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Affenpocken: Rätsel gelöst? WHO liefert einen Verdacht zur Übertragung auf Menschen

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Von: Marcus Giebel

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Ein Affe hinter einem Affenpocken-Teströhrchen
Wird längst nur von Affen übertragen: Die Affenpocken beschäftigen nicht nur die WHO. © IMAGO / Pixsell

Die Affenpocken breiten sich urplötzlich auf der Welt aus. Bislang lässt sich nur spekulieren, wie es das passieren konnte. Die WHO hat eine mögliche Erklärung parat.

München - Auch wenn die Affenpocken keinesfalls mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 zu vergleichen sind, haben sie doch etwas gemeinsam: Beide Viren geben den Experten ähnliche Rätsel. Etwa bei den Fragen: Woher kommen sie und wie haben sie sich auf diese Weise ausgebreitet?

Nun sind Affenpocken schon ein paar Jahrzehnte länger bekannt als das Coronavirus, das die Welt erst seit nunmehr über zwei Jahren heimsucht. Doch bislang beschränkten sie sich auf ein Gebiet in Afrika. Mittlerweile wurden Fälle auf allen Kontinenten registriert, in Ländern wie Deutschland, Großbritannien, den USA oder Australien.

Affenpocken in Deutschland und Co.: Laut WHO könnte steigender Druck auf Ökosysteme Grund sein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von mehr als 550 Fällen in 30 bislang kaum betroffenen Ländern. Doch wie konnte es so weit kommen? Die Vermutung der Experten greift einen Aspekt auf, der bereits infolge der Corona-Pandemie genannt wurde: Sogenannte Zoonosen - also von Tieren auf Menschen übertragbare Infektionskrankheiten - werden wahrscheinlicher, je weiter sich die Menschheit auf der Erde ausbreitet und dabei anderen Geschöpfen mehr und mehr auf die Pelle rückt, deren Lebensraum raubt.

Deshalb verwiesen die WHO-Experten auf den steigenden Druck auf die Ökosysteme. Die Bedrohung der tierischen Territorien und auch der Klimawandel haben Einfluss auf die Bewegungsradien der Tiere, was wiederum das Überspringen des Virus auf den Menschen begünstige, betonte Mike Ryan.

Video: Wo ist das Ausbreitungsrisiko für Affenpocken besonders hoch?

WHO und Affenpocken: Laut Expertin könnten herkömmliche Hygienemaßnahmen genügen

WHO-Pockenexpertin Rosamund Lewis warnte sogar: „Wir wissen nicht, ob es schon zu spät ist, um es ganz einzudämmen.“ Allerdings sei sie optimistisch, dass einer weiteren Ausbreitung mit herkömmlichen Hygienemaßnahmen beizukommen sei.

Ryan sprach derweil von einer „ziemlich instabilen Schnittstelle zwischen Tier und Mensch“. Denn auch bei anderen Krankheiten tierischen Ursprungs seien Anstiege zu beobachten. Beispiele seien das Lassafieber oder Ebola - beide ebenfalls vor allem aus Afrika bekannt.

Affenpocken von Tier zu Mensch: Auch Igel, Eichhörnchen oder Kaninchen als Träger?

Bei den Affenpocken gelten auch verschiedene Nagetiere als Träger. So könnten Igel, Ratten, Mäuse, Eichhörnchen, Kaninchen oder Hasen das Virus in sich tragen und weitergeben, schrieb die Daily Mail unter Berufung auf die Human Animal Infections and Risk Surveillance, die im Vereinigten Königreich regierungsunabhängig Risikobewertungen vornimmt.

Gerade bei den Fällen in westlichen Ländern scheint das Virus jedoch von Mensch zu Mensch übergesprungen zu sein. Was sich deutlich schwieriger gestalten soll als bei Sars-CoV-2. Nach bisherigem Wissensstand ist enger Kontakt Voraussetzung. Ob der sexueller Natur sein muss, ist noch nicht gesichert. Die WHO warnte jedenfalls vor einer möglichen Ausbreitung auf Festivals, die in den kommenden Monaten Hochkonjunktur haben. (mg)

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