Ältestes Schwangeren-Fossil der Welt entdeckt

London/Melbourne - Australische Forscher haben das 380 Millionen Jahre alte Fossil eines schwangeren Fischs ausgegraben. Die versteinerten Überreste der werdenden Fischmutter und ihres Embryos mit erhaltener Nabelschnur sind der weltweit älteste Beleg für eine Schwangerschaft im Tierreich.

Das schreiben die Wissenschaftler im britischen Fachjournal «Nature». Das etwa 25 Zentimeter lange Fossil gehört zu einer zuvor unbekannten Art der heute ausgestorbenen Panzerfische (Placodermi) und wurde zu Ehren des britischen Naturforschers Sir David Attenborough Materpiscis attenboroughi getauft.

«Diese Entdeckung ist sicherlich einer der außergewöhnlichsten Fossilienfunde, die je gemacht wurden», jubelte Forschungsleiter John Long vom Museum Victoria in Melbourne. «Es ist nicht nur der erste Fund eines fossilen Embryos mit einer Nabelschnur, sondern auch das älteste bekannte Beispiel irgendeiner Kreatur, die lebende Junge gebärt.»

Mutter und Junges sind laut «Nature» im Moment der Geburt erhalten. Long wertete den Fund als frühesten Beleg für Sex bei den Wirbeltieren. Er zeige, dass die Fortpflanzung der Panzerfische bereits weiter entwickelt war als gedacht. «Diese Entdeckung verändert unser Bild von der Evolution der Wirbeltiere.»

Die Gruppe um Long war in der westaustralischen Gogo-Formation aus dem Erdzeitalter des späten Devon auf das Fossil gestoßen. Zuvor waren die ältesten Belege für Lebendgeburten rund 200 Millionen Jahre alt. Namenspate Attenborough hatte Ende der 1970er Jahre die Aufmerksamkeit auf die Gogo-Region als Fundgrube für Beispiele der Fischevolution gezogen. Der Naturforscher bedankte sich in einem Schreiben überschwänglich für die Ehre: «Ich fühle mich extrem geschmeichelt, dass Sie meinen Namen solch einer erstaunlichen Kreatur geben.»

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