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Affenpocken: Wer ist wirklich gefährdet? Für zwei Gruppen besteht erhöhtes Risiko

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Von: Christoph Gschoßmann

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Affenpocken
Eine Elektronenmikroskopische Aufnahme von Affenpocken-Viren. © Andrea Männel/Andrea Schnartendorff/RKI/dpa

Affenpocken seien nicht mit Corona zu vergleichen, sagen Experten. Dennoch gibt es zwei Gruppen, für die besondere Vorsicht vor einer Ansteckung gilt.

München - Die Welt kämpft seit über zwei Jahren mit der Corona-Pandemie. Nun schrillen bei vielen die Alarmglocken, wenn sie hören, dass sich auch Affenpocken überall verbreiten zu scheinen: Die große Frage hierbei ist: Wer ist wirklich gefährdet?

Und hier gibt es gute Nachrichten. Welchem Experten man auch zuhört, die Antwort ist stets, dass Erwachsene mit gutem Immunsystem nicht schwer erkranken. Dennoch gibt es zwei Gruppen, für die ein erhöhtes Risiko besteht, worüber die New York Times berichtet.

Affenpocken: Für zwei Gruppen gilt erhöhtes Risiko

Zum einen gilt erhöhte Vorsicht für Säuglinge unter sechs Monaten. Zum Glück seien diese aber noch nicht vom aktuellen Ausbruch betroffen. Bei der anderen Gruppe handelt es sich um „ältere Erwachsene“. Diese jedoch sind zumindest etwas durch jahrzehntealte Pockenimpfungen vor dem Virus geschützt, legen Studien nahe. Sie kommen vermutlich mit nur mit leichten Symptomen davon.

„Unter dem Strich behalten selbst diejenigen, die viele Jahrzehnte zuvor geimpft wurden, einen sehr, sehr hohen Antikörperspiegel und die Fähigkeit, das Virus zu neutralisieren“, sagte Dr. Luigi Ferrucci, wissenschaftlicher Direktor des National Institute on Aging - „selbst wenn sie vor 50 Jahren geimpft wurden“. Die Dauer des Schutzes sei aber von Person zu Person unterschiedlich, sagte Dr. Anthony S. Fauci, der oberste Berater der Biden-Regierung für Infektionskrankheiten. Weltweit gibt es laut der Times aktuell etwa 260 bestätigte Fälle.

Es gibt widersprüchliche Meinungen darüber, wie lange die Immunität gegen eine Pockenimpfung anhält. Die Centers for Disease Control and Prevention in den USA empfiehlt Auffrischungsimpfungen gegen Pocken alle drei Jahre, jedoch nur „für Personen, bei denen das Risiko einer Berufsexposition besteht“, sagte David Daigle, ein Sprecher der Agentur, in einer Erklärung.

„Das Expositionsrisiko ist nicht auf eine bestimmte Gruppe beschränkt“

Die Mehrheit der Infizierten sind derzeit Männer unter 50, und viele identifizieren sich als schwul oder bisexuell, was möglicherweise auf eine Gay-Pride-Veranstaltung auf den Kanarischen Inseln zurückzuführen ist. Der Ausbruch hätte genauso gut bei einer großen Veranstaltung unter heterosexuellen Menschen beginnen können, sagten Experten.

„Das Expositionsrisiko ist nicht auf eine bestimmte Gruppe beschränkt“, sagte Dr. Rochelle Walensky, die Direktorin der CDC. „Unsere Priorität ist es, allen zu helfen, fundierte Entscheidungen zum Schutz ihrer Gesundheit und der Gesundheit ihrer Gemeinschaft zu treffen, und das beginnt mit der Sensibilisierung, die von der Wissenschaft geleitet wird, nicht von Stigmatisierung.“ (cg)

Die Fallzahlen der mit Affenpocken infizierten Menschen in Europa steigen. „Das lässt aufhorchen“, findet der Virologe Hendrik Streeck, kann aber vor allem Entwarnung geben.

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