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Der Polizeichef von Ferguson, Thomas Jackson, veröffentlichte heute den Namen des Polizisten, der den 18-jährigen Schwarzen erschossen hatte.

Friedliche Proteste

Abzug der örtlichen Polizei in Ferguson

Ferguson - Während sich die Lage nach Abzug der örtlichen Polizei in Ferguson langsam entspannt, hat die US-Polizei den Namen des Beamten genannt, der dort einen 18-jährigen Schwarzen erschoss.

Es handle sich um Darren Wilson, einen Beamten mit sechsjähriger Berufserfahrung, sagte der Polizeichef von Ferguson, Thomas Jackson, am Freitag vor Journalisten. Der Polizist habe zuvor niemals gegen die Disziplinarregeln verstoßen. Die Polizei hatte Wilsons Namen tagelang unter Verschluss gehalten, was ihr Kritik von mehreren Seiten einbrachte.

Laut Jackson hatte sich der Beamte nach einem versuchten Ladendiebstahl durch den 18-jährigen Michael Brown zum Tatort begeben. Brown hatte dem Polizeichef zufolge versucht, in einem Geschäft mehrere Päckchen Zigarillos zu stehlen und habe sich "aggressiv" verhalten, bevor er erschossen wurde. Wilson sei bei einer Auseinandersetzung mit Brown verletzt worden. Ein Augenzeuge hatte dagegen einen anderen Tathergang geschildert: Brown sei auf dem Weg zu seiner Großmutter gewesen. Als auf ihn geschossen worden sei, habe er die Hände in die Höhe gehalten. Brown sei unbewaffnet gewesen.

Die örtliche Polizei und die US-Bundespolizei FBI haben Ermittlungen eingeleitet. Das US-Justizministerium ermittelt in einem getrennten Verfahren.

Polizeichef: Zu hart gegen Demonstranten vorgegangen

Die Kleinstadt im US-Bundesstaat Missouri glich tagelang einer belagerten Festung. In dem Vorort von Saint Louis war es während fünf aufeinander folgender Nächte zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Scharfschützen in Tarnuniform schüchterten von gepanzerten Militärfahrzeugen aus mit ihren M4-Sturmgewehren unbewaffnete Demonstranten ein.

Anwohner Fergusons hatten in der Nacht zum Freitag erneut protestiert und eine umfassende Aufklärung des Falls gefordert. Laut Berichten von US-Medien blieb es dabei friedlich.

Zuletzt wurden die militärisch hochgerüsteten örtlichen Polizeikräfte abgezogen und durch Polizisten des Bundesstaates ersetzt. Auch dass jetzt der Name des Todesschützen genannt wurde, ist Teil der staatlicherseits verfolgten "Strategie der Deeskalation".

Fergusons Polizeichef Thomas Jackson gestand unterdessen ein, zu hart gegen die Demonstranten vorgegangen zu sein. „Ich gebe zu, dass ich Fehler gemacht habe“, sagte er im CNN-Interview am Freitag. Er stellte aber auch klar, dass bei den Einsätzen mit Gummigeschossen, Tränengas und Rauchbomben kein Protestler verletzt worden sei. Das FBI hat eine Untersuchung angekündigt.

USA-weite Proteste mit erhobenen Händen

In zahlreichen anderen Städten der USA gingen die Menschen auf die Straße, um dem getöteten Michael Brown ihre Solidarität zu zeigen und sich gegen Polizeigewalt zu wenden, darunter in New York, Detroit, Chicago, Orlando und Los Angeles. Zum gemeinsamen Erkennungszeichen wurden die erhobenen Hände der Demonstranten, die darauf anspielten, dass auch der erschossene Brown die Hände vor seinem Tod gehoben haben soll. Auf Twitter machte ein Foto der Howard-Universität in Washington die Runde, auf der Hunderte Studenten mit erhobenen Händen zu sehen sind.

Unter dem Hashtag #NMOS14 wurde auf Twitter zu einer landesweiten Schweigeminute aufgerufen.

afp/dpa

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