Vize-Direktorin will Bluttest sehen

14-jährige Celine darf nicht mehr in die Schule - weil sie schwanger ist

  • schließen

Weil eine 14-jährige Schülerin schwanger ist, darf sie nicht mehr zur Schule. Die „Bild“-Zeitung sprach mit der Schwangeren. 

Berlin - Celine H. kommt aus Berlin-Reinickendorf und ist 14 Jahre alt. Die Schülerin ist im vierten Monat schwanger, wie bild.de berichtet. „Ich freue mich auf das Baby, es im Arm zu halten, ihm Liebe zu schenken“, sagt die Schülerin und fügt gleich hinzu: „Es ist mir aber auch wichtig, die Schule weiter zu besuchen und einen Abschluss zu machen.“

Doch der Abschluss ist in weite Ferne gerückt: Weil sie schwanger ist, darf sie nicht mehr zum Unterricht, wie bild.de schreibt. Hintergrund: Die stellvertretende Direktorin der Stötzner-Schule (Berlin-Wittenau) gab Celine H. ein Attest. Bedingung: Celine muss den Schein ausfüllen, erst dann darf sie wieder am Unterricht teilnehmen. Das Formular ist eine „Beurteilung der Immunitätslage der werdenden Mutter bei beruflichem Umgang mit Kindern und Jugendlichen“. Komisch, denn: Dieses Formular müssen eigentlich nur schwangere angestellte Pädagoginnen beibringen.

Celines Ärztin nahm sich dennoch Zeit und füllte den Bogen aus - doch der reichte der Schulleiterin nicht, wie die Mutter Daniela W. (38) der „Bild“-Zeitung sagte. „Für eine Immunfeststellung müsse noch ein großes Blutbild angefertigt werden“, so die 38-Jährige. Das Problem: Die Kosten hierfür können sich auf mehrere Hundert Euro belaufen - zu viel für die Familie. Celines Mutter arbeitet in einem Lotto-Laden, ihr Vater ist Kraftfahrer. Die Krankenkasse will die Kosten nicht übernehmen, da die Untersuchung medizinisch nicht notwendig sei. Und so sitzt Celine seit eineinhalb Wochen zuhause. 

„Ein großes Blutbild zu verlangen ist Unsinn“, sagt Arbeitsmediziner Dr. Gerd Biesewig, doch die Schule pocht weiter auf das Dokument. Zur Sicherheit für die werdende Mutter und ihren Fötus, heißt es aus der Schulverwaltung. Eine Sprecherin der Berliner Senatsverwaltung hat sich nun eingeschaltet. Sie sagt: „Die Schule hat ab Montag zudem sechs bis acht Wochenstunden angedacht, in denen dem Mädchen individueller Unterricht gegeben werden soll, um den Anschluss nicht zu gefährden.“ Ob Celine bald wieder wie ihre Mitschülerinnen am Unterricht teilnehmen kann, bleibt weiterhin offen. 

„Ich gehe gern zur Schule. Das Lernen macht mir Spaß, ich vermisse den Unterricht, meine Lehrerin, meine Freunde“, so die 14-Jährige. 

Rubriklistenbild: © Screenshot Youtube / Google Maps

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Studie: Einweg-Müll auf der Straße nervt Städter
Für Müll auf der Straße gibt es eine Regel: Wo schon welcher liegt, da wird wahrscheinlich bald noch mehr landen. Wer in Deutschland warum was wegwirft, beschäftigt …
Studie: Einweg-Müll auf der Straße nervt Städter
Morde an drei Filmstudenten erschüttern Mexiko
Mexiko wird von einer beispiellosen Gewaltwelle überrollt: Tausende Menschen werden jedes Jahr ermordet, von vielen wird keine Notiz genommen. Jetzt aber geht ein …
Morde an drei Filmstudenten erschüttern Mexiko
Wenn echte Vanille immer weniger nach Vanille schmeckt
Mit rund 600 Euro pro Kilo ist Vanille eines der teuersten Gewürze der Welt. Trotzdem machen Experten gerade die hohen Preise für Qualitätsmängel verantwortlich. Für ein …
Wenn echte Vanille immer weniger nach Vanille schmeckt
Todesfahrer von Toronto von Frauenhass getrieben?
Nach der mörderischen Fahrt in Toronto wird weiter über die Hintergründe der Tat gerätselt. In US-Medien wird nun Hass auf Frauen als mögliches Motiv für die blutige Tat …
Todesfahrer von Toronto von Frauenhass getrieben?

Kommentare