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249 Gymnasiasten legen derzeit in Icking, Geretsried und Wolfratshausen-Waldram ihre Abiturprüfungen ab. Am heutigen Dienstag steht das dritte Abi-Fach auf der Tagesordnung.

Schüler im Schluss-Spurt

Abiturprüfungen und S-Bahn-Streik – geht das gut?

Bad Tölz-Wolfratshausen – Knapp 250 Gymnasiasten sind im Nordlandkreis momentan auf der Zielgeraden: Sie legen die Abiturprüfungen ab. Im Juni ist der Spuk vorbei.

Mit Kopfrechnen und dem Einmaleins hat die Lernerei in der Grundschule begonnen, nun nimmt sie für zahlreiche Schüler der Q12 mit den Werken von Goethe und komplizierten algebraischen Gleichungen vorerst ein Ende: 78 junge Frauen und Männer am Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium in Icking, 119 Schüler am Geretsrieder Gymnasium und 52 Kandidaten am Gymnasium und Kolleg St. Matthias in Waldram legen seit Mittwoch die Abiturprüfungen ab. Bayernweit sind es rund 39 000 Schüler, schreibt das Kultusministerium in einer Pressemitteilung.

Hans Härtl: Schulleiter des Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums

Los ging es am Freitag vergangener Woche mit dem Pflichtfach Deutsch, am Dienstag folgt die zweite schriftliche Klausur: das dritte Abiturfach. Das durften die Schüler teilweise frei wählen. Zur Auswahl standen beispielsweise die Fächer Englisch, Latein, Physik und Erdkunde, aber auch Musik und Sport. Am kommenden Freitag, 8. Mai, legen alle Prüflinge gemeinsam dann das Mathematik-Abitur ab.

Streik beeinträchtigt Abiprüfungen

Der erneute Streik der Lokführer kommt zur Unzeit: Ausgerechnet in der Woche der beiden schriftlichen Abiturprüfungen stehen die meisten S-Bahnen still. „Das ist eine komplizierte Situation“, sagt Dr. Ludwig Unger, Pressesprecher des Bayerischen Kultusministeriums, auf Nachfrage. Im Nordlandkreis betroffen von dem Bahnstreik ist besonders das Ickinger Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium. Viele Schüler nutzen die S-Bahn, um die Schule zu erreichen. Laut Schulleiter Hans Härtl ist grundsätzlich „jeder Schüler selbst verantwortlich“, dass er zum Prüfungsbeginn am heutigen Dienstagmorgen pünktlich an der Schule ist. Bei vorherigen Streiks sei man „ganz gut zurecht gekommen. „Wir schauen uns die Zeiten des Schienenersatzverkehrs an und können beim normalen Unterricht flexibel reagieren.“ Bei den Abiprüfungen ist das schwieriger: Die Start- und Endzeiten sind bayernweit einheitlich vorgegeben. Ausnahmen gibt es nur im Einzelfall. „Verkehrstechnische Probleme sind genau so ein Einzelfall“, sagt Ministeriumssprecher Unger. „Der Streik darf nicht zu Lasten der Schüler gehen.“ Sollten bei der Fahrt zum Gymnasium nachweislich Probleme auftreten, gebe es einen Handlungsspielraum. Betroffene Schüler könnten im schlimmsten Fall den Nachholtermin der jeweiligen Prüfung wahrnehmen, so Unger. (dor)

„Wir haben die Schüler bestmöglich vorbereitet. Jetzt sind sie auf sich allein gestellt“, sagt Ickings Schulleiter Hans Härtl. Geprüft wird wie in den vergangenen Jahren in der alten Aula, den Kunstsälen und der Turnhalle. Sind die Hallensegmente belegt, falle für die anderen Schüler der Sportunterricht ausnahmsweise aus. Der Streik der Bahn hat auf den zeitlichen Ablauf der Abiprüfungen vermutlich keine Auswirkungen (siehe Kasten).

Damit auf dem Abiturzeugnis die Traumnote 1,0 steht, sind konstant gute Leistungen erforderlich. Die Abschlussprüfungen selbst machen nur einen Teil des Endresultats aus. In Icking schaut es so aus, als ob der eine oder andere Schüler die 1,0 auf seinem Abizeugnis stehen haben wird. Härtl: „Das ist noch drin.“

Ähnlich sieht es am Geretsrieder Gymnasium aus. Für zwei Schüler ist die Traumnote rechnerisch noch möglich, berichtet Bettina Baumgartner vom Oberstufen-Sekretariat. Für zwei andere Schüler sei genau das Gegenteil eingetreten: Sie sind wegen mangelhafter Leistungen in der Oberstufe nicht zu den Abiturprüfungen zugelassen worden. Verteilt werden die Aufgabenbögen am Geretsrieder Gymnasium laut Baumgartner wieder im Oberstufentrakt im nördlichen Teil des Schulgebäudes. „Das hat sich super bewährt, da ist es sehr ruhig.“

Den Abschluss des Prüfungsmarathons bildet das Kolloquium: Die beiden mündlichen Prüfungen finden in der Zeit von 18. bis 22. Mai sowie 8. bis 12. Juni statt. Dort haben die Schüler ebenfalls vorab nach bestimmten Regeln selbst bestimmt, welche Fächer abgefragt werden. Alle fünf Noten ergeben verrechnet mit den Leistungen aus der 11. und 12. Klasse die Abiturnote. Liegt die Gesamtleistung zwischen 1,0 und 4,0, gilt das Abitur grundsätzlich als bestanden. Bayernweit einheitlich geben die Oberstufenkoordinatoren am Freitag, 12. Juni, die Ergebnisse bekannt. Die Zeugnisse werden genau zwei Wochen später in einer feierlichen Veranstaltung verliehen. Damit endet die Schulzeit – nach zwölf Jahren Schinderei.

Sebastian Dorn

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