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Die Polizei hat in einem Anwesen in Wallenfels sterbliche Überreste von Säuglingen gefunden.

Prozessbeginn im Juli

Acht tote Babys in Wallenfels - Eltern müssen vor Gericht

Coburg/Wallenfels - Acht Babyleichen in einem Haus. Und das, weil die Eltern offenbar ohne weitere Einschränkungen leben wollten. Sie werden nun angeklagt.

Neun Monate nach dem Fund von acht Babyleichen in Oberfranken müssen die Eltern der Kinder vor Gericht - wegen Mordes und Beihilfe zum Mord. Der Prozess gegen die Mutter und den Vater soll am 12. Juli beginnen, wie das Landgericht Coburg am Montag mitteilte. „Es wird ein außergewöhnlicher Prozess, wegen der vielen toten Kinder“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Behörde wirft der Mutter vor, vier der Babys vorsätzlich umgebracht zu haben. Dem Vater legt sie zur Last, der Frau dabei Hilfe geleistet zu haben. Demnach wollten die Angeklagten ohne Einschränkung durch weitere Kinder leben. Die beiden, die sich vor dem Leichenfund getrennt hatten, haben noch drei gemeinsame Kinder.

Bei vier in einem Haus in Wallenfels (Landkreis Kronach) gefundenen Babyleichen konnte der Staatsanwaltschaft zufolge nicht geklärt werden, ob die Kinder nach der Geburt tatsächlich lebten und auch lebensfähig waren. Daher sind diese nicht Teil der Anklage.

Kein Haftbefehl gegen den Vater

Mitte November waren in dem Haus der Familie in der oberfränkischen Kleinstadt acht tote Babys entdeckt worden. Die sterblichen Überreste der Neugeborenen waren in Plastiktüten und Handtücher gewickelt und in einem Abstellraum versteckt. Wenig später wurde die Mutter gefasst, die sich mit ihrem neuen Lebensgefährten im nahen Kronach in einer Pension aufgehalten hatte. Sie räumte laut Polizei ein, mehrere Säuglinge lebend zur Welt gebracht und anschließend getötet zu haben.

Die Frau sitzt weiter in Untersuchungshaft. Sie wurde inzwischen psychiatrisch begutachtet; das Ergebnis gibt die Staatsanwaltschaft zunächst nicht bekannt. Gegen den Vater besteht kein Haftbefehl, da die Ermittler dafür die gesetzlichen Voraussetzungen nicht gesehen hatten. Für den Prozess sind zunächst fünf Verhandlungstermine vorgesehen, alle im Juli.

dpa

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