Demonstranten halten Bilder von George Floyd, der am 25. Mai 2020 in Polizeigewahrsam in der US-Stadt Minneapolis getötet wurde.
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George Floyd rief vor seinem Tod mehr als 20 Mal „I can‘t breathe“ - „ich kann nicht atmen“. Der Satz ist zum Slogan der Black Lives Matter-Bewegung in den USA geworden.

Kein Jahr wie jedes andere...

Das waren die Stimmen 2020: Zitate, die das Jahr bewegt, verwundert und verändert haben

  • vonCornelia Schramm
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  • Veronika Silberg
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Die wichtigsten Zitate des Jahres zeigen: 2020 hat uns weit mehr beschäftigt als nur die Coronavirus-Pandemie.

2020 - ein Jahr, das nach meiner Meinung vieler gar nicht schnell genug zu Ende gehen kann. Immerhin kann man nicht sagen, dass es ein langweiliges Jahr war:

22. Januar: Donald Trump zum ersten Corona-Fall in den USA

Einen Tag nachdem in den USA erstmals eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen wurde, sendet CNBC ein Interview mit US-Präsident Donald Trump. Während des Weltwirtschaftsforums im Schweizer Alpen-Ort Davos rühmt er die amerikanische Wirtschaftsmacht und verhöhnt Klimaaktivistin Greta Thunberg. Angesprochen auf den ersten Corona-Fall in seinem Land - einen aus China nach Washington eingereisten Mann -, gibt er sich mehr als zuversichtlich. Knapp einen Monat später - in China sind zu diesem Zeitpunkt mehr als 77.000 Menschen infiziert und 2600 gestorben - orakelt Trump weiter: „Es wird verschwinden. Eines Tages, es ist wie ein Wunder, wird es verschwinden.“

26. Januar: Basketball-Legende Michael Jordan zum Tod seines NBA-Kollege Kobe Bryant

Anfang des Jahres erschütterte der überraschende Tod von NBA-Profi Kobe Bryant die Basketball-Welt. Bei einem tragischen Hubschrauber-Absturz kamen neben Kobe noch neun andere Menschen ums Leben, darunter auch seine dreizehnjährige Tochter Gianna. Sein langjähriger Freund und Kollege Michael Jordan ringt bei einer nachfolgenden Pressekonferenz um Worte.

1. Februar: Boris Johnson und der Brexit - Der Anfang vom Ende

Nach jahrelangem Tauziehen hat Großbritannien offiziell die EU verlassen und den Brexit vollzogen. Während die Mehrheit der Londoner gegen den Brexit gestimmt hatte und dementsprechend enttäuscht über das Ergebnis war, feierten viele „Brexiteers“ auf dem Parliament Square mit ihren Union Jacks. Premierminister Boris Johnson fordert die Bevölkerung daher auf, wieder vereint zu sein und sich zu versöhnen.

3. Februar: DFB-Pokal - Schalke-Trainer David Wagner schießt gegen Jürgen Klinsmann

Die Stimmung auf dem Gelsenkirchener Rasen war auf jeden Fall aufgeheizt, als Schalke 04 zum zweiten Mal in einer Woche auf Hertha BSC traf. Zum vorangegangene Unentschieden in der Bundesliga hatte Hertha-Coach Klinsmann noch großspurig betont, sein Team sei deutlich besser gewesen. David Wagner hielt vor dem DFB-Achtelfinale dagegen und sorgte für eines der kuriosesten Fußball-Zitate des Jahres. Am Ende des Tages schafften es die Gelsenkirchner dann sogar, die Elf von Jürgen Klinsmann mit 3:2 aus ihren Pokal-Träumen zu reißen. Bis ins Finale reichte es für Wagner und sein Team aber trotzdem nicht.

11. Februar: Jürgen Klinsmann tritt nach wilder Hertha-Zeit zurück

Die Amtszeit von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC endete dann bereits wenige Tage später. Ursprünglich als Aufsichtsratmitglied von Investor Lars Windhorst eingestellt, wurde er nach der sportlichen Misere für den entlassenen Trainer Ante Covic als Chefcoach eingestellt. Dabei glänzte er weniger mit guten Leistungen als durch seine Facebook Lives und durch ein enthülltes Dokument, in dem er seine Spieler und deren Wert teils fragwürdig bewertete. Nach seiner Entlassung verabschiedete er sich auf Facebook von den Fans mit dem Abschluss: „HaHoHe, Euer Jürgen“. 

20. Februar: Angela Merkel zu den Anschlägen in Hanau - „Das Gift in unserer Gesellschaft“

Bei den Anschlägen von Hanau werden am 19. Februar zehn Personen ermordet. Der Täter, Tobias Rathjen, verfasst vor seiner Bluttat ein Pamphlet mit dem Titel „Botschaft an das gesamte deutsche Volk“, in welchem er über sein islamfeindliches und antisemitisches Weltbild schreibt. Nach seiner Tat in und vor zwei Shishabars in der Hanauer Innenstadt tötete er außerdem seine Mutter und sich selbst. Angela Merkel betonte in ihrer Rede am Tag darauf, dass die Bundesregierung „für die Rechte und Würde eines jeden Menschen in unserem Land“ stehe.

26. Februar: CSU-Chef über seine grüne Ader

Zu jenem Zeitpunkt verschwendete er noch weitaus weniger Gedanken an das Coronavirus als später im Jahr: CSU-Chef Markus Söder witzelte am 26. Februar so richtig drauf los: „Bäume umarme ich gern, aber das ist auch das einzig Grüne, das ich umarmen will“, verkündete er da auf dem politischen Aschermittwoch in Passau. Ludwig Hartmann, Fraktionschef der Landtags-Grünen gab übrigens zurück: „Bevor Markus Söder seine Liebe für den Natur- und Artenschutz entdeckt, entdecke ich meine Liebe für Franz Josef Strauß.“

28. Februar: Handball-Deutschland feiert doppelten WM-Zuschlag

Der DHB träumt von einem „Jahrzehnt des Handballs“ und will dem Fußball in der öffentlichen Wahrnehmung ein Stückchen näherkommen. Mit dem Zuschlag der Handball-Weltmeisterschaften 2025 und 2027 können sich die Verantwortlichen um Bob Hanning berechtigte Hoffnungen darauf machen. 2023 steigt die Jugend-WM in Deutschland, 2025 die Frauen-WM und 2027 die Herren-WM. Für Verbandspräsident Andreas Michelmann eine „riesige Chance für unsere Sportart, den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortzusetzen“.

29. Februar: Die Türkei öffnet die Tore nach Bulgarien und Griechenland - Das gescheiterte Flüchtlingsabkommen der EU

„Hey Griechenland, diese Menschen kommen nicht zu dir und bleiben, sie kommen zu dir und gehen in andere Länder Europas. Warum störst du dich daran?“, sagte Recep Tayyip Erdogan in Istanbul. „Mach du doch auch die Tore auf“ rief er in seiner Rede. Seine Rede besiegelt das Scheitern des Flüchtlingsabkommens, das EU und Türkei ausgehandelt hatten. Tausende Flüchtlinge hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf den Weg gemacht. Erdogan warf der EU vor, sich nicht an die Zusagen im Flüchtlingspakt gehalten zu haben.

3. März: Das Coronavirus macht den Handschlag passé

Anfang März muss sich ganz Deutschland umstellen: Höflichkeitsformen wie der Handschlag sollen aufgrund des Coronavirus erst einmal unterlassen werden. Viele Menschen werden kreativ und begrüßen sich fortan per „Fußschlag“ oder mit den Ellenbogen. Die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt spricht sich am 3. März im Bundestag als Vorsichtmaßnahme gegen das neuartige Virus als eine der Ersten dafür aus. Damals empfahl sie noch die „Ghettofaust“, berühren sich hierbei doch zumindest die Handflächen nicht. Inzwischen würde sie wohl nur noch für Winken plädieren.

4. März: Der Landtagswahl-Skandal in Thüringen - Kemmerich und die AfD

Lange war eine Landtagswahl nicht mehr so Skandal-behaftet, wie jene im Februar 2020 in Thüringen. Als Thomas Kemmerich (FDP) mit Stimmen der AfD, CDU und FDP Ministerpräsidenten gewählt wurde, sorgte das für einen nationalen Aufschrei. Kemmerich war mit der FDP nicht nur aus der kleinsten Landtagsfraktion gewählt worden, seinen Wahlsieg verdankte er der AfD. Er war damit als erster vereidigte Ministerpräsident, mit Stimmen einer rechtspopulistischen Partei gewählt worden. Nach starker Kritik von allen Seiten, trat Kemmerich schließlich zurück. Sein Nachfolger wurde Bodo Ramelow von der Linken - und machte mit dem oben genannten Zitat Schlagzeilen.

11. März: Australien kämpft gegen die Flammen - Buschfeuer trifft auf Klimawandel

Zahlreiche verheerende Buschbrände versetzen besonders die Ostküste Australiens in einen Ausnahmezustand. Insgesamt dehnte sich das Feuer auf eine Fläche von rund 126.000 Quadratkilometern aus. Alleine in der Tourismusbranche haben die Brände einen Schaden von 2,6 Milliarden Euro ausgelöst. Fast 80 Prozent der australischen Bevölkerung ist dem „Climate Council“ zufolge direkt oder indirekt betroffen. Insgesamt sind 12,5 Millionen Hektar niedergebrannt, 33 Menschen sind gestorben und 3.000 Häuser wurden zerstört.

11. März: Das Coronavirus wird zur Pandemie - Die WHO in der Krise

In Genf erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, dass das neuartige Coronavirus, das sich zuerst in China rasant ausgebreitet hat, nun als Pandemie eingestuft werde. Dabei kritisierte er vor allem das fehlende Handeln einiger Staaten, die auf das Läuten der Alarmglocken der Weltgesundheitsorganisation nicht reagiert hätten. Im März hat sich Covid-19 bereits auf 115 Länder ausgebreitet. 4.300 Menschen sind schon in der Monatsmitte daran gestorben. Ghebreyesus betonte damals allerdings auch, dass es für die Länder noch nicht zu spät sei, den Verlauf der Pandemie noch zu ändern.

13. März: Corona-Kredite als letzte Rettung für Unternehmen in der Krise

In der Corona-Krise wurde Olaf Scholz - gleich hinter Angela Merkel und Jens Spahn - zum dritt-beliebtesten Politiker Deutschlands - und zum Kanzlerkandidaten der SPD. Als Finanzminister musste er seit dem Lockdown im März Rekordschulden machen, um der Wirtschaft in der Rezession unter die Arme zu greifen. Er plädierte für einen starken, handlungsfähigen Staat in der Krise und forderte: „Alle Waffen auf den Tisch“. Die Polemik kam gut an, so blieb Scholz dabei: „Das ist die Bazooka, mit der wir das Notwendige jetzt tun. Was wir dann noch an Kleinwaffen brauchen, das gucken wir später.“ Als „Bazooka“ bezeichnete es der Finanzminister am 13. März, Unternehmen mit unbegrenzten Kreditrahmen zu helfen.

19. März: Vom Heavy-Metal-Sänger zum Intensiv-Pfleger

Die Thüringer Metalband „Heaven Shall Burn“ füllt bei ihren Auftritten sonst riesige Konzerthallen. Aufgrund der Corona-Pandemie gehören Musikveranstaltungen wie diese erst einmal der Vergangenheit an, können sich derzeit doch kaum Tausende Fans aneinander drängeln und gemeinsam tanzen. Und der Sänger der Band, Marcus Bischoff fackelte bei dieser Zwangspause im März nicht lange, sondern arbeitete als Intensivpfleger in den Thüringen-Klinken. Hut ab, für dieses Engagement, findet sein Bandkollege und Gitarrist Maik Weichert.

26. März: Deutschland während der Pandemie - Hamsterkäufe in den Supermärkten

In Deutschland ist es aufgrund des Lockdowns im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu Hamsterkäufen in den Supermärkten gekommen. Nudeln, Mehl, passierte Tomaten und besonders Toilettenpapier wurden besonders stark nachgefragt und waren vielerorts ausverkauft. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter der Führung von Julia Klöckner startete daher die Kampagne „#KaufNurWasDuBrauchst“. Ende März entspannte sich die Situation allmählich wieder.

14. April: Hitzige Diskussion um Sommerurlaub - Baden mit Maske und Handschuhen?

Am 14. April hält Mauro Vanni den Strandurlaub mit Abstand, Maske und Desinfektionsmittel noch für „absurd“. Er vertritt den Verband der Badeanstalten in der italienischen Urlaubsstadt Rimini. Die Corona-Krise hatte das Land im Frühling wirtschaftlich hart getroffen, sodass viele Italiener umso mehr auf die Urlaubssaison im Sommer setzten. Für Vanni sei der Strand ein Ort, „an dem man sich einfach nahe kommt, gemeinsam isst, lacht und Zeit verbringt“. Das war 2020 aber nur eingeschränkt möglich.

17. April: Auch Sebastian Vettel leidet am Lockdown

Der Lockdown am Anfang des Jahres war selbst für Formel-1-Stars nicht leicht. Sebastian Vettel hatte beispielsweise mit der Schließung der Friseursalons zu kämpfen. In der Formel 1 lief es leider auch nicht viel besser für ihn. Die Saison mit Ferrari war mehr als unglücklich, 2021 wird er dann für Aston Martin an den Start gehen. 

6. Mai: Oberlandesgericht München wünscht sich Masken der besonderen Art

Eine krebskranke Frau bricht ihre Chemotherapie ab und setzt alle Hoffnung auf Kapseln mit Schlangengift. Kurz darauf stirbt sie. Ihre Familie fordert Schadensersatz - von ihrer Heilpraktikerin. Vor dem Oberlandesgericht München musste sich diese am 6. Mai verantworten. Das Coronavirus macht auch vor dem Gerichtssaal nicht halt, so gelten auch hier die Masken- und Abstandsregeln Der Vorsitzende Richter Thomas Steiner wünschte sich an jenem Tag sogar Masken der besonderen Art: „Schalldicht“ müssten sie sein, wurde um Saal doch hitzig diskutiert.

13. Mai: Corona-Regeln kommen Romeo und Julia nicht in die Quere

Die Corona-Krise trifft auch Kunst- und Kulturschaffende hart. Theater blieben im Frühjahr lange geschlossen und sind auch in den Wintermonaten wieder vom „Lockdown Light“ betroffen. Am 13. Mai berichtete die Generalintendatin des Theaters Magdeburg, Karen Stone, von der Umsetzung der Corona-Regeln bei ihren Inszenierungen - den spitzen Kommentar zu Romeo und Julias corona-konformen Balkon-Romanze konnte sie sich da offenbar nicht verkneifen. Bei dem Stück von Wiliam Shakespeare führte sie selbst Regie.

13. Mai: Reise-Boom nach der Corona-Krise?

Die Corona-Krise trifft viele Branchen hart - mit am härtesten aber die Tourismusbranche. Am 13. Mai wollte TUI-Chef Fritz Joussen die Flinte noch nicht ins Korn werfen: „Spätestens im Jahr 2022 werden wir eine volle Erholung der Touristenzahlen sehen.“ Zwar rechnet Joussen damit, dass die neuen Erfahrungen mit Home Office und Videokonferenzen auch nach der Krise zu einem Rückgang von Geschäftsreisen führen wird. Aber die klassische Urlaubsreise sei alternativlos: „Was wollen Sie sonst machen? Einen Film schauen?“, fragte er die Journalisten in einer Pressekonferenz.

24. Mai: Trotz Corona - Hongkong demonstriert für mehr Freiheit

Der Corona-Pandemie zum Trotz gehen Ende Mai tausende Einwohner Hongkongs auf die Straßen, um gegen den chinesischen Einfluss in der Sonderverwaltungsregion zu demonstrieren. Zuvor hatte Peking geplant, ein Gesetz zu erlassen, dass den Einsatz chinesischer Sicherheitsorgane in Hongkong ermöglichen würde. Joshua Wong, der Anführer der Bewegung, hat unter anderem an Deutschland und die EU appelliert. So forderte er, Handelsverträge stets an die Einhaltung Chinas an Menschenrechte zu knüpfen.

25. Mai: Das Gesicht George Floyds geht um die Welt - und startet weitreichende Proteste

Es sind Bilder, die rasant um die Welt gehen. In einem Video ist zu sehen, wie der Afroamerikaner George Floyd während einer gewaltsamen Festnahme getötet wurde. Der ausführende Polizeibeamte kniet mit seinem linken Knie auf Floyds Nase und übt immer wieder Druck mit seinem Körper aus. Immer wieder äußert Floyd, er könne nicht atmen, bittet um Wasser, ruft „Mama, Mama“ und fleht um sein Leben. Auch das Einschreiten mehrerer Passanten, die die Szene filmen, wird von den Beamten ignoriert. Anschließend kommt es zu weltweiten Protesten unter der Flagge der „Black Lives Matter“-Bewegung. In einigen Innenstädten kommt es sogar zu Ausschreitungen und Plünderungen.

29. Mai: Virologe Christian Drosten als Held während der Pandemie

Während in Deutschland eine große Unsicherheit im Umgang mit dem Coronavirus herrscht, sticht Christian Drosten stets mit seiner Expertise als Institutionsdirektor für Virologie an der Berliner Charité heraus. In seinem Podcast „Das Coronavirus-Update“ erklärte Drosten fast täglich die neuesten Entwicklungen der Pandemie und führte das Land somit durch ungewissen Tage und Wochen. So wurde er schnell mit Figuren wie Gandalf und Obi-Wan Kenobi vergleichen - auch wenn er nicht wusste, was er von diesem Vergleich halten soll.

31. Mai: Elon Musk und Space X jubeln über Start der amerikanischen Falcon-9-Rakete

Die Raumfahrt-Abhängigkeit von Russland hat endgültig ein Ende. Die Astronauten Doug Henley und Bob Behnken wurden von Elon Musks Unternehmen Space X in Zusammenarbeit mit der NASA zum ersten bemannten Testflug mit Equipment ins Weltall geschickt. Der Flug zur internationalen Raumstation dauerte circa 19 Stunden. Für Musk habe nun die ganze Menschheit einen Grund, „stolz zu sein“.

17. Juni: Auftrittsverbot für Jim Knopf & Co.

Am 17. Juni informierte die Traditionseinrichtung „Die Augsburger Puppenkiste“ per Newsletter darüber, dass das Marionettentheater samt dem Museum „Die Kiste“ aufgrund der geltenden Corona-Vorschriften weiterhin geschlossen bleiben müsse. Wie viele andere Kultureinrichtungen trifft die Krise auch die Bühne von Jim Knopf & Co. heftig. Doch die stilechte Nachricht „Die Kischte bleibt leidr zua!“ zeigt, so ganz verloren hat man den Humor trotz allem in Augsburg noch nicht.

24. Juni: IWF-Chefin Gita Gopinath ernüchtert mit globaler Wirtschaftsprognose

„Wir sind in einer beispiellosen Krise. Und es ist in der Tat die schlimmste Rezession seit der Weltwirtschaftskrise“, erklärte die Chefvolkswirtin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Gita Gopinath, am 24. Juni. Nach dem Corona-Lockdown im Frühling legte sie eine neue globale Wirtschaftsprognose vor. Ihr ernüchterndes Resümee: Nie seit der Weltwirtschaftskrise der 1920er und 1930er Jahre ging es der Wirtschaft weltweit schlechter als im Juni. Diese Prognose wird sich nach den erneuten Lockdown-Maßnahmen in den Wintermonaten vermutlich noch einmal verschlechtern.

27. Juni: Matthias Lilienthal und der Abschied von den Kammerspielen

Das Ende der fünfjährigen Intendanz Matthias Lilienthals bei den Münchner Kammerspielen fiel leider in die Corona-Krise. Im Rückblick auf die Zeit gab Lilienthal gegenüber dem „Münchner Merkur“ an, eine Verjüngung des Publikums“ und eine Akzeptanz „völlig anderer Spielstile“ erreicht zu haben.

23. August: Erstarkter Thomas Müller gewinnt mit Bayern das Triple

Während Thomas Müller in den Kader-Planungen von Bundestrainer Joachim Löw keine Rolle mehr zu spielen scheint, ist er im Jahr 2020 unter Hansi Flick zur Hochform aufgelaufen. Die Bundesliga-Saison schloss er mit acht Toren und überragenden 21 Assists ab, in der Champions League steuerte er in zehn Einsätzen ebenfalls sieben Scorer-Punkte bei. Kein Wunder also, dass Löw für seine Entscheidung viel kritisiert wird – und Müller nach dem Gewinn des Triples ein Fünkchen Genugtuung empfindet. 

26. August: Die Niederlande feiern einen Literatur-Erfolg

Die niederländische Autorin Marieke Lucas Rijneveld blickt mit 29 Jahren auf ein bewegtes Leben zurück: Mit Anfang 20 nahm sie zusätzlich zu ihrem weiblichen Vornamen den männlichen Namen Lucas an, um ihre eigene nicht-binäre Geschlechtsidentität kenntlich zu machen. Für die englische Übersetzung ihres autofiktionelem Debütromans „De avond is ongemak“ („Was man sät“) wurde sie am 26. August mit dem International-Booker-Literaturpreis ausgezeichnet. Die sonst als eher introvertiert geltende Rijneveld freute sich: „Ich bin so stolz wie eine Kuh mit sieben Eutern.“

4. September: Jens Spahn lässt sich nicht den Schwarzen Peter zuschieben

„Das Virus ist der Spielverderber, nicht ich“, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am 4. September. Erneut muss die Bundesregierung Mahnungen zur Vorsicht bei Feiern und Festen zum Schutz vor dem Coronavirus aussprechen. Nicht nur für die Bevölkerung sind die Krise und Einschränkungen zermürbend, auch für die Politiker selbst. In einem Interview im Dezember gab Spahn bekannt, er rechne ab Sommer 2021 mit „massenhaften“ Corona-Impfungen in Deutschland - erst dann dürfte er für viele Deutsche nicht mehr den absoluten „Spielverderber“ mimen.

11. September: „Ein einziges Elend“ - Bundestag debattiert über Brand von Moria

Rund 13.000 Menschen sind während der verheerenden Brände innerhalb des Flüchtlingslagers von Moria obdachlos geworden. In der Frage, wie sich Deutschland nun verhalten solle, wurde im Bundestag hitzig diskutiert. So warf Dietmar Bartsch von der Linkspartei Innenminister Horst Seehofer vor, sich „unmenschlich“ zu verhalten, weil dieser die Aufnahme von Flüchtlingen behindere. Seehofer verteidigte sein Handeln indes mit dem Satz „2015 soll und darf sich nicht wiederholen“.

13. September: Coronavirus macht auch vor Hollywood nicht Halt

Das Coronavirus betrifft auch die Stars und Sternchen dieser Welt: „The Show must go on“, hieß es in der zweiten Jahreshälfte wieder, nachdem die harten Lockdowns langsam aufgehoben worden waren. Den roten Teppich und die glamourösen Auftritte lassen sich Hollywood und die internationale Filmbranche nicht nehmen. Doch mit dabei hat nun auch jeder Prominente eine Maske. Die US-Schauspielerin Cate Blanchett lobte als Jurypräsidentin die Veranstalter des Filmfestes in Venedig. Trotz strenger Corona-Auflagen war für sie das Festival ein voller Erfolg.

29. September: Donald Trump kündigt chaotische Verhältnisse bei der Wahl an

„Proud Boys - Stand back and stand by“ (dt.: „Haltet euch zurück und haltet euch bereit“), sagte der amtierende US-Präsident Donald Trump am 29. September beim ersten TV-Duell. Damit sprach er aber nicht seinen Herausforderer Joe Biden, sondern vielmehr die rechtsextreme Gruppierung „Proud Boys“ direkt an. Trump war zuvor gefragt worden, ob er bereit wäre, explizit Gruppen und Milizen zu verurteilen, zu deren Ansichten die Überlegenheit der Weißen gehört. Dies war er offenbar nicht. Dafür gab es harsche Kritik - auch aus den Reihen der Republikaner.

30. September: NRW will Corona-Betrügern pragmatisch auf die Schliche kommen

Nachdem die Corona-Fallzahlen den Sommer über in Deutschland weitestgehend kontrollierbar geblieben sind, kommt im Herbst die Trendwende. Die Politiker fordern Gastronomie-Betriebe erneut auf, wachsam gegenüber Falschangaben bei den Kontaktdaten ihrer Gäste zu sein. Diese seien schließlich wichtig, um im Ernstfall die Kontaktverfolgung aufnehmen zu können. Gastronomen dürfen aber - im Gegensatz zur Polizei und dem Ordnungsamt - keinen Ausweis von ihren Gästen verlangen. Zur Frage, wie man falsche Angaben trotzdem kontrollieren solle, hatte Nordrhein-Westfalens Gesunheitheitsminister Karl-Josef Laumann diese pragmatische Antwort auf Lager.

4. Oktober: Tennis-Star Simona Halep mit Frust-Bewältigung für Jedermann

Dass Simona Halep in der vierten Runde der French Open an der Polin Iga Swiatek scheitert, hätten viele nicht für möglich gehalten. Schließlich hat sie das Turnier 2018 bereits gewonnen – und 2019 Wimbledon für sich entschieden. Zum Glück weiß die Weltranglistenerste von 2017, wie sie sich von der Enttäuschung über die Niederlage ablenken kann. 

19. Oktober: Jürgen Klopp und Liverpool verlieren Virgil van Dijk

Mit Virgil van Dijk wurde der FC Liverpool Champions-League-Sieger und englischer Meister. Seit dem fünften Spieltag der Premier League muss die Mannschaft von Jürgen Klopp allerdings ohne Europas besten Fußballer 2019 auskommen. Der niederländische Nationalspieler hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen und wird erst im kommenden Frühling wieder auf den Platz zurückkehren können. 

22. Oktober: Berliner CDU sagt Kriminalität den Kampf an

Auffälliger hatte man diese Nachricht kaum bewerben können: Auf einem knallgelben Lamborghini, der mit Einschusslöchern versehen wurde, prangt der Spruch „Kriminelle Clans gehören auf Netflix, nicht auf Berlins Straßen“. Mitten in Neukölln hatte ihn die Berliner CDU platziert, um ihn dann am 22. Oktober medienwirksam abschleppen zu lassen. CDU-Landeschef Kai Wegner und Falko Liecke, Neuköllner Gesundheitsstadtrat, wollten mit dem gemieteten Sportwagen und dem Slogon auf einen Aktionsplan zur Bekämpfung der Clankriminalität auf den Straßen Berlins aufmerksam machen.

23. Oktober: Das „Ärzte Deutsche Fernsehen“ kämpft um die Kulturbranche

Monatelang konnten aufgrund der Pandemie keine Konzerte, Theater-Aufführungen, Ausstellungen und ähnliche Kultur-Veranstaltungen stattfinden. Versuche der Bundesregierung, die Betroffenen mit Überbrückungshilfen über Wasser zu halten, helfen lange nicht jedermann. Daher haben „Die Ärzte“ in einem Auftritt in der „Tagesschau“ auf die Entwicklung aufmerksam gemacht und dabei für Menschen gesprochen“, die laut Schlagzeuger Bela B „das ganze Jahr über keine Jobs hatten und inzwischen wirklich Existenzängste haben.“

31. Oktober: Andreas Scheuer fordert „keine Jokes“ mehr über den BER

Neun Jahre nach dem geplanten Start des Flugbetriebs konnte der Flughafen Berlin Brandenburg „BER“ endlich an Halloween 2020 eröffnet werden. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer von der CSU versicherte dabei, „alles dafür zu tun“, dass der Flughafen ein internationales Drehkreuz werde. Die Zeit der Witze über das Bau-Chaos am neuen Verkehrs-Knotenpunkt solle nun ein Ende haben. Ob er dabei tatsächlich erhört wird, darf angesichts der immensen entstandenen Kosten angezweifelt werden.

3. November: Nach Anschlag - Sebastian Kurz kündigt harten Kurs gegen Extremismus an

In Wien kam es Anfang November zu einem terroristischen Amoklauf bei dem vier Personen getötet und 23 Personen teilweise schwer verletzt wurden. Der Täter gilt als Sympathisant des Islamischen Staates. Österreichs Kanzler Sebastian Kurz wandte sich einen Tag später mit einer Rede an die Bevölkerung und betonte, dass der Anschlag ein Angriff aus Hass gewesen sei. „Hass auf unsere Grundwerte, Hass auf unser Lebensmodell und Hass auf unsere Demokratie“.

4. November: Donald Trump schockiert mit frühem Wahl-Jubel

Die US-Wahl 2020 war noch lange nicht vorbei, da stellte sich US-Präsident Donald Trump mitten in der amerikanischen Nacht vor die Mikrofone und verkündete einen Wahl-Sieg, den es nie gegeben hat und nicht mehr geben wird. Zwar lag der Anführer der Republikaner zu der Zeit noch in wichtigen Swing-States in Führung, dachte aber nicht an die Brief-Wahlen, die in großer Mehrheit von Demokraten abgegeben und erst nach den herkömmlich abgegebenen Stimmen ausgezählt wurden. So wurde Trump nach seiner berühmten Rede in einigen wichtigen Staaten von Biden überholt und muss somit sein Amt im Januar abgeben.

5. November: Eiskalter Konter - Greta Thunberg schlägt gegen Donald Trump zurück

Für Donald Trump war die Wahl-Niederlagen gegen den Demokraten Joe Biden nicht ganz leicht zu verkraften. Der (Noch)-US-Präsident wetterte gegen die Stimmenauszählung und witterte Wahl-Betrug. Sein schon legendärer Tweet „STOP THE COUNT“ steht sinnbildlich für die turbulenten Wahltage in den USA. Klimaaktivistin Greta Thunberg machte sich das zu Nutzen und konterte Trump mit dessen eigenen Waffen aus. So setzte sie ihren Tweet ab, den Trump ein Jahr zuvor in ähnlichem Wortlaut an sie gerichtet hatte.

6. November: Kreml-Kritiker teilt gegen Alt-Kanzler Gerhard Schröder aus

Alexej Nawalny ist Opfer eines Verbrechens. Er sollte zum Schweigen gebracht werden, und ich verurteile das auch im Namen der ganzen Bundesregierung auf das Allerschärfste“, eklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel am 2. September. Ein Spezial-Labor der Bundeswehr konnte nachweisen, dass der russische Oppositionsführer mit dem chemischen Nervernkampfstoff „Nowitschok“ vergiftet worden war. Nachdem der komatöse Nawalny wochenlang in der Berliner Charité behandelt wurde, befindet er sich im November auf dem Weg der Besserung. In einem Interview mit der Bild-Zeitung teilt der Kreml-Kritiker dann heftig gegen Alt-Kanzler Gerhard Schröder aus, der gut mit Wladimir Putin befreundet sein soll.

6. November: Heiko Maas in Quarantäne im Wettkampf gegen die Auszählung der US-Wahl 2020

Die US-Wahl hat sich aufgrund der langen Auszählungen ob der vielen Briefwahlen über Tage hin gestreckt. Bundesaußenminister Heiko Maas, der sich in der Zwischenzeit in Quarantäne begeben musste, weil er Kontakt zu einer mit Corona infizierten Person hatte, konnte sich das Geschehen jenseits des Atlantiks also von zu Hause aus ansehen.

10. November: Kamala Harris schreibt US-Politik-Geschichte

Bei den US-Wahlen 2020 wurde nicht nur Joe Biden zum neuen Präsidenten gewählt - Kamala Harris wurde daneben zur ersten Frau, ersten Afroamerikanerin und ersten asiatischen Amerikanerin in das Amt der Vize-Präsidentin gewählt. Eine Ergebnis, das Harris durchaus Mut macht. Sie soll nur der Anfang einer Politik sein, die in Zukunft auch immer mehr von Frauen bestimmt wird.

11. November: Ein schwarzer Tag für alle Karneval-Fans

Am 11. November um 11.11 Uhr beginnt traditionell die Karnevalszeit - nicht so 2020. Nachdem aufgrund der Coronavirus-Pandemie bereits das Oktoberfest nicht stattfinden konnte, trifft es nun auch alle Faschingsverrückten. „Auch wenn mir als Norddeutscher das Karneval-Gen fehlt – ich verstehe, dass viele Jecken heute traurig sind und gern gefeiert hätten. Danke, dass Ihr innehaltet!“, schrieb der SPD-Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz deshalb auf Twitter. Ob zumindest der Karnevalsendspurt im Februar 2021 gefeiert werden kann, bleibt weiterhin äußerst fraglich.

12. November: Das Coronavirus lässt sogar den Weihnachtsmann verzweifeln

In der Weihnachtszeit trägt er eigentlich einen langen, weißen Rauschebart: Willi Dahmen aus Celle ist Weihnachtsmann-Darsteller - und dank der Corona-Pandemie in der Zwangspause. „Aus Frust habe ich mir letzte Woche meinen Bart abgeschnitten. Der ist nur noch drei Zentimeter lang“, sagt er am 12. November. Mit dieser Protestaktion wollte Dahmen wohl darauf aufmerksam machen, dass in Deutschland Hunderte Miet-Weihnachtsmänner um ihren Job bangen.

25. November: Der Fußball verliert einen seiner Größten

Am 25. November 2020 trauerte die Fußball-Welt um eines ihrer schillerndsten Gesichter. Diego Armando Maradona, für viele der beste Fußballer aller Zeiten, starb im argentinischen Tigre an einem erneuten Herzinfarkt. Die Regierung Argentiniens rief daraufhin eine dreitägige Staatstrauer aus und das Spiel des SSC Neapel, den Maradona zu den bislang einzigen italienischen Meisterschaften der Vereinsgeschichte führte, benannte das Stadion in das „Stadio Diego Armando Maradona“ um. 

25. November: Meghan Markle bricht Tabu - und berichtet öffentlich von ihrer Fehlgeburt

Niemand wusste von ihrer Schwangerschaft und schon gar niemand wusste von ihrer Fehlgeburt. Es war Meghan Markle selbst, die sich aus freien Stücken gegenüber der New York Times öffnete und über den tragischen Verlust ihres Kindes sprach. Da die Medien keine Ahnung hatten, hätten Harry und Meghan ihr Schicksal einfach für sich behalten könnten - stattdessen entschieden sie sich dafür, diesem schwierigen Thema eine Öffentlichkeit zu bieten und gaben Menschen, die ähnliches durchmachen mussten, viel Kraft und Beistand.

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