Ehefrau erwürgt

Deutscher in USA zu 50 Jahren Haft verurteilt

Washington - Ein Deutscher ist in der US-Hauptstadt Washington wegen Mordes zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Er soll seine mehr als vier Jahrzehnte ältere Ehefrau erwürgt haben.

Das Gericht legte das Strafmaß für Albrecht Muth am Mittwoch nach Justizangaben auf 50 Jahre fest. Eine Jury hatte den gebürtigen Kölner bereits Mitte Januar schuldig gesprochen. Die Geschworenen sahen es damals als erwiesen an, dass Muth im Sommer 2011 die 91-jährige deutsche Publizistin Viola Drath erwürgt hatte.

Das Paar war eine schillernde Erscheinung in Washingtoner Gesellschaftskreisen, in ihrem Anwesen im noblen Stadtteil Georgetown gingen Diplomaten und Politiker ein und aus. Mehr als 20 Jahre waren Muth und Drath verheiratet, ihre Ehe soll äußerst unkonventionell gewesen sein. Der arbeitslose Mann habe von seiner 44 Jahre älteren Gattin ein monatliches Taschengeld von 2000 Dollar erhalten, schrieb die Washington Post. Die Ehepartner hätten zwar im gleichen Schlafzimmer genächtigt, allerdings in getrennten Betten.

Zeitungen und Fernsehsender in der US-Hauptstadt hatten Muth als Hochstapler beschrieben, der durch sein bizarres Verhalten aufgefallen sei. So soll der Deutsche in einer Phantasie-Uniform durch die Nachbarschaft marschiert sein und sich als irakischer General ausgegeben haben. Eine Zeit lang soll er eine Augenklappe getragen und seinen Zuhörern erklärt haben, als Söldner in Südamerika verwundet worden zu sein.

Drath hatte den Ruf einer respektablen Journalisten, die lange für das Handelsblattaus Washington berichtete und eine Biografie über den ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt verfasste.

Im August 2011 wurde die 91-Jährige in ihrem Badezimmer mit blauen Flecken an Kopf, Hals und Armen tot aufgefunden. Die Ermittler verdächtigten Muth, der in der Vergangenheit bereits wegen häuslicher Gewalt aktenkundig geworden war. Der gebürtige Kölner wies die Vorwürfe zurück. Wegen des schlechten Gesundheitszustands des Angeklagten verzögerte sich der Prozess mehr als zwei Jahre. Während der Haft verweigerte er die Nahrungsaufnahme und musste schließlich in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Am Ende wog er laut "Washington Post" nur noch etwa 40 Kilogramm.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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