Alexander Calder: Mobiles als bewegliche Kunst

Schnüre, Drähte und Metall – aus diesen simplen Gegenständen schuf der US-Bildhauer Alexander Calder Mobiles, die die Kunstwelt aufhorchen ließen. Werke wie diese hatte es zuvor noch nicht gegeben. Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen widmet ihm jetzt die Ausstellung „Avantgarde in Bewegung“.

Eine eigene Nische geschaffen

Alexander Calder gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Mit einfachen Materialien schuf er elegante, leichte und beeindruckende Werke: Mobiles. Sein Werk war revolutionär und einzigartig, denn er machte die Kunst beweglich. Ein Luftzug, eine Berührung oder ein kleiner Motor ließen seine Mobiles schwingen, sich drehen oder Töne erzeugen.

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen widmet diesem Ausnahme-Genie jetzt die erste große Ausstellung in Deutschland seit rund 20 Jahren. Der Katalog zur Schau ist im Hirmer Verlag erschienen. Der Band enthält als Besonderheit eine DVD, auf denen die Mobiles auch in Bewegung zu sehen sind.

Ein Atelier voller Bewegung und Töne

Ein Besuch bei seinem Freund, dem Maler Piet Mondrian, inspirierte Alexander Calder zu seinen Mobiles. Die Idee, Form und Bewegung zu verbinden, ließ ihn fortan nicht mehr los. Auch Töne faszinierten ihn. Deshalb schuf er viele seiner Werke so, dass sie auch Geräusche erzeugten.

In seinem Atelier hing zum Beispiel ein riesiger Gong. Um diesen kreiste – bewegt nur durch den Luftzug – ein Klöppel, und schlug in unvorhersehbaren Abständen gegen das Metall. Selbst Jean-Paul Sartre war von diesem Mobile schwer beeindruckt. Und André Masson schrieb sogar ein Gedicht, weil ihn „The Gong“, so der Name des Werks, so begeisterte.

Großer Künstler-Freundeskreis

Der Bildhauer pflegte Freundschaften mit Künstlern jeder Stilrichtung, zum Beispiel zu den Architekten Frederick Kiesler, dem Maler Hans Arp oder dem Musiker Edgar Varèse. Dabei inspirierten sich die Künstler gegenseitig. Nach einer Begegnung mit dem Komponisten Earle Brown schuf Alexander Calder das monumentale Standmobile „Chef d’Orchestre“, das auch als Instrument diente und auf dem vier Musiker gleichzeitig spielen konnten. An dem Mobile sind 14 runde und ovale Metallscheiben befestigt, die beim Anschlagen durch die Musiker verschiedene Tonhöhen erzeugen. Brown war von dem Werk so begeistert, dass er dafür das „Calder Piece“ zu Ehren des Künstlers komponierte.

Alexander-Calder-Ausstellung in Düsseldorf

Mit „Avantgarde in Bewegung“ zeigt die Kunstausstellung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf die erste umfassende Schau über Alexander Calder in Deutschland seit rund 20 Jahren. Dabei hat Kuratorin Susanne Meyer-Büser den Schwerpunkt auf seine beweglichen Plastiken, die in den 1930er- und 40er-Jahren entstanden sind, gelegt.

In der Sammlung zeigen die Macher auch viele Arbeiten Calders, in denen er mit der Verbindung von Klang und Form experimentierte. Viele Werke der Ausstellung stammen von Leihgebern oder sind sonst nicht öffentlich zugänglich. Darunter sind auch einige der eindrucksvollen Großplastiken des Bildhauers.

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