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Greta Thunberg zeigt Mittelfinger: Klimaaktivistin feiert Naturschutzgesetz

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Greta Thunberg hat Grund zum Lachen: Das Naturschutzgesetz kommt. In Straßburg fiel sie neben ihrer Demo auch mit einer Geste auf.

Straßburg – Greta Thunberg zeigt lachend den Mittelfinger: Die schwedische Klima-Aktivistin fiel bei einem Besuch des Europäischen Parlaments in Straßburg in Frankreich mit dieser Geste auf. Die 20-Jährige saß bei der Abstimmung am Mittwoch (12. Juli 2023) im Parlament im Publikum. Für das weitreichende Naturschutzgesetz, das mit knapper Mehrheit angenommen wurde, hatte Thunberg am Vortag noch vor dem Parlament demonstriert. Ihre beiden erhobenen Finger gemeinsam mit ihrem hocherfreuten Gesichtsausdruck kann also wohl durchaus als „Gewinner“-Geste gedeutet werden, denn die Politiker stimmten genau so ab, wie sie sich das wohl erhoffte.

Naturschutzgesetz in der EU: Knappe Mehrheit im Parlament

Mit 336 Ja- und 300 Nein-Stimmen wurde das Herzstück des „Green Deals“ angenommen. Für die Grünen wie für Thunberg ein Triumph, eine Pleite dagegen für die konservative EVP (Europäische Volkspartei) um Franktionschef Manfred Weber (CSU).

Mit dem Vorhaben soll es nach Plänen der EU-Kommission bis 2030 für mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresgebiete der EU sogenannte Wiederherstellungsmaßnahmen geben. Konkret geht es beispielsweise um die Wiederaufforstung von Wäldern, die Begrünung von Städten sowie um die Renaturierung von Mooren, die trockengelegt wurden. „Das ist ein Riesenerfolg für die Natur - und für uns alle“, erklärte Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne). Damit sei der Weg frei für Verhandlungen mit den EU-Mitgliedsstaaten und der EU-Kommission, um ein „ambitioniertes Gesetz zur Wiederherstellung der Natur in ganz Europa“ auf den Weg zu bringen.

Greta Thunberg
„Unsere Botschaft an die Politiker lautet, sich für die Natur und die Menschen statt für Profit und Gier zu entscheiden“, sagte die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg vor dem Europaparlament. © Philipp von Ditfurth/dpa

Thunberg: „Politiker sollen sich für Natur und Menschen statt Profit und Gier entscheiden“

„Unsere Botschaft an die Politiker lautet, sich für die Natur und die Menschen statt für Profit und Gier zu entscheiden“, hatte Thunberg am Dienstag vor dem Europaparlament geäußert. Unterstützt wurden die Schwedin und weitere Aktivisten von mehreren Abgeordneten etwa der Grünen, Sozialdemokraten und Linken. Thunberg hatte vor fünf Jahren mit ihrem „Schulstreik fürs Klima“ die weltweit aktive Bewegung Fridays for Future ins Rollen gebracht.

Vor allem die Christdemokraten waren gegen das Vorhaben Sturm gelaufen. Auch die rechtsnationale ID-Fraktion, der etwa die AfD angehört, andere Konservative sowie einige Liberale hatten sich vor der Abstimmung gegen das Gesetz ausgesprochen. Das Parlament hat auch an mehreren Stellen den Vorschlag der Kommission abgeschwächt: So ist etwa keine Renaturierung von Mooren, die trockengelegt wurden, mehr vorgesehen und auch umstrittene Auflagen für Landwirte wurden gestrichen.

Thunberg muss sich wegen einer anderen Aktion wohl vor Gericht verantworten. (cgsc mit dpa)

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