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Login-Seite der Kinderpornografie-Plattform "Elysium". Foto: Arne Dedert

"Elysium"

Kinderporno-Plattform zerschlagen - 14 Festnahmen

Mehrere Männer verabreden sich im verborgenen Teil des Internets zum Missbrauch von Mädchen und Jungen. Mindestens einer bietet sogar seine eigenen Kinder dafür an. Die Polizei hat jetzt 14 Verdächtige festgenommen. Um allen 87.000 Plattform-Nutzern auf die Spur zu kommen, wird weltweit ermittelt.

Wiesbaden (dpa) - Mit einem Schlag gegen eine der größten internationalen Kinderpornografie-Plattformen im Darknet haben die Ermittler 14 Verdächtige festgenommen.

Zwölf von ihnen wird sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen, wie die ermittelnde Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt mitteilten. Sieben Beschuldigte sitzen in Untersuchungshaft: fünf Deutsche und zwei Österreicher. Es geht um schweren sexuellen Missbrauch von Kindern aus aller Welt und die bandenmäßige Verbreitung kinderpornografischer Schriften.

Auf der 87.000 Nutzer zählenden Plattform "Elysium" wurden demnach Bilder und Videos ausgetauscht, darunter Aufnahmen schwersten sexuellen Missbrauchs. Die Opfer sind Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren; 29 sind identifiziert. Die Ermittlungen liefen weltweit in Zusammenarbeit mit Interpol, sagte der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT), Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk. Die ZIT gehört zur Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt.

Die inzwischen abgeschaltete Plattform war international ausgerichtet und verfügte über Chatforen auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Ziel sei es, alle 87.000 Nutzer zu identifizieren, sagte Ungefuk. Die Fäden liefen in Deutschland zusammen, weil der Hauptbeschuldigte aus dem Kreis Limburg-Weilburg in Hessen stammt.

Der 39-Jährige war der mutmaßliche Administrator des rund ein halbes Jahr alten Darknet-Forums. Dieses sei ausschließlich über einen speziellen Tor-Browser erreichbar gewesen. Der Hesse war bereits am 12. Juni nach der Durchsuchung seiner Wohnung festgenommen worden. Der Server der Plattform wurde sichergestellt.

Ein 61-Jähriger aus dem Kreis Landsberg am Lech in Bayern soll als Grafiker für das Erscheinungsbild der Plattform verantwortlich gewesen sein und kinderpornografische Aufnahmen hergestellt haben. Ihm wird auch der sexuelle Missbrauch von zwei Kindern im Alter von fünf und sieben Jahren vorgeworfen, den Kindern eines 28 Jahre alten festgenommenen Österreichers.

Der Vater aus Wien wurde nach der Durchsuchung seiner Wohnung im Mai festgenommen. Er soll seine Tochter (7) und seinen Sohn (5) über Jahre hinweg schwer sexuell missbraucht haben. Zudem habe er sie dem Verdächtigen aus Bayern sowie einem 40 Jahre alten Österreicher zum sexuellen Missbrauch überlassen. Die Kontakte seien über "Elysium" zustande gekommen.

Beide Österreicher sitzen auch in U-Haft, ebenso wie ein 56-Jähriger aus dem Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg, ein 41-Jähriger aus Berlin und ein 40-Jähriger aus Dresden. Der 56-Jährige wird verdächtigt, kinderpornografische Aufnahmen verbreitet zu haben. Er soll die Plattform betreut und die Chats eröffnet haben. Über die beiden anderen Männer in U-Haft und die Nationalität der übrigen Festgenommenen war zunächst nichts bekannt.

Den Tätern droht wegen Kindesmissbrauchs eine Haftstrafe von 15 Jahren. Für die Verbreitung kinderpornografischen Materials können bis zu fünf Jahre Gefängnis verhängt werden.

Was den Kinderporno-Fall "Elysium" so besonders macht

Im sogenannten Darknet (englisch für "dunkles Netz") können sich Internetnutzer fast komplett anonym bewegen. Der Bereich des Internets wird von Menschen genutzt, die viel Wert auf Privatsphäre legen oder in einem repressiven politischen System leben - aber auch von Kriminellen. Der Zugang ist über eine Anonymisierungssoftware möglich, etwa die kostenlose Software "Tor".

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