2012 startet mit einem Sternschnuppen-Regen

München - Zu keiner anderen Jahreszeit ist der Abendhimmel so reich an Glanzlichtern wie im Winter und in der ersten Januarwoche kann man einen ganz besonderen Lichterzauber  erleben.

Bereits gegen 22 Uhr ist im Januar am Südhimmel der mächtige Himmelsjäger Orion mit den hellen Sternen Beteigeuze und Rigel zu erkennen. Im Südosten folgt der Große Hund mit Sirius, dem hellsten Fixstern des Firmaments. Er funkelt in bläulich-weißem Licht.

Rigel und Sirius bilden zwei Punkte des Wintersechsecks, zu dem noch die hellen Sterne Prokyon im Kleinen Hund, Pollux in den Zwillingen, Kapella im Fuhrmann und der rötlich-gelbe Aldebaran im Stier gehören. Die gelbe Kapella bildet die Spitze des Wintersechsecks und steht fast senkrecht über unseren Köpfen.

Tief im Osten erscheint das Frühlingssternbild Löwe mit seinem hellen, bläulichen Hauptstern Regulus. Weit im Westen steht das Pegasusquadrat, auch als Herbstviereck bekannt, indes kurz vor seinem Untergang. Jupiter ist der strahlende Planet der ersten Nachthälfte. In der Nacht vom 2. auf 3. Januar zieht der zunehmende Mond nördlich an dem Riesenplaneten vorbei – ein auffälliger Anblick. Bei seiner monatlichen Tour kommt der Mond am 30. abends ein zweites Mal an Jupiter vorbei.

Venus eröffnet den Jahresreigen als hell strahlender Abendstern. Sie ist bereits in der Dämmerung knapp über dem Südwesthorizont zu erkennen. Zu Beginn des Monats geht sie bald nach 19 Uhr unter, Ende Januar dann erst eineinhalb Stunden später. Am frühen Abend des 26. gesellt sich die schmale Sichel des zunehmenden Mondes zum Planeten der Liebesgöttin.

Mars im Sternbild Löwe beherrscht dagegen die zweite Nachthälfte. Der Rote Planet erscheint deutlich heller und ist Ende Januar bereits gegen 21 Uhr im Osten zu erkennen. Saturn im Sternbild Jungfrau zeigt sich am Morgenhimmel ebenfalls im Osten. Zu Jahresanfang geht der Ringplanet erst um 2 Uhr morgens auf, am Monatsletzten schon eine Viertelstunde nach Mitternacht. Merkur zeigt sich im Januar nur kurz: Erfahrene Beobachter können ihn in den ersten drei Januartagen mit einem Fernglas erspähen. Dann ist er knapp über dem Südosthorizont zu erkennen. Den Rest des Monats zeigt er sich dann nicht mehr.

Ein wahrhaft himmlischer Lichterzauber bietet sich Sternguckern auch in der ersten Woche des neuen Jahres: Meteore flammen auf. Die Sternschnuppen der Quadrantiden scheinen dem Sternbild Bootes oder Rinderhirten zu entströmen. Die meisten Meteore werden dabei in der Nacht vom 3. auf 4. Januar zu sehen sein. Dabei können sogar bis zu 200 Sternschnuppen pro Stunde aufleuchten. Die rasenden Meteore sind im Durchschnitt etwa vierzig Kilometer pro Sekunde schnell.

Am 9. Januar tritt exakt um 8.30 Uhr die Vollmondphase ein. Der hell glänzende Vollmond steht dabei im Sternbild Zwillinge. Die Neumondposition erreicht er am 23. Januar um 8.39 Uhr. Die Erde passiert am 5. Januar morgens um 1 Uhr ihren sonnennächsten Bahnpunkt. Sie ist dann 147 Millionen Kilometer vom Zentralgestirn entfernt. Anfang Juli trennen uns 152 Millionen Kilometer von der Sonne.

Die Sonne wandert entlang des aufsteigenden Astes ihrer Jahresbahn und wechselt am 20. Januar mittags aus dem Sternbild Schütze in das Sternbild Steinbock. Am gleichen Tag tritt sie nachmittags in das Tierkreiszeichen Wassermann. Die Tage werden im Januar wieder um gut eine Stunde länger. Die Mittagshöhe der Sonne steigt um knapp sechs Grad.

Von Hans-Ulrich Keller

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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