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Ein damals 20-Jähriger raste am Frankfurter Mainufer mit Tempo 142 über eine rote Ampel und fuhr ungebremst in ein abbiegendes Auto. Der Fahrer des Wagens starb.

Vor dem Frankfurter Landgericht

22-Jähriger gesteht tödlichen Unfall und bestreitet Autorennen

Frankfurt/Main - Ein 20-Jähriger rast am Frankfurter Mainufer mit Tempo 142 über eine rote Ampel und ungebremst in ein abbiegendes Auto. Der 43 Jahre alte Fahrer dieses Wagens hatte Grün und stirbt bei der Kollision.

Wurde er Opfer eines illegalen Autorennens? Der inzwischen 22 Jahre alte Angeklagte schilderte am ersten Tag des Prozesses vor dem Frankfurter Landgericht den tödlichen Unfall ausführlich, will aber von einem Autorennen nichts wissen. „Es hat kein Rennen stattgefunden“, sagte sein Anwalt, Hans-Jürgen Borowsky, am Freitag vor der Jugendstrafkammer.

Der wegen Totschlags Angeklagte räumte ein, am Abend des 22. April 2015 nicht angeschnallt mit einem geliehenen Wagen mit hoher Geschwindigkeit über die rote Ampel gebraust und so den tödlichen Unfall verursacht zu haben. „Ich habe das unterschätzt und zu viel Gas gegeben.“ Der Wagen habe knapp 300 PS gehabt. „Ich bin noch nie so ein Auto gefahren.“ Er habe gedacht, es sei der perfekte Moment, um den Wagen auszufahren. Alkohol oder Drogen habe er an dem Tag nicht genommen.

Das Fahrzeug seiner Freunde habe er erst nach dem Zusammenprall am Unfallort bemerkt, ein Rennen hätten sie sich nicht geliefert. Er sei mit ihnen an einer nur wenige Kilometer entfernten Tankstelle verabredet gewesen, um mit seinem Leihwagen gemeinsam zur Hochzeit seiner Cousine in die Niederlande zu fahren.

Die Ampel zeigte den Ermittlungen zufolge bereits seit sieben Sekunden Rot, und der Angeklagte war doppelt so schnell unterwegs wie erlaubt. „Ich habe gedacht, dass ich das noch schaffe“, sagte er vor Gericht. Den Wagen des 43-Jährigen habe er nicht gesehen. Nach dem Unfall, bei dem er selbst nicht schwer verletzt wurde, habe er vergeblich versucht, den 43-Jährigen aus dem Auto zu holen und ihn wieder zu beleben. „Dann habe ich erst realisiert, was ich gemacht habe.“

Nach dem Unfall sei er wegen eines angeblichen Beinbruchs sieben Monate krank geschrieben gewesen. In dieser Zeit habe er Drogen genommen und sei wegen eines Einbruchs verurteilt worden. „Ich war nicht in der Lage, zu arbeiten“, erzählte der ehemalige kaufmännische Auszubildende. Warum die falsche Diagnose? „Weil ich nicht über dieses Thema sprechen konnte.“

Der 22-Jährige, der bereits früher wegen Geschwindigkeitsübertretungen aufgefallen war, ist nicht nur wegen Totschlags, sondern auch wegen Nötigung und Beleidigung einer Frau im Straßenverkehr sowie wegen Tankbetrugs angeklagt. Den Tankbetrug in Höhe von 98,01 Euro bestritt er. Dass er die Autofahrerin mit einem Wagen bedrängt, geschnitten, auf dem Standstreifen überholt und schließlich beleidigt hat, räumte er dagegen über seinen Anwalt ein.

dpa

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