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Acht Tage nach dem schweren Erdbeben im Himalaya wurden vier Menschen lebend aus Trümmern geborgen.

Kleines Wunder in Nepal

101-Jähriger aus Trümmern geborgen

Kathmandu - Acht Tage nach dem verheerenden Himalaya-Erdbeben sind vier Menschen, darunter ein 101-Jähriger, lebend aus den Trümmern geborgen worden.

Mehr als eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal haben Rettungskräfte vier Überlebende aus den Trümmern geborgen. Helfer hätten einen 101-jährigen Mann und drei Frauen lebend gerettet, teilte die Polizei am Sonntag mit. Große Probleme gibt es weiterhin bei der Verteilung von Hilfsgütern. Die UNO zeigte sich "extrem beunruhigt" über Berichte, wonach Hilfslieferungen tagelang beim Zoll festhängen.

Der 101-jährige Funchu Tamang sei am Samstag aus den Trümmern seines Hauses im Bezirk Nuwakot nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu gerettet und in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Polizeisprecher. Größere Verletzungen habe er nicht erlitten. Drei Frauen wurden nach Polizeiangaben am Sonntag acht Tage nach dem Erdbeben im abgelegenen Bezirk Sindhupalchowk im Nordosten des Landes gerettet. Zwei von ihnen hatten demnach unter den Trümmern eines Hauses gelegen, die dritte war bei einem Erdrutsch verschüttet worden.

Zuletzt waren am Donnerstag zwei Überlebende aus den Trümmern eingestürzter Häuser in Kathmandu gerettet worden. Am Samstag hatte die nepalesische Regierung erklärt, sie rechne nicht damit, noch weitere Überlebende zu finden.

Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Samstag vor einer Woche weite Teile des Himalaya-Landes zerstört. Bis Sonntag stieg die Zahl der Todesopfer nach Behördenangaben auf mehr als 7040. Mehr als 14.000 Menschen wurden verletzt. Finanzminister Ram Sharan Mahat sagte, die Regierung rechne damit, dass die Opferzahl noch "viel höher" steigen werde. Es gebe "immer noch Dörfer, von denen wir wissen, dass alle Häuser zerstört wurden, die wir aber noch nicht erreichen konnten".

Die nepalesische Regierung war wegen der zögerlichen Hilfe für die Erdbebenopfer in die Kritik geraten. Der internationale Flughafen von Kathmandu ist völlig überlastet. Berichten zufolge wurden Hilfslieferungen außerdem nur stockend vom Zoll abgefertigt oder an der Grenze zu Indien gar abgewiesen.

UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos zeigte sich am Samstag in Kathmandu "extrem beunruhigt" über Berichte, wonach die Zollabfertigung am Flughafen äußerst schleppend verlaufe. Sie habe Nepals Regierungschef Sushil Koirala daran erinnert, dass Nepal im Jahr 2007 ein Abkommen mit der UNO unterzeichnet hatte, um im Katastrophenfall Hilfslieferungen beschleunigt abzufertigen. Koirala habe ihr "versichert, dass das passiert", sagte Amos. Sie hoffe nun auf eine "Verbesserung bei diesen Verwaltungsproblemen".

Die Zollabfertigung ist am Flughafen aber nicht das einzige Problem: Wegen möglicher Erdbebenschäden wurde die Start- und Landebahn für große Flugzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 196 Tonnen gesperrt, wie der Flughafenmanager Birendra Prasad Shrestha sagte. Es gebe zwar keine "sichtbaren Risse", aber möglicherweise Schäden unter der Oberfläche.

Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, appellierte an die EU-Staaten, ihre Unterstützung für die Menschen in Nepal zu verstärken. "Es besteht dringender Handlungsbedarf, die Situation vor Ort ist schrecklich", sagte er der Zeitung "Die Welt". Stylianides kündigte weitere Hilfen der EU-Kommission an, nannte aber keine konkreten Zahlen.

afp

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