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Der Komet Lovejoy "(C/2013 R1)" aufgenommen am 26.11.2013 in Köln. Während der als "Jahrhundertkomet" angekündigte Komet "ISON (C/2012 S1)" bisher wegen der niedrigen Stellung über dem Horizont nur von wenigen Menschen in Deutschland gesehen werden konnte, ist "Lovejoy" mit einem Feldstecher und an besonders dunklen Orten auch mit bloßen Auge einfach zu finden.

"ISON" droht zu verdampfen

Übersteht der Adventskomet den Sonnenflug?

Berlin - Am Donnerstagabend soll der Adventskomet Ison an der Sonne vorbeirasen. Was dann passiert, ist ungewiss. Forscher gehen davon aus, dass er dabei zerbersten kann.

Der Schweifstern raste am Vormittag weiter auf unser Zentralgestirn zu und steigerte dabei seine Helligkeit beträchtlich, wie im Internet veröffentlichte Bilder der Sonnensonde SOHO belegten. Am Donnerstag um kurz vor 20.00 Uhr sollte ISON seinen sonnennächsten Punkt erreichen. Es gebe für Laien zunächst jedoch keine Chance, den Schweifstern zu beobachten, sagte eine Sprecherin des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) im niedersächsischen Katlenburg-Lindau. Von der Erde aus sei er weder mit bloßem Auge noch mit gewöhnlichen Hilfsmitteln zu sehen.

Als völlig offen galt in Wissenschaftlerkreisen, ob der Komet seine extreme Annäherung an die Sonne übersteht oder aber womöglich verdampft.

Auf den ersten SOHO-Bildern vom Donnerstag scheine ISON "noch intakt zu sein", sagte Ekkehard Kührt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Mittag der Nachrichtenagentur AFP. Der Wissenschaftler vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betonte allerdings, dass eine mögliche Auflösung des Kometenkerns auf den Bildern erst mit einer kurzen Zeitverzögerung erkennbar wäre. "Es besteht die Hoffnung, dass er noch als Komet existiert."

ISON sollte sich der Sonne am Donnerstagabend bis auf einen Sonnendurchmesser nähern. In astronomischen Maßstäben streift er damit den Glutofen im Zentrum des Sonnensystems. Sollte der Schweifstern seine Sonnenumrundung überstehen, dürfte er im Dezember ein prächtiges Schauspiel am Himmel bieten.

Dem DLR-Wissenschaftler Kührt zufolge ist der Komet bei seiner Sonnenpassage vor allem zwei Kräften ausgesetzt. "Zum einen könnten die Gezeitenkräfte der Sonne den Kometen zerreißen", sagte der Kometen- und Asteroidenexperte. Hinzu komme die "unglaubliche Hitze" in Sonnennähe, durch die ISONs Oberfläche bei der größten Annäherung an die Sonne auf mehr als 2000 Grad Celsius aufgeheizt werde. Dadurch werde der Komet "deutlich an Substanz verlieren".

Wie die anderen Kometen besteht ISON größtenteils aus gefrorenem Wasser und tiefgekühlten Gasen. Kometen gelten als Überbleibsel aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Wenn diese Brocken sich auf ihrer Reise durchs All der Sonne nähern, bilden sie oft Gas- und Staubschweife aus, die stets von der Sonne wegweisen.

AFP

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