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Majdanek

Acht Häftlings-Schuhe aus KZ-Museum gestohlen

Lublin  - Aus dem Museum im ehemaligen Konzentrationslager  Majdanek im Osten Polens sind acht Schuhe  früherer Häftlinge gestohlen worden.

"Das Verschwinden der Schuhe fiel einem Mitarbeiter am vergangenen Samstag bei einem der üblichen Kontrollgänge auf", teilte Museumssprecherin Agnieszka Kowalczyk-Nowak der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag mit. "Einer der Metalldrähte des Gitters, hinter dem in der Baracke 52 hunderte Schuhe aufbewahrt werden, wurde durchschnitten". Die Polizei habe Ermittlungen eingeleitet.

In der betroffenen Baracke werden laut Kowalczyk-Nowak "ausschließlich Schuhe ausgestellt, damit sich die Besucher eine Vorstellung vom Ausmaß der Nazi-Verbrechen machen können". In dem Gebäude befänden sich insgesamt mehrere tausend Schuhe von Nazi-Opfern, im gesamten Museum würden solcher 280.000 Schuhe aufbewahrt. "Wir interessieren uns nicht für das Motiv dieses Diebstahls. Aber es ist ein großer Verlust für das Museum, denn die Objekte haben einen bedeutenden historischen Wert", erklärte die Sprecherin.

In Majdanek rund nach Museumsangaben insgesamt 78.000 Häftlinge hingerichtet, in Gaskammern ermordet oder starben an Hunger, Krankheit oder Erschöpfung; 60.000 von ihnen waren Juden. Insgesamt 150.000 Menschen wurden in das Lager bei Lublin gebracht. Es wurde 1941 von den Nazis eingerichtet und 1944 von der Roten Armee befreit.

Im vergangenen Jahr wurde eine vor 20 Jahren gestohlene Gefangenenmütze an das Museum zurückgegeben, nachdem sie zuvor bei einer Versteigerung in den USA entdeckt worden war. Die Mütze wurde auf der Internet-Auktionsseite eBay zum Verkauf angeboten. Ein Antiquitätenhändler machte das polnische Kultusministerium darauf aufmerksam, woraufhin die Behörde die US-Bundespolizei FBI darum bat, das Kleidungsstück aus dem Verkauf nehmen zu lassen. Anschließend wurde die Mütze vom US-Botschafter in Warschau dem Ministerium übergeben.

Schon 1989 war das KZ Schauplatz eines spektakulären Diebstahls. Ein schwedischer Künstler entwendete damals die Asche von Opfern aus einem der Öfen im Krematorium. Im Dezember 2012 stellte Carl Michael von Hausswolff dann im südschwedischen Lund ein Gemälde aus, das er nach eigenen Angaben mit der damals gestohlenen Asche gemalt hatte. Die Ermittlungen wurden wegen Verjährung eingestellt.

AFP

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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