Raketen-Transport

Flug MH17: Dieses Video soll Abschuss-Rätsel klären

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München - Ein neu aufgetauchtes Video fügt das Puzzle weiter zusammen. Seit Längerem rekonstruiert ein Recherchenetzwerk den Weg eines Lastwagens. Er soll die Rakete zum Abschussort gefahren haben.

Zwei Jahre ist es nun bald her und nach wie vor gibt es Journalisten, die nicht locker lassen. Sie verfolgen alle Wege und Fährten um endlich Klarheit zu schaffen. Wer hat am 17. Juli 2014 die Passagiermaschine von Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord über der Ostukraine abgeschossen?

Ein am 3. Mai 2016 auf Youtube aufgetauchtes Video mit dem Titel "Buk" soll diese Frage beantworten können. Es ist etwas über eine Minute lang, wurde allerdings erst einige Tage später vom Recherchenetzwerk "Bellingcat" entdeckt und untersucht. Die Quelle ist nach wie vor unbekannt. Doch das Video kann offenbar das Puzzle der Route des LKW's, der das Buk-Raketensystem zu dem Ort transportiert hat, von dem aus die malaysische Boing 777 abgeschossen wurde, zusammenfügen.

Das Video zeigt eine Autofahrt - offenbar am Morgen des 17. Juli 2014. Die im Auto installierte Kamera filmt laut Beschreibung den Verkehr in der Nähe der Stadt Makijiwka, also östlich von Donezk. Es ist ein Gebiet, das schon zu dieser Zeit von den Putin-nahen Kämpfern gehaltenen wurde. Nach etwa 47 Sekunden erscheint im Video ein weißer Lastwagen im Bild. Nach Angaben des Journalisten-Netzwerks hat der Laster ein Buk-Raketensysten und offenbar vier Raketen geladen, die von einem Tarnnetz bedeckt sind. Wenige Stunden später könnte eine davon 298 Menschen getötet haben.

Ein realistisches Szenario

Es sind Details am Äußeren des Fahrzeugs sowie Begleitfahrzeuge vor und hinter dem beladenen LKW, welche die Journalisten so sicher machen. "Bellingcat" zufolge ist dieser Konvoi schon in früheren Aufnahmen zu sehen. Den Schatten nach stammen die Aufnahmen vom späten Morgen, so die Untersucher. An einer Tankstelle angeschlagene Benzinpreise wiesen wiederum darauf hin, dass das Video tatsächlich vom Tag der Tat stammen könnte. Zeitlich also ein realistisches Szenario.

Damit ist zwar nichts bewiesen, doch ein weiteres Indiz, dass prorussische Seperatisten hinter der Tat stecken könnten. Selbst der offizielle Untersuchungsbericht hatte bereits festgestellt, dass die Maschine von einer russischen Buk-Rakete zum Absturz gebracht wurde. Als möglichen Abschussort bestimmten sie ein Gebiet, dass damals in der Hand der prorussischen Rebellen gewesen sein soll. Laut "Bellingcat"-Untersuchungen scheint es aber äußert unwahrscheinlich, dass die Aufständischen ein solch komplexes Raketensystem ohne direkte russische Unterstützung hätten bedienen können.

mke

Rubriklistenbild: © AFP

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