Von der Leyen bietet Unterstützung an

Airbus hält nach A400M-Absturz an Testflügen fest

Madrid - Nach dem Absturz des neuen europäischen Militärtransporters A400M in Spanien hält der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus an Testflügen mit den Maschinen fest.

"Wir setzen unser eigenes Programm von Testflügen nicht aus", sagte ein Sprecher der Airbus-Rüstungssparte am Montag in Paris. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bot deutsche Unterstützung bei der Klärung der Absturzursache an. Einem Medienbericht zufolge waren Triebwerksschäden verantwortlich.

Der nächste Testflug des A400M ist am Dienstag in Toulouse geplant, wie der Sprecher sagte. Seinen Angaben zufolge hält Airbus auch an seinem Ziel fest, in diesem Jahr 14 der Maschinen auszuliefern. Etwa 20 stünden kurz vor der Fertigstellung. Vor der Auslieferung werden die Transportflieger im Flugbetrieb getestet. Bei einem solchen Flug war ein für die Türkei bestimmter A400M am Samstag in Sevilla abgestürzt.

Deutschland, Großbritannien, die Türkei und am Montag auch Malaysia stoppten als Reaktion auf den Absturz ihre Testflüge mit der Maschine. Deutschland hatte im Dezember den ersten und bisher einzigen A400M von Airbus erhalten, wie ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin sagte. Es habe bei der Übernahme "eine große Anzahl von Mängeln" gegeben. Seither habe die Maschine 57 Flugstunden absolviert. Dabei hätten sich jedoch "keine flugsicherheitsrelevanten Defizite" gezeigt.

Verteidigungsministerin von der Leyen begrüßte nach ihrer Ankunft in Tel Aviv die Zusage von Airbus, die Absturzursache "sehr zügig" zu untersuchen. "Wir bieten gerne auch unseren Sachverstand an, damit wir in der Problemlösung dann auch vorankommen", ergänzte sie. "Das ist auch in unserem eigenen Interesse", der A400M sei ein "wichtiger Baustein" bei den Luftkapazitäten der Bundeswehr.

Der A400M war vor zwölf Jahren von sieben Nato-Staaten als Ersatz für die veralteten Transall-Maschinen in Auftrag gegeben worden. "Die Transall hat wirklich viele Jahre schon gute Dienste geleistet, aber sie muss jetzt ersetzt werden", betonte der Ministeriumssprecher. Deshalb sei das Projekt A400M für Deutschland "von erheblicher Bedeutung". Seinen Angaben zufolge wollte Airbus noch in diesem Jahr fünf der Maschinen an Deutschland ausliefern. Einen Zeitplan dafür kündigte das Unternehmen demnach für die zweite Jahreshälfte an.

Bei dem Absturz in Sevilla waren am Samstag vier spanische Airbus-Mitarbeiter ums Leben gekommen, zwei weitere wurden verletzt. Einer der beiden Überlebenden an Bord habe den Behörden von einem "multiplen Triebwerksversagen kurz nach dem Start" berichtet, schrieb "Spiegel Online". Dies sei am Sonntag am Rande eines Treffens der Verteidigungsminister Frankreichs, Deutschlands und Spaniens im französischen Lorient bekannt geworden.

Es war das erste tödliche Unglück eines A400M. Der Absturz ist ein schwerer Rückschlag für das A400M-Programm und für Airbus. Am Montag verlor die Aktie des Konzerns deutlich an Wert. Der Aktienkurs an der Pariser Börse sank am Vormittag um zwischenzeitlich mehr als vier Prozent.

Militär-Airbus A400M abgestürzt

Militär-Airbus A400M abgestürzt

AFP

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