Mann auf Friedhof bringt Blumen an ein Grab
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Der Feiertag Allerheiligen finden alljährlich am 1. November statt. Gläubige gedenken ihren Verstorbenen. (Symbolbild)

Feiertage in Deutschland

Allerheiligen 2021: In welchen Bundesländern ist Feiertag? Bedeutung, Glaube und Regeln

Wann ist Allerheiligen 2021? Wo ist Feiertag? Wir haben für Sie Wissenswertes rund um Geschichte, Datum, Brauchtum und Regeln zu Allerheiligen zusammengefasst.

München - Allerheiligen fällt jedes Jahr auf den 1. November, Katholiken gedenken an diesem Tag den Heiligen. Doch nicht in allen Bundesländern ist der 1. November ein gesetzlicher Feiertag.  

Ist Allerheiligen 2021 ein gesetzlicher Feiertag?

Allerheiligen ist in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ein gesetzlicher Feiertag. Das bedeutet, dass Geschäfte und Büros geschlossen sind. Wer an diesem Tag trotzdem arbeiten muss, erhält einen Feiertagszuschlag. Überall sonst in der Bundesrepublik müssen die Menschen an diesem Tag ganz normal arbeiten.

In diesen Bundesländern ist Allerheiligen ein Feiertag

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland

Geschichte von Allerheiligen: So entstand der Feiertag

Auch für all jene, die nicht religiös sind, lohnt sich ein Blick in die Geschichte dieses Feiertags. Das Datum des 1. Novembers ist kein Zufall: Er markiert den Beginn des Winters sowie des keltischen Jahres. Historikern zufolge geht der Ursprung des Festes bis ins 4. Jahrhundert zurück.

Der Feiertag entstand, da die Anzahl der katholischen Heiligen wuchs. Heute zählt die katholische Kirche mehr als 15.000 Heiliggesprochene. Nicht für jeden Heiligen steht also ein Tag der Verehrung zur Verfügung. Während zunächst nur einzelne Regionen den Feiertag Allerheiligen begingen, führte Papst Gregor IV. den Termin schließlich für den gesamten römischen Generalkalender ein. Das war im Jahr 835, wodurch der Feiertag bereits eine über tausendjährige Geschichte hat.

Die Kirche gedenkt an diesem Tag nicht nur der vom Papst heiliggesprochenen Frauen und Männer. An Allerheiligen wird auch jener Menschen gedacht, die ihren Glauben still gelebt und ihr Christsein konsequent verwirklicht haben.

Erzbistum Köln

Diese Bräuche gibt es an Allerheiligen

Allerheiligen gilt traditionell dem Gedenken an die Heiligen – und Allerseelen dem Gedenken der Verstorbenen. Trotzdem ist es in vielen Regionen Brauch, schon an Allerheiligen nachmittags einer Gräbersegnung beizuwohnen. Der Grund dafür ist praktischer Natur: Während Allerheiligen in manchen Bundesländern ein Feiertag ist, müssen die Menschen einen Tag später an Allerseelen in der Regel arbeiten.

Die Gläubigen finden sich an Allerheiligen auf den Friedhöfen ein und gedenken der Verstorbenen. Sie säubern und schmücken die Gräber. Traditionell wählen sie als Bepflanzung oftmals symbolische Gewächse. Dazu zählt etwa der Buchsbaum, der der Legende nach den Teufel fernhalten soll. Beliebt ist auch die Rose, die symbolisch für Jesus steht. Neben der Grabpflege ist es Brauch, Kerzen anzuzünden, die als Symbol der Auferstehung gelten.

Auch kulinarisch gibt es Bräuche, die sich von Region zu Region jedoch unterscheiden. In Süddeutschland genießen Gläubige beispielsweise die sogenannten Striezel, auch Allerheiligenstriezel genannt. Sie bestehen aus Hefeteig und ähneln dem Osterzopf.

Tanzverbot an Allerheiligen 2021: Bayern ist am strengsten

Allerheiligen ist traditionell ein sogenannter stiller Feiertag. Es gilt daher ein Tanzverbot. Dies ist gesetzlich in §6 des Gesetzes über Sonn- und Feiertage geregelt. Am 1. November ist der Betrieb von Spielhallen und ähnlichen Unternehmen verboten. Ebenso darf niemand gewerbliche Wetten annehmen. Musikalische und andere Darbietungen sind genau wie Tanzveranstaltungen untersagt. Dazu zählen auch Volksfeste, der Zirkus oder Freizeitanlagen.

In Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gilt diese Regelung zwischen 5 Uhr und 18 Uhr. In Bayern hingegen greift das Tanzverbot bereits ab 2 Uhr nachts und gilt bis um 24 Uhr. Bayern ist damit das strengste Bundesland. Im Vergleich zu früher ist die Regelung jedoch schon deutlich lockerer, denn noch 2012 galt das Tanzverbot im Freistaat bereits ab Mitternacht. Es gibt übrigens weitere stille Feiertage in Deutschland. Dazu zählen der Buß- und Bettag, Totensonntag, Heiligabend, Aschermittwoch, Gründonnerstag, Karfreitag und -samstag, Reformationstag und der Volkstrauertag.

Der Feiertag Allerheiligen: Was ist der Unterschied zu Allerseelen

Allerseelen ist keine andere Bezeichnung für Allerheiligen. Allerseelen ist ein eigenständiger katholischer Feiertag, der aber in Relation zu Allerheiligen steht: Allerseelen findet immer einen Tag nach Allerheiligen statt. Am 2. November gedenken die Gläubigen ihrer Verstorbenen und schmücken die Gräber mit Kerzen. Auch Gräbersegnungen finden vielerorts auch an Allerseelen statt. Einerseits ist das für viele eine wichtige Familientradition, um der gestorbenen Angehörigen zu gedenken. Andererseits ist die genaue Bedeutung des Tages aus Kirchensicht ein wenig düsterer: Denn am Allerseelentag sollen Gebete und Fürbitten die armen Seelen im Fegefeuer erlösen.

Ist Allerheiligen 2021 auch in Österreich und der Schweiz ein Feiertag?

Angaben der katholischen Kirche zufolge sind in Österreich über 50 Prozent der Bevölkerung katholisch, weshalb Allerheiligen auch in der Alpenrepublik ein gesetzlicher Feiertag ist.

Die Schweiz ist ein sehr heterogenes Land, weshalb es regionale Unterschiede bei den Feiertagen gibt. In der Eidgenossenschaft ist Allerheiligen nur in den katholisch geprägten Kantonen ein gesetzlicher Feiertag. Dazu zählen Aargau, Appenzell Innerrhoden, Freiburg, Glarus, Jura, Luzern, Nidwalden, Oobwalden, St. Gallen, Solothurn, Schwyz, Tessin, Uri, Wallis und Zug. In 15 von insgesamt 26 Kantonen der Schweiz müssen die meisten Bürger am 1. November also nicht arbeiten.

Ist Allerheiligen auch in anderen Ländern dieser Welt ein Feiertag?

Da es sich um einen katholischen Brauch handelt, ist Allerheiligen auch in vielen anderen Staaten der Welt ein gesetzlicher Feiertag:

  • Österreich
  • Belgien
  • Chile
  • Liechtenstein
  • Andorra
  • Frankreich
  • Finnland (am Samstag zwischen 31. Oktober und 6. November)
  • Italien
  • Kroatien
  • Kolumbien
  • Luxemburg
  • Litauen
  • Monaco
  • Polen
  • Portugal
  • Schweden (am Samstag zwischen 31. Oktober und 6. November)
  • Schweiz (in 15 Kantonen)
  • San Marino
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Ungarn
  • Vatikanstadt
  • Philippinen

Wie hängt Allerheiligen mit Halloween zusammen?

Dank vieler US-amerikanischer Filme und Serien ist Halloween auch in Deutschland sehr bekannt. Wenige schreiben dem Tag wohl einen Zusammenhang mit Religion zu, seine Geschichte ist sehr bewegt. Tatsächlich kommt der Name Halloween von All Hallows Eve und bezeichnet damit den Vorabend von Allerheiligen. Entsprechend findet Halloween auch am 31. Oktober statt. Traditionell ist Halloween als sogenannte Unruhenacht bekannt und basiert auf heidnischen Bräuchen. Es gilt als Fest der Geister und Toten. Gerne erzählt man sich an Halloween Schauergeschichten. Doch was an Allerheiligen des Jahres 1755 in Portugal passierte, ist eine wahre Begebenheit.

Allerheiligen 1755 in Portugal: Der Tag an dem die Erde bebte

Besonders in Portugal ist Allerheiligen ein geschichtsträchtiges Ereignis. Das ist nicht nur der Religion geschuldet: Das große Erdbeben von Lissabon fand am 1. November 1755 statt. Es prägte die Entwicklung des Landes nachhaltig. Das Beben forderte Schätzungen zufolge etwa 100.000 Todesopfer und zerstörte die Hauptstadt Lissabon fast vollständig. Dass die Erde an dem wichtigen katholischen Feiertag bebte, hatte eine tragische Konsequenz. Denn die Menschen in der Stadt hatten zur Huldigung der Heiligen überall Kerzen und Laternen aufgestellt. Durch das Beben fielen die Lichtquellen um und Gebäude fingen schnell Feuer. Viele Menschen flüchteten an das Wasser des Flusses Tejo, der durch Lissabon führt. Dort erreichte sie bald die Flutwelle des aufs Beben folgenden Tsunamis. Zumindest die Brände und damit die Toten wären Experten zufolge nicht ganz so zahlreich gewesen, hätte die Erde an einem anderen Tag des Jahres gebebt.  

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