Ärzte kassieren für Tote

- Oldenburg - Einem Ärzteskandal mit fingierten Behandlungen von Toten ist die AOK Niedersachsen auf der Spur. Mehrere Dutzend Ärzte stünden im Verdacht, Leistungen für Patienten abgerechnet zu haben, die bereits gestorben waren, sagte ein AOK-Sprecher. Er bestätigte damit einen Bericht des NDR-Fernsehmagazins "Panorama". Die Kasse habe bereits zwölf Strafanzeigen erstattet. Gegen einen Arzt aus Wilhelmshaven ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg bereits seit 2002.

<P>Der Mediziner soll in großem Umfang Behandlungen erfunden haben - rund ein Viertel aller Leistungen allein im letzten Quartal 2002. Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft nutzte er dazu ein mobiles Lesegerät für Patienten-Chipkarten. Es wird bei Hausbesuchen und Notfalleinsätzen verwendet. Die einmal darin gespeicherten Daten habe der Arzt dann wiederholt für fiktive Behandlungen in seinen Praxis-Computer überspielt. Den damit verursachten Schaden schätzt die Staatsanwaltschaft auf rund 22 000 Euro.</P><P>Nach den Angaben von Altmann hatten Ermittler der AOK bei ihren Untersuchungen in Niedersachsen alle Arztabrechnungen für das vierte Quartal 2001 per Computer mit ihren Versichertenlisten verglichen. Dabei habe der Rechner in 140 Fällen ein "ungeklärtes Versichertenverhältnis" gemeldet. In einem Fall sei ein angeblich behandelter Patient bereits seit zweieinhalb Jahren tot gewesen. <BR></P>

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