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Einem Schweizer ist am Samstag die Flucht aus den Fängen muslimischer Extremisten der Abu Sayyaf gelungen. Er wurde in ein Militärkrankenhaus gebracht.

Schweizer entkommt Islamisten

Spektakuläre Flucht vor muslimischen Extremisten

Manila - Nach blutigem Kampf und dramatischer Flucht entkommt ein Schweizer skrupellosen Entführern auf den Philippinen. Sein Freund, ein Niederländer, schafft es nicht.

Nach fast drei Jahren als Geisel muslimischer Extremisten ist einem Schweizer auf den Philippinen am Samstag die Flucht gelungen. Der 49-jährige Vogelkundler nutzte nach Militärangaben eine Offensive der Armee gegen seine Peiniger in der Unruheregion im Süden des Landes. Er habe einem Bewacher eine Machete entrissen und ihn im anschließenden Handgemenge getötet.

„Er traf ihm am Hals“, sagte Militärsprecher Allan Arrojado. Eine Militärpatrouille fand den Mann wenig später im Dschungel auf der Insel Jolo und brachte ihn in Sicherheit. Ein gleichzeitig mit dem Schweizer 2012 entführter Niederländer, ebenfalls ein Vogelkundler, war zur Flucht zu schwach.

Der Schweizer wurde von der Terrorgruppe Abu Sayyaf festgehalten. Beim Angriff auf die Rebellen auf Jolo rund 1000 Kilometer südlich Manilas seien fünf Abu Sayyaf-Mitglieder getötet worden, hieß es.

Am Sonntag griff das Militär erneut Abu Sayyaf-Stellungen an. Die Extremisten sollten damit zur Freilassung des Niederländers und anderer Geiseln getrieben werden, sagte ein Militärsprecher. Der Schweizer habe berichtigt, dass die Extremisten dort sechs weitere Geiseln in ihrer Gewalt hätten.

Deutlich geschwächt und mit einer Infusion im Arm wurde der Schweizer noch am Samstag aus Jolo in die Hauptstadt Manila geflogen. Der Schweizer Botschafter Ivo Sieber begrüßte ihn auf einem Militärstützpunkt. Der Schweizer Bundespräsident Didier Burkhalter telefonierte mit dem Geretteten, wie das Außenministerium in Bern mitteilte. Es gehe der Ex-Geisel den Umständen entsprechend gut.

Über das Schicksal des Niederländers wurde nichts bekannt. Die beiden Vogelkundler waren bei ihrer Entführung auf der Suche nach seltenen Vögeln auf der nahe gelegenen Insel Tawi-Tawi unterwegs gewesen. In der Region im Süden der Philippinen sind seit Jahren muslimische Rebellen aktiv.

Abu Sayyaf kämpft nach eigenen Angaben für mehr Autonomie von den überwiegend katholischen Philippinen. Armee und Polizei sprechen aber von skrupellosen Banditen. Die Rebellen finanzieren ihren Kampf mit der Erpressung von Lösegeld. Ausländer sind besonders gefährdet.

Im Oktober hatten die Separatisten zwei deutsche Segler freigelassen, die sie im Frühjahr verschleppt hatten. Sie drohten in Video mit der Enthauptung einer der Geiseln. Nach Angaben der Entführer wurde für sie eine Millionensumme gezahlt. Das Auswärtige Amt hatte eine mögliche Lösegeldzahlung nicht kommentiert. In den Händen von Abu Sayyaf waren noch mindestens vier Chinesen, zwei Malaysier, ein Japaner, sowie fünf Philippiner.

dpa

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