27 000 Raucher hörten mit Bundeskampagne auf

Berlin - Zum Weltnichtrauchertag an diesem Samstag hat die Bundesregierung eine positive Bilanz ihrer Kampagne «Rauchfrei 2008» gezogen. Rund 27 200 Raucher hätten zum Start vor einem Monat zeitgleich aufgehört, berichtete die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) am Freitag in Berlin.

Die Präventionsexpertin des Deutschen Krebsforschungszentrums, Martina Pötschke-Langer, sagte, angesichts von noch knapp 20 Millionen Rauchern in Deutschland seien weitere Kampagnen nötig. «Es geht darum, die Lebenserwartung in der Bevölkerung zu erhöhen.» Raucher lebten im Schnitt sieben bis zehn Jahre kürzer.

Mit der vom Bund unterstützten Aktion animierten das Krebsforschungszentrum und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Menschen unter anderem via Internet zum Aufhören und gaben weitere Ratschläge und Hilfen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sagte, insgesamt hätten in den offiziellen Wettbewerben der vergangenen Jahre mehr als 270 000 Raucher aufgehört. Rund 30 Prozent von ihnen ließen auch nach einem Jahr ihre Finger vom Tabak, sagte Bätzing. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale, erläuterte: «Nur wer informiert und überzeugt ist, hört auf.»

Bätzing zeigte sich zuversichtlich über die Wirkung der jüngsten Rauchverbote in der Gastronomie. Nach Inkrafttreten hätten 15 Prozent der Raucher aufgehört und 16 Prozent ihr Rauchen eingeschränkt, sagte sie unter Berufung auf eine Forsa-Umfrage. Die Gastronomie habe seither im ersten Quartal eine positive Umsatzentwicklung verzeichnet. Pläne der EU-Kommission von Warn-Fotos auf Zigarettenpackungen unterstütze sie, sagte die Drogenbeauftragte.

Der Ärzteverband Marburger Bund forderte einen bundeseinheitlichen Nichtraucherschutz. «Gesundheitsschutz muss sich am Menschen und nicht an Landesgrenzen orientieren», sagte der Vorsitzende Rudolf Henke. Den Beschäftigten der Gastronomie werde der Arbeitsschutz durch vielfältige Einzelregelungen auf Landesebene nicht garantiert.

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