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Mit diesem Dolch hatte der Mann den Richter niedergestochen.

20-Jähriger gesteht Bluttat

Dolch-Attacke: Mann wollte Richter "dem Himmel zuführen"

Hildesheim - Die lebensgefährliche Messerattacke auf einen Richter in Niedersachsen hat der Mordkommission tagelang Rätsel aufgegeben. Jetzt hat ein mutmaßlicher Drogenkonsument die Tat gestanden.

Gut eine Woche nach der mysteriösen Messerattacke auf einen Richter in Hildesheim ist der Fall aufgeklärt. Ein 20 Jahre alter Mann habe die Tat gestanden, sagte der leitende Hildesheimer Oberstaatsanwalt Thomas Pfleiderer am Donnerstag. Der Verdächtige sei am Mittwoch festgenommen worden. Er werde dem Haftrichter vorgeführt. Ihm werde versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen.

Bei dem Verdächtigen, der in Hildesheim bei seiner Mutter wohnt, handelt es sich nach den bisherigen Ermittlungen vermutlich um einen Drogenkonsumenten. Der Mann habe erklärt, er habe „bewusstseinsbeeinflussende Substanzen“ eingenommen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Christina Pannek. Er habe den Richter „dem Himmel zuführen“ wollen. Nähere Angaben zu dem 20-Jährigen wollten Polizei und Staatsanwaltschaft unter Hinweis auf das laufende Verfahren nicht machen.

Der 60 Jahre alte Richter war am Dienstag vergangener Woche auf einem Feldweg überfallen worden, als er mit dem Fahrrad auf dem Heimweg von der Arbeit war. Der Täter hatte dem Juristen ein Messer mit einer 20 Zentimeter langen Klinge in den Rücken gerammt. Die Waffe war dort stecken geblieben. Der Richter wurde per Notoperation gerettet. Dem Opfer gehe es inzwischen „etwas besser“, sagte Pannek. Der 60-Jährige liege noch im Krankenhaus, habe die Intensivstation aber verlassen können.

Einen Zusammenhang zwischen dem lebensgefährlichen Angriff und der beruflichen Tätigkeit des Richters an einer Strafkammer des Landgerichts sei nicht zu erkennen, sagte Oberstaatsanwalt Pfleiderer. Es habe sich wohl um eine zufällige Begegnung gehandelt. Zuvor habe es jedenfalls keine Berührungspunkte zwischen dem Tatverdächtigen und dem Opfer gegeben.

Die Polizei war dem 20-Jährigen dank Hinweisen aus der Bevölkerung und mit Hilfe von Aufnahmen einer Überwachungskamera auf dem Fluchtweg des Mannes auf die Spur gekommen. Am Mittwoch wollte die Polizei ihn auf einer Straße festnehmen, er konnte aber zunächst fliehen. Nach einer gut einstündigen Verfolgungsjagd, an der auch ein Polizeihubschrauber beteiligt war, konnte er gefasst werden.

Bei der anschließenden Vernehmung gestand er die Messerattacke. Die Tatwaffe identifizierte er als sein Eigentum. Die Ermittlungen seien trotzdem noch nicht abgeschlossen, sagte der Leiter der gut 20-köpfigen Mordkommission, Dirk Jenne. Unter anderem müssten noch Beweismittel aus der Wohnung des 20-Jährigen ausgewertet werden. Die Staatsanwaltschaft will zudem von einem Gutachter die Schuldfähigkeit des 20-Jährigen überprüfen lassen.

dpa

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