116 117: So funktioniert die neue Notfall-Nummer

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München - Ab Mitte April gibt es eine neue bundesweite Notfallnummer: die 116 117. Doch für welche Situationen ist sie gedacht und wie wird unter der neuen Nummer geholfen? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Warum gibt es überhaupt eine neue Nummer?

Bisher hat jede Region ihre eigenen Rufnummern für den ärztlichen Bereitschaftsdienst, die teilweise sogar von Tag zu Tag wechseln. Künftig sind die Bereitschaftsdienste der Kassenärztlichen Vereinigungen bundesweit unter der 116 117 zu erreichen.

Ab wann gilt die neue Nummer?

Die 116 117 kann man ab Mitte April in weiten Teilen Deutschlands anrufen. Nur in Baden-Württemberg, im Saarland und in Teilen von Rheinland-Pfalz und Hessen verzögert sich die Einführung. Hier wird die Nummer erst im Lauf des Jahres freigeschaltet.

Die wichtigsten Notruf-Nummern

Die wichtigsten Notruf-Nummern

Wann ist die 116 117 erreichbar?

Die neue Nummer ist immer dann erreichbar, wenn die normalen Arztpraxen geschlossen haben. In Bayern steht der Bereitschaftsdienst und damit auch die 116 117 sogar rund um die Uhr zur Verfügung. In anderen Bundesländern läuft außerhalb der Bereitschaftszeiten eine Ansage, an wen man sich wenden kann.

Wie wird bei der neuen Nummer geholfen?

Wer die 116 117 wählt, kommt automatisch immer in der Service-Stelle der Region heraus, in der man sich gerade befindet. Je nach Region kann das direkt der Arzt sein, der gerade Bereitschaftsdienst hat oder eine Telefonzentrale. Je nach Situation nennen die medizinisch geschulten Mitarbeiter entweder den diensthabenden Arzt und erklären, wie man ihn erreichen kann, oder sie schicken den Arzt zum Patienten nach Hause.

Gibt es die 112 dann nicht mehr?

Doch! Die neue Nummer 116 117 ist lediglich eine Ergänzung. Die Notrufnummer 112 bleibt unverändert bestehen. In lebensbedrohlichen Situationen sollte man in jedem Fall weiterhin die 112 anrufen. Von dort wird dann umgehend ein Rettungswagen oder ein Notarzt losgeschickt.

Wann wählt man die 116 117, wann die 112?

Die neue Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdiensts ist für dringende Fälle gedacht, in denen man normalerweise selbst zum Arzt gehen würde, die Praxis aber geschlossen hat – wenn man zum Beispiel starkes Fieber bekommt oder sich eine nicht lebensbedrohliche Verletzung zugezogen hat. Immer dann, wenn die Situation lebensbedrohlich sein könnte, sollte man weiter die 112 wählen. Bewusstlosigkeit, Vergiftungen, Atemstillstand, Herzbeschwerden, Krampfanfälle oder starke Blutungen sind beispielsweise klare Fälle für die 112. Sollte man die falsche Nummer erwischen, helfen die Mitarbeiter der 116 117 aber auch in lebensbedrohlichen Situationen, indem sie den Anruf direkt an die Kollegen der 112 weitervermitteln.

Was kostet ein Anruf bei der neuen Nummer?

Der Anruf bei der 116 117 ist immer kostenlos – egal ob die Nummer vom Handy, vom Festnetz oder sogar über das Internet gewählt wird.

Wer trägt die Kosten der Behandlung durch den Bereitschaftsarzt?

Die Behandlungskosten werden auch beim Bereitschaftsdienst von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei den privaten Krankenkassen hängt das vom individuellen Vertrag ab, in dem zum Beispiel ein Selbstbehalt vereinbart sein kann. Bei der ersten Behandlung durch den Bereitschaftsdienst pro Quartal fallen wie üblich zehn Euro Praxisgebühr an.

Werden andere Nummern abgeschaltet?

Die bisherigen Bereitschaftsnummern bleiben zunächst für eine Übergangszeit bestehen. Auch die Spezialbereitschaftsnummern, zum Beispiel für Zahnärzte, gibt es weiterhin.

Gilt die Notfallnummer auch im Ausland?

Bislang nicht. Zwar soll es sich um eine europaweite Nummer für Bereitschaftsärzte handeln, doch Deutschland ist das erste Land, das die 116 117 einführt. In Zukunft sollen aber auch im europäischen Ausland die Bereitschaftsärzte über diese Nummer erreichbar sein.

Philipp Vetter

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