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Affenpocken in Deutschland: Gibt es bereits eine Impfung oder Medikamente?

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Von: Raffaela Maas

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Immer mehr Fälle von Affenpocken werden in Europa bekannt und auch in Deutschland wurde der erste Fall nun offiziell bestätigt. Doch wie kann man sich vor einer Infektion schützen und gibt es bereits eine Impfung?

München - Den ersten Fall von Affenpocken vermeldete die Gesundheitsbehörde Großbritanniens, UK Health Security Agency (UKHSA) am 14. Mai. Seit dem werden aus immer mehr Ländern Verdachtsfälle und Nachweise der Affenpocken gemeldet. Nun wurde auch der erste Fall in Deutschland offiziell bestätigt. Der Ausbruch wirft viele Fragen auf - unter anderem auch die Frage, ob es eine schützende Impfung gibt.

Affenpocken in Deutschland: Das sind die Symptome

Affenpocken
Hautläsionen bei Patienten, bei denen Affenpocken nachgewiesen wurden. © UKHSA/dpa

Affenpocken: Wie schützt man sich vor einer Übertragung?

Die Übertragung der Affenpocken erfolgt durch engen Kontakt mit einer infizierten Person oder einem infiziertem Tier. Auch der Kontakt mit Läsionen, Körperflüssigkeiten, Atemtröpfchen oder mit dem Virus kontaminiertem Material führt zu einer Infektion.

Um sich vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen, rät das Robert-Koch-Institut (RKI) den Kontakt zu und Verzehr von potenziell infizierten Tieren, wie Affen und verschiedene Nagetieren in Endemiegebieten zu vermeiden. Hygienemaßnahmen im Umgang mit Erkrankten sollen zudem unbedingt eingehalten werden.

Ausbruch der Affenpocken: Gibt es eine Impfung?

Eine zugelassene Impfung gegen Affenpocken gibt es in Deutschland derzeit nicht. Doch laut RKI schützt die Impfung gegen die Pocken aufgrund der Ähnlichkeit der Viren auch vor Affenpocken. In einem Tweet teilte Pockenexperte Jason Mercer von der Uni Birmingham mit, die Impfung habe eine Wirksamkeit von 85 Prozent gegen Affenpocken und das sogar vier Tage nach dem Kontakt mit einer infizierten Person.

In der EU ist ein Impfstoff gegen die Pocken zugelassen, der modifiziertes Vacciniavirus Ankara (MVA) beinhaltet. Dabei handelt es sich um einen Zweidosen-Impfstoff, dessen Verfügbarkeit laut WHO noch begrenzt ist. In den USA und Kanada ist der Impfstoff MVA-BN auch gegen Affenpocken zugelassen. Der WHO zufolge, laufen außerdem derzeit wissenschaftliche Studien, um die Durchführbarkeit und Angemessenheit der Impfung zur Vorbeugung und Bekämpfung der Affenpocken zu beurteilen.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erklärte am 24. Mai, Deutschland habe bereits bis zu 40.000 Dosen eines, in den USA zugelassenen, Affenpocken-Impfstoffs bestellt. Allerdings sei das Vorgehen bei den Impfungen noch nicht endgültig geklärt. RKI-Präsident Lothar Wieler sagte, der Affenpocken-Impfstoff habe deutlich weniger Nebenwirkungen als eine normale Pocken-Impfung.

Infektion mit Affenpocken: Ein Arzneimittel verschafft Abhilfe

Ein Arzneimittel zur Behandlung der Orthopockenvirus-Infektion wurde kürzlich in der EU zur Behandlung von Affenpocken von der European Medical Association (EMA) zugelassen. Das sogenannte Tecovirimat wirkt, indem es mit einem Protein auf der Oberfläche der Erreger interagiert und diese am Vermehren hindert. Laut WHO ist das antivirale Mittel jedoch noch nicht flächendeckend verfügbar. (rrm)

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