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Der Salamander, der durch das Feuer geht, ohne zu verbrennen, gilt als Symbol für den Stein der Weisen – ein uraltes Thema der Alchemie.

Alchemie – die „Königliche Kunst“ in Bildern

Königspaare, Drachen und Fabelwesen – die märchenhafte Welt der Alchemie inspiriert Maler seit dem Mittelalter. Der neue Kunstband „Alchemie – die Königliche Kunst“, erschienen im Hirmer Verlag, stellt die eindrucksvollsten Bilder und die darin verborgenen Geschichten vor.

Die Alchemie und ihre Strömungen

Die Alchemie als Zweig der Naturphilosophie verbreitete sich in Europa ab dem 12. Jahrhundert. Die „Königliche Kunst“, wie sie auch bezeichnet wurde, befasste sich jedoch nicht nur mit dem ewigen Versuch des Menschen, Gold herzustellen. Zur Alchemie gehörten zwei Strömungen:

  • Die praktische Alchemie widmete sich der Pflanzenkunde und der Arbeit mit Metallen. Daraus entwickelten sich später die moderne Chemie und die Medizin.
  • Die spekulative Alchemie als philosophischer Überbau befasste sich mit weltanschaulichen Fragen. Die Verwandlung der chemischen Elemente etwa wurde als Sinnbild der seelischen Läuterung betrachtet.

Die Alchemie in der mittelalterlichen Kunst

Beide Strömungen der Alchemie finden sich auch in der Kunst wieder. Die ältesten und wertvollsten Bilder mit Allegorien der spekulativen Alchemie finden sich in Handschriften aus dem späten Mittelalter. Die darin enthaltenen Miniaturen dienten der Illustration von wissenschaftlichen Abhandlungen aus dem Bereich der Alchemie.

Der Kunstband „Alchemie – die Königliche Kunst“ – erschienen im Hirmer Verlag – präsentiert nun eine große Auswahl faszinierender Gemälde, Miniaturen und Kupferstiche. Darunter befinden sich auch Werke namhafter Künstler: von Albrecht Dürer und Pieter Bruegel über die Kupferstecher Matthias Merian und Balthasar Schwan bis hin zu den modernen Künstlern Max Ernst und Sigmar Polke.

Die Kunstwerke erzählen „verrückte und fantastische Geschichten, die sich in der Wirklichkeit wohl kaum zutragen konnten“, heißt es dazu in dem Kunstband. So ist beispielsweise das von Künstlern immer wieder aufgegriffene Motiv des Königspaars nur eines der vielen geheimnisvollen Bilder aus der Alchemie. König und Königin stehen für die Gegensatzpaare in der Welt: Frau und Mann, Feuer und Wasser, Himmel und Erde. Erst durch die Vereinigung des Königspaares können nach Auffassung der Alchemie unvollkommene Zustände auf Erden überwunden werden. Der gemeinsame Sohn des Paares steht für den Stein der Weisen, einem wichtigen Symbol der Alchemie.

Der tätige Alchemist

Der Alchemist selbst, der in seinem Labor experimentiert, ist ein Motiv vieler Künstler, die sich von der praktischen Alchemie inspirieren ließen. Vor allem die niederländischen und flämischen Maler des 17. Jahrhunderts schufen großartige Gemälde mit dem „tätigen“ Alchemisten als Thema. Viele von ihnen stellen den Alchemisten als gebeutelten Mann dar. Er ist im Leben gescheitert, weil er immer neue, erfolglose Versuche unternimmt, künstlich Gold herzustellen. Albrecht Dürer setzt seinem Alchemisten als Krönung sogar eine Narrenkappe auf.

Oftmals erzählen Bilder noch eindrücklicher fabelhafte Geschichten als Texte – das beweist der Kunstband, der kundig viele rätselhafte Motive zu entschlüsseln weiß. Die teils schaurigen und teils heiteren Geschichten der Alchemie erscheinen „wie Märchen aus 1001 Nacht“.

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