In Frankfurter Klinikum

Zwei Becher Wasser getrunken - Irrer Rechsstreit

Kaum zu glauben, mit was sich Gerichte alles beschäftigen müssen. In Frankfurt hat ein Mann zwei Becher aus einem Wasserspender getrunken. Jetzt ist das ein Fall für einen Richter.

Frankfurt - Ein verrückter Fall sorgt im Arbeitsgericht Frankfurt für Aufregung. 

Es geht um die einfache Frage, ob es einem Krankenhaus-Mitarbeiter gestattet ist, aus einem Wasserspender für Patienten zu trinken.

Wie bild.de berichtet, handelt es sich um den 47-jährigen Metin K., der seit 1995 als Techniker in einem Frankfurter Klinikum arbeitet. 

Der zu 30 Prozent Schwerbehinderte bekommt während seines Diensts im Dezember starke Kopfschmerzen. Um weiter arbeiten zu können nimmt er eine Schmerztablette und schluckt sie mit einem Becher Wasser aus einem Spender im Wartebereich der HNO-Ambulanz runter. 

Das sorgt bei einer ehemaligen Mitarbeiterin für große Empörung, sie meint, dass nur Patienten das Wasser trinken dürften. Der Rechtsstreit beginnt.

K. ist empört: „Ich war perplex, ist doch lächerlich“, schreibt die Bild. Erst bekommt er eine Ladung zur Anhörung, dann folgt eine Abmahnung, weil er sich gegenüber der Kollegin angeblich aggressiv und respektlos verhalten habe.

Ein Schild an dem Wasserspender soll die Wasserentnahme für Mitarbeiter zudem untersagt haben. Es handle sich sogar um zwei Becher Wasser. 

„Ich war nicht aggressiv, und ein Schild stand dort auch nicht“, rechtfertigt sich der 47-Jährige und bringt den Fall vors Arbeitsgericht.

Der erste Gerichtstermin brachte keine Einigung, die Personalabteilung nahm jedoch die Abmahnung wegen eines „aggressiven und respektlosen Tons“ zurück, so bild.de.

Allerdings bekommt K. eine neue Abmahnung wegen des Wassers, es folgt ein neuer Gerichtstermin. Die Klinik will nicht nachgeben, die Anwältin besteht darauf, dass die Wasserentnahme für den Arbeiter verboten war. Sie wirft ihm sogar vor, dass er den Arbeitgeber mobbe und sich jahrelang nur beschweren würde. 

Viele fragen sich wohl, ob dieser Rechtsstreit nicht ein wenig überzogen ist. Schließlich könnte es auch sein, dass die seit Jahren defizitäre Klinik auf diese Art einfach Mitarbeiter los werden will.

Eine Klinik-Sprecherin äußert sich dazu: „Es handelt sich bei dem von Ihnen geschilderten Fall um einen individuellen, besonders gelagerten Einzelfall, der in keinem Zusammenhang mit betrieblichen Entwicklungen des Klinikums steht. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns im Rahmen laufender Verfahren jedoch nicht vertiefend äußern“, so berichtet die Bild.

Die Verhandlung geht im Dezember weiter. 

sdr

Rubriklistenbild: © Privat

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