Ahnungsloser Zugbegleiter bewachte Kofferbombe eine Stunde lang

Düsseldorf - Im Düsseldorfer Kofferbomber-Prozess ist jetzt ans Licht gekommen, dass ein Zugbegleiter nichts ahnend eine Stunde neben der Kofferbombe verbracht hat. Erst ein weiterer Bahn-Mitarbeiter entdeckte sie später - und litt lange an Schlafstörungen.

Ein 33-jähriger Zugbegleiter hat im Juli 2006 eine Stunde neben einer im Zug deponierten Kofferbombe verbracht, ohne die gefährliche Situation auch nur zu ahnen. In dem Wagen, in dem er den herrenlosen Koffer entdeckt hatte, hätten sich zum eingestellten Zündzeitpunkt zwischen 10 und 15 Reisende befunden, sagte der Bahn-Mitarbeiter am Mittwoch als Zeuge im Düsseldorfer Kofferbomber-Prozess. Der Angeklagte in dem Prozess soll Koffertrolleys mit selbst gebauten Bomben in zwei Regionalzügen nach Hamm und Koblenz deponiert haben.

Weil der Koffer mit einem Zahlenschloss gesichert gewesen sei, habe er nicht prüfen können, was sich darin befand, sagte der Zugbegleiter. Ein weiterer Bahn-Mitarbeiter hatte dann im Fundbüro des Dortmunder Bahnhofs einen Blick auf die Bombe geworfen und anschließend die Bundespolizei alarmiert. Dieser habe danach für ein dreiviertel Jahr an Schlafstörungen gelitten.

dpa

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