+
Schwarze Mamba. Das Gegengift, das bei Schlangenbissen verabreicht wird, geht der Organisation Ärzte ohne Grenzen zufolge aus. Foto: Fredrik von Erichsen

Ärzte ohne Grenzen: Gegengift bei Schlangenbissen geht aus

Etwa fünf Millionen Menschen pro Jahr werden von Schlangen gebissen. Mindestens 100 000 sterben an dem Gift. Nun droht das Gegenmittel auszugehen.

Berlin (dpa) - Das wichtigste Gegengift, das bei Schlangenbissen verabreicht wird, geht der Organisation Ärzte ohne Grenzen zufolge aus.

"Im Bereich Schlangenbisse sind wir heute mit einer echten Krise konfrontiert", warnte der medizinische Sachverständige Gabriel Alcoba. Der Organisation zufolge erreichen die letzten Bestände des Medikamentes Fav-Afrique im Juni 2016 ihr Verfallsdatum.

Der Hersteller Sanofi Pasteur hat die Produktion nach eigenen Angaben eingestellt. Das Unternehmen begründet das unter anderem mit hohem Aufwand bei Produktion und Qualitätskontrolle. Man lote derzeit eine Partnerschaft mit einem anderen Hersteller aus, der die Entwicklung übernehmen könnte, hieß es.

Ärzte ohne Grenzen zufolge dürfte angesichts des langen Herstellungsprozesses ab Mitte 2016 dennoch mindestens zwei Jahre lang ein Ersatzprodukt für Fav-Afrique fehlen. Das Medikament wirkt gegen das Gift von zehn Schlangenarten - darunter Kobra und Mamba.

"In Afrika gibt es einige weitere Gegengifte, doch deren Wirksamkeit und Sicherheit wurden bislang nicht ausreichend nachgewiesen", erklärte die Hilfsorganisation.

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge werden jährlich etwa fünf Millionen Menschen von Schlangen gebissen - mindestens 100 000 sterben an dem Gift. Die meisten Fälle treten nach WHO-Angaben in Afrika, Asien und Lateinamerika auf.

WHO zu Schlangen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tote bei Busunglück in Peru
Arequipa (dpa) - Die Zahl der Todesopfer beim Busunglück im Süden Perus hat sich nach Medienberichten auf mehr als 40 erhöht. Das Innenministerium in Lima hatte zunächst …
Tote bei Busunglück in Peru
Schreckliches Unglück: Mindestens fünf Tote bei Erdrutsch in Indonesien
In Indonesien ereignete sich am Donnerstag ein schreckliches Unglück: Bei einem Erdrutsch wurden mindestens 5 Menschen getötet. Die Zahl der opfer könnte weiter …
Schreckliches Unglück: Mindestens fünf Tote bei Erdrutsch in Indonesien
17-Jährige will nur ihr Handy aufladen - und ist kurz darauf tot
Tragischer Unfall in Brasilien. Ein 17-jähriges Mädchen wurde am Sonntag leblos von ihren Verwandten aufgefunden. Die Kopfhörer in ihren Ohren waren geschmolzen.
17-Jährige will nur ihr Handy aufladen - und ist kurz darauf tot
Mann isst Fleisch, geht zum Arzt - der macht Horror-Entdeckung im Auge
Sam Cordero aus dem US-amerikanischen Tampa aß wie viele andere Amerikaner Schweinefleisch an Weihnachten. Mit schwerwiegenden Folgen.
Mann isst Fleisch, geht zum Arzt - der macht Horror-Entdeckung im Auge

Kommentare