Naturspektakel im Atlantik

Satellit sagt Natur-Katastrophe voraus: Riesiger Eisberg steuert auf Insel zu - „massive Konsequenzen“

  • Franziska Schwarz
    vonFranziska Schwarz
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Der „A68a“ ist ein Naturspektakel - das zur Naturkatastrophe werden könnte. Ein Experte zeichnet ein unerfreuliches Szenario, das zehn Jahre andauern könnte.

  • Ein Eisberg driftet aktuell auf die Inselgruppe Südgeorgien im Atlantik zu.
  • „A68a“, wie die Eismasse genannt wird, misst etwa 4200 Quadratkilometer.
  • Für die Tierwelt in der Region wäre ein Aufprall verheerend.

Cambridge - Die Geschichte von „A68a“ beginnt Mitte 2017. Damals löste sich der auf diesen Namen getaufte Eisberg aus dem antarktischen Eis - und fasziniert seither nicht nur Polarforscher. „Spektakulär“ nannte ihn etwa Experte Andrew Fleming im Gespräch mit der BBC, angesichts der Größenordnung. Knapp 4200 Quadratkilometer Fläche misst der Eisberg. Jetzt gibt es erste Fotos vom Eisberg A68a (Dezember 2020). Noch ist unklar, was passiert.

Doch nun steuert das Monstrum auf die Inselgruppe Südgeorgien zu (etwa 1400 Kilometer östlich der argentinischen Küste) zu - und könnte zahlreiche Pinguine und Seehunde gefährden. Nur noch ein paar Hundert Kilometer ist der Eisberg dem BBC-Bericht zufolge entfernt.

Riesen-Eisberg bedroht Pinguine und Seehunde - Experte glaubt an Beeinträchtigungen für ein Jahrzehnt

„Ein auflaufender Eisberg hätte massive Konsequenzen für die dortige Tierwelt“, sagte Professor Geraint Tarler vom britischen Polarforschungsprogramms „British Antarctic Survey“ (BAS) dem Sender. „Wenn Tiere wie Pinguine oder Seehunde gerade brüten oder ihre Jungen großziehen, kommt es auf die Strecke an, die sie zurücklegen müssen, um Futter zu finden.“ Ein Eisberg würde es den Spezies massiv erschweren, an Fisch oder Krille zu gelangen.

Zwar könne sich ein Ökosystem von so einem Vorfall erholen. Doch Tarling hält es für möglich, dass der Eisberg sich für bis zu zehn Jahre in eine der Inseln verhaken könnte. „Das würde nicht nur Flora von Fauna, sondern auch das Wirtschaftssystem Südgeorgiens beeinträchtigen.“

Eisberg „A68a“: Erinnerungen an Küsten-Katastrophe von 2004 werden wach

Zudem stehe außer Frage, dass allein der Aufprall des Eisbergs schon verheerend wäre: Alle Lebewesen auf dem dortigen Meeresgrund würde er vernichten. Als der Eisberg „A38“ im Jahr 2004 vor der südgeorgianischen Küste aufkam, lagen anschließend dort an den Stränden „unzählige“ ums Leben gekommen Pinguine und Seehunde, so die BBC. (frs) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © Projectmidas/NASA/dpa

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