Al-Kaida steckt offenbar hinter Anschlag in Marokko

Marrakesch - Hinter dem Bombenanschlag auf ein Touristencafé in der marokkanischen Stadt Marrakesch steckt offenbar die Al-Kaida. Unter den Todesopfern sollen 14 Ausländer sein.

Der marokkanische Innenminister Taib Cherqaoui sagte am Freitag, die Art des Anschlags deute daraufhin. Die Bluttat am Donnerstag sei mit einer ferngesteuerten Bombe verübt worden, die mit Nägeln gefüllt gewesen sei. Einige der Nägel seien am Tatort gefunden worden, andere in den Körpern der Opfer.

Cherqaoui bestätigte Berichte der amtlichen Nachrichtenagentur MAP, wonach 16 Menschen bei dem Anschlag auf das Café Argana am Djemma-el-Fna-Platz im Zentrum von Marrakesch ums Leben kamen.

Anschlag auf marokkanisches Café

Anschlag auf marokkanisches Café

14 der Toten waren Ausländer, darunter mindestens sieben Franzosen, zwei Kanadier, ein Niederländer und ein Brite. Die anderen drei Opfer seien noch nicht identifiziert. 25 Menschen seien bei der Explosion verletzt worden, 14 befänden sich noch im Krankenhaus. Die Art des Anschlags erinnere stark an Anschläge, wie die Al-Kaida sie gewöhnlich verübe, erklärte Cherqaoui. Daher sei die Möglichkeit weiterer Anschläge nicht ausgeschlossen.

Schwerster Anschlag in Marokko seit acht Jahren

Der Anschlag ist der folgenschwerste in dem nordafrikanischen Königreich seit acht Jahren. Bundeskanzlerin Angela Merkel bekundete in einem Kondolenzschreiben an den marokkanischen König Mohammed VI. ihr Beileid. “Die Bundesregierung verurteilt diesen barbarischen Terrorakt auf das Schärfste“, hieß es in dem Brief. US-Außenministerin Hillary Clinton nannte das Attentat einen “feigen Anschlag“ und sagte Marokko Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus zu. Auch der Weltsicherheitsrat verurteilte den Anschlag scharf. Das Gremium in New York sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich erschüttert.

dapd 

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