Fernsehsender-Mitarbeiter

Ägypten will 20 Journalisten anklagen

Kairo - Weil sie parteiisch und einseitig berichtet haben sollen, will Ägypten 20 Journalisten vor Gericht stellen. Darunter sind auch zwei Briten, ein Australier und ein Niederländer.

In Ägypten soll 20 Journalisten des Fernsehsenders Al-Dschasira der Prozess gemacht werden, darunter auch vier Ausländer. 16 Ägypter wurden wegen Mitgliedschaft in einer "Terrororganisation" angeklagt, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Außerdem wird ihnen vorgeworfen, der "nationalen Einheit und dem sozialen Frieden" geschadet zu haben.

Den vier Ausländern - zwei Briten, ein Australier und ein Niederländer - wirft die Staatsanwaltschaft vor, mit den angeklagten Ägyptern zusammengearbeitet zu haben. Sie hätten ihre ägyptischen Kollegen "mit Geld, Ausrüstung und Informationen" versorgt. Außerdem hätten sie "falsche Nachrichten" gesendet, um den Rest der Welt davon zu überzeugen, dass in Ägypten ein "Bürgerkrieg" herrsche.

Namen der Inhaftierten nicht bekanntgegeben

Von den 20 Angeklagten sitzen den Angaben zufolge acht in Haft. Die Namen der Inhaftierten gaben die ägyptischen Behörden nicht bekannt.

Ende Dezember waren in Kairo drei Al-Dschasira-Journalisten festgenommen worden: der Australier Peter Greste, der Ägypter Baher Mohammed und der Kairoer Büroleiter Mohamed Adel Fahmy, der außer der ägyptischen auch die kanadische Staatsbürgerschaft hat. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen nach ihrer Festnahme vor, Verbindungen zur inzwischen verbotenen Muslimbruderschaft unterhalten zu haben.

"Einseitig und parteiisch berichtet"

Die Muslimbruderschaft, aus der auch der im Juli vom Militär gestürzte Staatschef Mohammed Mursi hervorgegangen war, war Ende Dezember von der ägyptischen Übergangsregierung als Terrororganisation eingestuft worden. Seitdem sind die Mitgliedschaft in der Bewegung und sogar der Besitz ihrer Publikationen strafbar.

Die ägyptischen Behörden werfen Al-Dschasira vor, einseitig und parteiisch über die Proteste von Mursi-Anhängern und die gewaltsame Räumung ihrer Protestlager im August berichtet zu haben, bei der hunderte Menschen getötet worden waren. Das Golfemirat Katar, das Al-Dschasira finanziert, hatte Mursi unterstützt und im Gegensatz zu den anderen Golfmonarchien seine Absetzung durch das Militär scharf verurteilt.

afp

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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