Der Patient bekam sein Fett weg

"Tuberkulose am Penis" - Hohe Strafe für Läster-Ärztin

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Vienna - Eine Anästhesistin beschimpfte ihren Patienten während einer Darmspiegelung aufs Übelste und muss dafür nun richtig blechen. Vor Gericht gab es keine Widerrede.

Diese Lästerei ist für eine Ärztin richtig teuer geworden: Eine Anästhesistin beschimpfte ihren Patienten während einer Darmspiegelung aufs Übelste und muss dafür nun richtig blechen.

Dass Ärzte gerne mal Dampf ablassen, mag in Operationssälen nicht ungewöhnlich sein, allerdings vergaß der narkotisierte Mann, die Sprachaufnahme seines Smartphone auszuschalten. Das Mobiltelefon des Mannes war in seiner Hose, die sich direkt unter dem OP-Tisch befand, wie die Washington Post berichtet.

"Ich hätte dir am liebsten schon vorhin beim Beratungsgespräch ein paar Ohrfeigen gegeben und dich aufgemischt", sagte die 42-jährige Ärztin während der Behandlung. Als eine Assistentin den narkotisierten Patienten anfassen will, warnt sie, sie könnte sich von ihm Syphilis holen. Dann fügte sie hinzu: "Wahrscheinlich ist es Tuberkulose am Penis, also wird dir nichts passieren."

Der Grund, warum das Aufnahmegerät mitlief: Der Patient wollte sich die beim Gespräch vor der Operation genannten Tipps und Hinweise im Nachhinein nochmal anhören. Doch was ihm da zu Ohren kam, schockierte ihn zutiefst.

Denn die Schimpftirade der Ärztin ging weiter. Der Mann sei bestimmt "schwul", wobei sie habe schon Schwule gesehen, die mehr Männlichkeit besitzen als dieser Patient. Die Assistentin erzählte nämlich, dass dem Patienten übel geworden sei, als er zusah, wie ihm die Nadel in den Arm gestochen wurde. Der lapidare Kommentar der Anästhesistin: "Warum sieht er dann hin, der Idiot?"

Die Tonaufnahmen sorgten dafür, dass sich die Angeklagte im Gericht nicht verteidigte, weil die Beweislast zu erdrückend war. Allein das "Syphilis- und Tuberkulose"-Zitat bewertete der Richter als schändlich ein, dass er dafür einen Schadensersatzanspruch von fast 90.000 Dollar ansetze. Insgesamt bekommt der Patient 500.000 Dollar (rund 450.000 Euro) zugesprochen. Eine weitere Konsequenz: Die Ärztin quittierte ihren Dienst in der Klinik.

ms

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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