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Hier flüchtete John O'Brien (83) als erste Geisel aus dem Café in Sydney.

Neue Infos zum Geisel-Drama

Sydney: Dieser 83-Jährige entkam als Erster

Sydney - Nach der dramatischen Geiselnahme in Sydney gibt es weitere Details über die Flucht von Geiseln. Premierminister Tony Abbott verspricht indes transparente Aufklärung.

Nach dem Geiseldrama in einem Café in Sydney hat der australische Premierminister Tony Abbott am Mittwoch eine transparente Untersuchung der Tat versprochen. Es werde einen Bericht zu den Umständen der mutmaßlich islamistisch motivierten Geiselnahme geben, der "für Jeden" zugänglich sein müsse, sagte Abbott dem Radiosender ABC. In Sydney wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht, hunderte zusätzliche Polizisten waren im Einsatz.

Der Geiselnehmer war der Polizei des Staates New South Wales sowie der Bundespolizei und den Sicherheitsdiensten bekannt, stand aber trotzdem nicht unter konkreter Beobachtung. "Wir möchten wissen, weshalb er nicht beobachtet wurde", sagte Abbott über den 50-jährigen Bewaffneten. Das Sicherheitssystem sei mit dem Mann ganz offenbar nicht "angemessen umgegangen". Daran bestehe kein Zweifel und das sei der Grund dafür, weshalb Lehren aus der Geiselnahme gezogen werden müssten.

Abbott versprach, die australische Bevölkerung bei der Untersuchung einzubeziehen. Die Öffentlichkeit werde "Zugang" zu ihm selbst und zur Regierung haben, sagte er. Der Geiselnehmer, ein Iraner namens Man Haron Monis, war mehrfach vorbestraft und als Verdächtiger nach der Ermordung seiner Exfrau nur auf Kaution frei.

83-Jähriger konnte als Erster fliehen

Ein 83 Jahre alter Mann hat eine Unaufmerksamkeit des Geiselnehmers von Sydney zur Flucht genutzt. John O'Brien berichtete am Mittwoch über die Stunden in der Gewalt des Geiselnehmers. Der Täter, Man Haron Monis, habe ihn auf den Boden geordert, aber er habe sich unter Verweis auf sein Alter geweigert, sagte O'Brien.

Nach sechs Stunden habe er einen Moment genutzt, als der Geiselnehmer mit anderen Gefangenen beschäftigt war: er drückte einen Knopf auf dem Boden, der die Tür des Cafés entriegelte, und rannte hinaus. „Ich war in meinem Leben noch nie so erleichtert wie in dem Moment, als ich um die Ecke lief und die Polizei sah“, berichtete er. Ein zweiter Mann nutzte die Fluchtchance. Während der Geiselnehmer zur Tür rannte, um sie wieder abzuriegeln, schaffte es eine dritte Geisel aus dem Hintereingang des Cafés. Zwei weiteren Geiseln gelang kurz darauf die Flucht.

Die Polizei stürmte das Café nach 16 Stunden, als sie Schüsse hörte. Zwei Geiseln kamen ums Leben, ebenso der Geiselnehmer.

Sydney am Tag nach dem Geiseldrama

Sydney am Tag nach dem Geiseldrama

dpa/AFP

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