Terroristen nehmen Geiseln - Polizei stürmt Kirche

Bagdad - Al-Kaida-Terroristen haben sich in Bagdad in einer Kirche verschanzt und Geiseln genommen - darunter auch Kinder und Nonnen. Die Polizei stürmte schließlich das Gebäude. Es gab mehrere Tote.

Blutiges Ende einer Geiselnahme in Bagdad: Die irakische Polizei hat am Sonntagabend eine katholische Kirche gestürmt, in der sich vier mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerks Al-Kaida mit zahlreichen Geiseln verschanzt hatten. Die vier Geiselnehmer wurden bei der Aktion im Christenviertel Karrada im Zentrum der irakischen Hauptstadt getötet, auch eine der Geiseln kam dabei ums Leben, wie der christliche Parlamentsabgeordnete Yonadem Kana der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Kurz zuvor hatten die Geiselnehmer nach Verhandlungen mit den Behörden 19 Nonnen freigelassen.

Die vier Männer hatten zuvor versucht, die Börse von Bagdad zu überfallen. Dabei setzten die Angreifer auch Blendgranaten ein. Sie wurden aber vom Sicherheitspersonal in einem kurzen Feuergefecht zurückgeschlagen. Dabei starben zwei Menschen. Auf ihrer Flucht zündeten die Terroristen mindestens zwei Sprengsätze vor der Kirche. Dabei wurden vier Menschen verletzt.

Aus dem Sajedat al-Nadschah-Gotteshaus der Syrisch-katholischen Kirche riefen die Männer bei irakischen Fernsehstationen an und gaben sich als Mitglieder des irakischen Ablegers der Al-Kaida aus. Über die Medien forderten sie von den Behörden die sofortige Freilassung von Al-Kaida-Angehörigen, die im Irak und in Ägypten inhaftiert sind. Nach mehrstündigen Verhandlungen mit der Polizei ließen sie am Abend 19 Nonnen frei, behielten aber noch zahlreiche Geiseln - unter ihnen Frauen, Kinder und Geistliche - in ihrer Gewalt.

Bei einem Selbstmordanschlag in Bakuba nördlich von Bagdad starben am Wochenende mindestens 30 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei wurden weitere 67 Menschen verletzt. Der Anschlag am Freitagabend war der schwerste seit Wochen im Irak. Bakuba, die Hauptstadt der Provinz Dijala, war früher eine Hochburg der Al-Kaida.

dpa

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