Ein Affe mit Chip im Gehirn steuert ein Computerspiel mit seinen Gedanken
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Elon Musks Firma Neurolink hat einem Affen einen Chip ins Gehirn gepflanzt, mit dem er Computerspiele steuern kann.

Wissenschaftliche Revolution

Affe mit Elon Musks Gehirnchip steuert Computerspiel nur mit seinen Gedanken

  • Sven Barthel
    vonSven Barthel
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Elon Musks Start-up Neuralink hat ein Video veröffentlicht, in dem ein Affe zu sehen ist, der mithilfe eines Gehirnchips ein Computerspiel steuern kann - offenbar nur mit seinen Gedanken.

San Francisco - Ein Affe, der vor einem Monitor sitzend per Gedankensteuerung ein Computerspiel spielt? Zwei mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Mikrochips, die dem Tier ins Gehirn gepflanzt wurden, machen es möglich. Die Szene ereignet sich nicht etwa in einem Science-Fiction-Film, sondern im Labor der Firma Neuralink. Einem Start-up von Tesla-Gründer Elon Musk, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Nutzung des menschlichen Hirns mittels KI-Implantaten zu erweitern. Das Unternehmen hat ein Video von dem Versuch mit dem Titel „Monkey MindPong“ auf YouTube veröffentlicht.

Darin zu sehen ist, wie der neun Jahre alte Makake, der auf den Namen „Pager“ hört, zuerst die Steuerung des Spiels mit einem Joystick durchführt und für jeden erzielten Treffer belohnt wird, indem er immer einen Schluck Bananensaft nehmen darf. Währenddessen misst das Chip-Implantat seine Hirnströme. Es ist mit den Teilen seines Gehirns verbunden, die für die Steuerung der linken und rechten Körperhälften zuständig sind.

Elon Musk setzt mit Computerchips Hirnsignale in technische Impulse um

Die Neuralink-Technologie erlernt auf diese Weise, welche Gehirnregionen des Affen bei der Steuerung des Spiels aktiv werden. So sind beim Heben der rechten Hand zum Beispiel bestimmte Hirnregionen* aktiver als bei einer einfachen Handbewegung nach rechts oder unten. Ein Algorithmus decodiert die über den Chip empfangenen Signale und lehrt die Technologie, beabsichtigte Bewegungsabläufe in Echtzeit vorherzusehen. In einem weiteren Versuch ist der Affe schließlich zu sehen, wie er das Spiel ohne Joystick meistert. Die Steuerung erfolgt jetzt ausschließlich über seine Hirnströme und somit über die vom Chip decodierten Signale, die an den Spielecomputer übertragen werden.

Tierschützer reagierten darauf erwartungsgemäß empört und ließen ihren Unmut über das Forschungsexperiment in den sozialen Medien freien Lauf. Neurowissenschaftler hingegen sehen darin einen bedeutenden Schritt zu einer effizienteren Überwachung der menschlichen Gesundheit. Elon Musk* verkündete über Twitter, dass die Neuralink-Technologie gelähmten Menschen die Bedienung eines Smartphones ermöglichen wird. Darüber hinaus soll sie vor Schlaganfällen oder Herzinfarkten warnen können.

Und um Affe Pager müsse sich laut Elon Musk auch niemand sorgen. Dem gehe es gut, so Musk auf einer Pressekonferenz zur Vorstellung der Neuralink-Forschungsergebnisse. Dabei verwies er auf die Vorzüge der drahtlosen Signalübertragung und fragte: „Oder sehen sie irgenwelche Kabel, die bei dem Tier durch die Haut kommen?“ *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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