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Abstürze in Russland geben weiter Rätsel auf

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- Moskau - Auch mehr als 24 Stunden nach den mysteriösen Flugzeugabstürzen in Russland mit 89 Toten wird über die Ursachen weiter gerätselt. Während viele Experten Anschläge tschetschenischer Terroristen als wahrscheinlichste Absturzursache vermuten, wird dieser Verdacht von offizieller Seite heruntergespielt.

Die Ermittlungen konzentrierten sich auf eine Reihe möglicher Ursachen, berichtete Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow am Mittwochabend Präsident Wladimir Putin im Kreml. Neben Terroranschlägen komme auch menschliches oder technisches Versagen in Betracht. Aufklärung erhofft man sich von der Auswertung der Flugschreiber am heutigen Donnerstag.

Präsident Putin, der seinen Urlaub wegen der Abstürze unterbrochen hatte, rief am Mittwochabend in Moskau die Chefs der Sicherheitsministerien zu einer Krisensitzung zusammen. Dabei ordnete er an, die Sicherheitskontrollen auf Flughäfen unverzüglich dem Innenministerium zu übertragen.

«Bislang hat die Untersuchung der Flugzeugtrümmer keine Anzeichen für einen Terrorakt oder eine Explosion erbracht», hatte der Sprecher des Inlandsgeheimdienstes FSB, Sergej Ignattschenko, schon früh am Mittwochvormittag verkündet. Ein Pilotenfehler, technische Probleme oder schlechtes Flugbenzin könnten an dem Unglück schuld sein, sagte er.

Luftfahrtexperten bezeichneten es jedoch als wenig wahrscheinlich, dass technische Defekte an gleich zwei Flugzeugen, die kurz zuvor vom selben Flughafen gestartet waren, zum Absturz geführt haben könnten. Außerdem deute die Tatsache, dass die Trümmer der Flugzeuge weit verstreut niedergegangen seien, auf eine Explosion in der Luft hin, sagte ein westlicher Luftfahrt-Experte in Moskau. Auch die Gleichzeitigkeit der Unfälle deute auf absichtlich verursachte Abstürze hin, betonte er.

Die beiden Flugzeuge waren in der Nacht zum Mittwoch nach dem Start vom Moskauer Flughafen Domodedowo in Richtung Südrussland abgestürzt. Die größere Maschine, eine Tupolew-154, hatte nach Angaben der Fluggesellschaft Sibir kurz zuvor Entführungsalarm ausgelöst.

Tschetschenische Rebellen hatten vor der Präsidentenwahl am kommenden Sonntag (29. August) Anschläge angedroht. In Tschetschenien soll ein Nachfolger für den am 9. Mai ermordeten moskautreuen Präsidenten Achmat Kadyrow gewählt werden. Der Kreml will dabei den Kadyrow-Gefolgsmann und bisherigen tschetschenischen Innenminister Alu Alchanow als neues Oberhaupt der Teilrepublik durchsetzen.

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