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Allawi will Irak-Wahlen über Wochen strecken

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- Bagdad/Kairo/Brüssel - Der irakische Übergangsministerpräsident Ijad Allawi will die für Ende Januar geplanten Wahlen über mehrere Wochen ausdehnen. Wenn die Parlamentsund Regionalwahlen in den verschiedenen Provinzen zu unterschiedlichen Zeiten stattfänden, könnten jeweils genügend Sicherheitskräfte in die Region geschickt werden, sagte er in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der belgischen Zeitung "Le Soir" und des Schweizer Blattes "Le Temps". Der Wahltermin 30. Januar stehe aber unverrückbar fest, sagte Allawi.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, forderte die Iraker unterdessen auf, sich noch vor den Wahlen um eine nationale Versöhnung zu bemühen. "Es ist nicht unmöglich, es ist immer noch genug Zeit, um alle mit ins Boot zu holen", sagte Mussa am Dienstag in Kairo. Die Glaubwürdigkeit der Wahlen würde leiden, wenn irgendeine Gruppe den Urnengang boykottieren sollte, meinte er.

Nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Arabija explodierte am Dienstag ein Sprengsatz in der chaldäischen Bischofskirche in der nordirakischen Stadt Mossul. Angaben über Opfer lagen zunächst nicht vor.

Rebellen töteten am Dienstag in der Provinz Al-Anbar einen USMarineinfanteristen. Wie ein Militärsprecher mitteilte, war der Soldat gegen Aufständische rund um die Städte Ramadi und Falludscha im Einsatz. Augenzeugen in Falludscha berichteten unterdessen über neue US-Luftangriffe auf Verstecke der Kämpfer. In Ramadi wurde nach Polizeiangaben die Leiche eines drei Tage zuvor entführten hochrangigen Polizeioffiziers entdeckt. Am Montagabend hatte die USArmee in Ramadi eine 17-jährige Irakerin freigelassen, die sie bei einer Razzia gefangen genommen hatte. Augenzeugen berichteten, nach ihrer Festnahme seien rund 6000 aufgebrachte Menschen vor das Büro des Gouverneurs gezogen, um ihre Freilassung zu fordern. 

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