Algerien: Tote bei Doppelanschlag

Algier - Bei einer Bombenexplosion gefolgt von einem Selbstmordanschlag westlich der algerischen Hauptstadt Algier sind am Freitagabend mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen.

Der Tatort befindet sich vor einer Militärakademie, die Opfer sind durchweg Offiziere in Ausbildung. Angesichts der mindestens 20 Verletzten sei davon auszugehen, dass die Zahl der Toten noch steigen werde, sagte das Krankenhaus. Zuvor hatte ein Sicherheitsbeamter den Tod von 15 Soldaten in Ausbildung bestätigt, gab die Zahl der Verletzten aber mit Dutzenden an.

Die Attentate begannen am Freitagabend, als eine Bombe vor der Militärakademie in Cherchell, etwa 180 Kilometer westlich der Hauptstadt, explodierte. Soldaten, die in einem Restaurant nahe der Grundstücksgrenze zu Abend aßen, rannten nach draußen, um zu sehen was passiert war, wie Sicherheitsbeamte sagten. Als sich eine Menschentraube gebildet habe, sei ein Selbstmordattentäter mit Sprengstoff am Körper auf seinem Motorrad in die Menge gefahren.

Die Stadt wurde nach dem Anschlag abgeriegelt. Der Generalstabschef traf mit dem Hubschrauber am Unglücksort ein, um sich ein Bild zu machen. Der Freitag war die Nacht des 27. Ramadan, die zu den Höhepunkten des Fastenmonats zählt. In der “Nacht der Bestimmung“ gelten Gebete und Fürsprachen als besonders wirkungsvoll. In dieser Nacht werden häufig Anschläge verübt, da viele Attentäter glauben, dass ihre Taten dann mehr Durchschlagkraft hätten.

Niemand hat sich zunächst zu dem Anschlag bekannt. Ähnliche Anschläge waren in der Vergangenheit aber der Al-Kaida im islamischen Maghreb zugeschrieben worden. Islamische Extremisten bekämpfen algerische Sicherheitskräfte seit 1992. Damals hatte das Militär eine Wahl abgesagt, die eine inzwischen verbotene muslimische Partei im Begriff war zu gewinnen. Es hat seither immer wieder sporadische Anschläge gegeben, seit Juli hat deren Zahl jedoch dramatisch zugenommen. Schätzungsweise 200.000 Menschen kamen seit Ausbruch der Gewalt ums Leben.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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