängigen Mülltonnen passen, kann es für Betroffene teurer werden. Diese sollten also besser zum Recyclinghof gebracht werden. Auch Unbeteiligte können bei „zu verschenken“-Kisten draufzahlen müssen. Die Kosten für die Entsorgung werden nämlich über die Abfallgebühr gezahlt - und somit auf jeden einzelnen Gebührenzahler draufgeschlagen.

Alternativen zu „zu verschenken-Kisten“: Wie entsorgt man Hausrat richtig?

Als Alternative zur „Schenkung von Gebrauchsgütern“ auf dem Bürgersteig empfiehlt der Verband kommunaler Unternehmen deshalb, sich an soziale Einrichtungen oder Soziallläden zu wenden. Häufig bieten diese Einrichtungen auch kostenfreie Abholungen an. Eine weitere Möglichkeit ist es, die gebrauchten Gegenstände online anzubieten, zum Beispiel in Nachbarschafts-Netzwerken. „Und vielleicht lohnt auch der Besuch in einem Repaircafé, wo ausgedienten Gebrauchsgegenständen neues Leben eingehaucht wird“, so der Verband. (sf/dpa)

Die Müllentsorgung sorgt häufig für Streit zwischen Mietern und Vermietern. Die Entsorgung von Hausrat vor der Haustüre oder im Hausflur ist Mietern allerdings nicht erlaubt.

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