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Der fragwürdige Trend der „Horror-Clowns“ schwappt aus den Vereinigten Staaten nach Europa. 

Die Jugendlichen kannten sich 

14-Jähriger sticht auf Horror-Clown ein - und leistet Nothilfe

Berlin - Seit Tagen kursieren Berichte und Bilder von aggressiven Menschen in Clownsmasken. In Berlin hat jetzt ein 14-Jähriger einen sogenannten Horror-Clown mit einem Messer schwer verletzt.

Update vom 26. Oktober 2016: Auf Whatsapp kursiert derzeit eine Kettenmail, die vor einer „Säuberung“ warnt, die Horror-Clowns an Halloween planen. Das sagt die Polizei zur Horror-Clown-Nachricht.

Ein Grusel-Clown hat in Berlin eine Gruppe Jugendlicher bedroht und ist daraufhin mit einem Messer niedergestochen worden. Der 16-Jährige mit der Clownsmaske wurde durch den Messerstich am Montagabend im Stadtteil Lichterfelde lebensgefährlich verletzt und musste im Krankenhaus notoperiert werden, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Nach der Tat stellte sich heraus, dass sich der 14-jährige Messerstecher und der „Clown“ aus der Nachbarschaft kannten. Der 14-Jährige leistete noch Erste Hilfe, bevor der Krankenwagen kam. Er wurde von der Polizei vorläufig festgenommen, dann aber seinen Eltern übergeben. Seit Wochen gibt es Vorfälle, bei denen maskierte Horror-Clowns Passanten erschrecken.

Der Berliner Polizeisprecher Thomas Neuendorf sagte am Dienstagmorgen im RBB-Sender Radio Eins: „Gestern Abend ist das passiert, was wir immer befürchtet haben, dass das Ganze eskaliert ist.“ Neuendorf betonte, es könne eine Straftat sein, wenn man Menschen zu Tode erschrecke, „das kann eine Körperverletzung sein“.

Das rät die Polizei bei einem Grusel-Clown-Angriff

Die Polizei rate davon ab, Widerstand zu leisten. „Natürlich kann man sich gegen einen Angriff wehren. Aber man muss eben auch das Augenmaß behalten. Aus unserer Sicht ist es tatsächlich besser wegzulaufen, weil so eine Sache eskalieren kann.“ Anschließend könne man die Polizei rufen.

Nach den ganzen Vorfällen mit Clowns sollten die Menschen zu Halloween auf Clownskostüme verzichten, meinte Neuendorf. „Man sollte das dieses Jahr auslassen. Das ist etwas hochgekocht.“

Seit einigen Tagen registrieren die deutschen Behörden vermehrt Übergriffe und Angriffe bewaffneter Clowns. Auch in Österreich treiben sie ihr Unwesen. Die Täter in unheimlichen Kostümen erschrecken und bedrohen Passanten. Die gefilmten Aktionen werden häufig anschließend im Internet veröffentlicht.

Hinter diesen Attacken steckten zum Teil sadistische Absichten. Sie seien „ein völlig neues Phänomen, das Grenzen - auch strafrechtlicher Art - überschreitet“, sagte Harald Dreßing, Leiter der Forensischen Psychiatrie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, der Zeitung „Mannheimer Morgen“ vom Dienstag. Nach Dreßings Einschätzung sind unter den Horror-Clowns auch destruktive Menschen mit sadistischen Motiven: „In allen Beispielen wird Macht über eine andere Person ausgelebt.“ Charakteristisch sei, dass die Macht über vermeintlich Schwache wie Kinder und Ältere ausgeübt werde.

dpa

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