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Alzheimer adé? Studie findet womöglich Ursache für Demenzerkrankung – Erste Behandlungstests erfolgreich

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Von: Anna Lorenz

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Eine US-Studie hat in Tests mit Labormäusen eine brisante Entdeckung gemacht. Die Ergebnisse könnten Alzheimer langfristig heilbar machen.

Altanta – Eine Forschergruppe der Emory University School of Medicine veröffentlichte im Magazin Nature eine Studie, deren Ergebnisse fast unglaublich erscheinen. Während das Coronavirus die Gesundheit der Weltbevölkerung weiterhin bedroht, scheinen die Wissenschaftler in Tests mit dementen Labormäusen einen wahrhaften Durchbruch in der Alzheimer-Forschung erzielt zu haben. Nicht nur die Demenzerkrankung, sondern auch weitere Beschwerden, die vor allem im Alter auftreten, könnten unter Verwendung der Ergebnisse künftig heilbar werden.

Alzheimer – Forscher finden mittels Tests möglichen Schlüssel zur Heilung der Demenzerkrankung

Wie die Initiative Alzheimer Forschung e.V. mitteilt, handelt es sich bei der Krankheit, die bisher unaufhaltsam den Tod von Nervenzellen des Gehirns bewirkt, um die, mit zwei Dritteln der Fälle, häufigste Demenzform. Ca. 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind positiv auf eine Vergesslichkeit mit Krankheitswert getestet – im Gegensatz zur durchaus normalen Altersvergesslichkeit bedeutet das, dass die Erkrankten nach und nach Abläufe und Gegebenheiten des Alltags nicht mehr ausführen können, da ihnen die Erinnerung daran abhanden kommt. Wie das Wissenschaftsportal spektrum.de berichtet, sind von der Unterform Alzheimer zu 70 Prozent Frauen betroffen. Meist tritt die Krankheit ab dem 65. Lebensjahr auf und bildet schon lange, bevor sie sich bemerkbar macht, Ablagerungen schädlicher Eiweiße im Gehirn.

Neurowissenschaftler Keqiang Ye und sein Team konnten ersten Anzeichen nach bei Versuchen mit Labortieren einen mutmaßlichen Durchbruch in der Behandlung von Alzheimer einläuten. Die Wissenschaftler widmeten sich dem, für die sexuelle Funktion wichtigen, follikelstimulierenden Hormon (FSH), das sowohl für die Regulierung des Menstruationszyklus, also auch die Spermienproduktion entscheidende Bedeutung trägt. Gebildet wird das Hormon in der Hypophyse; der Hypothalamus bestimmt, wie viel FSH ins Blut abgegeben wird. Im Rahmen zunehmenden Alters und insbesondere um den Eintritt der Menopause herum erhöht sich dieser Wert bei Frauen deutlich – doch auch Männer schütten mit den Jahren immer mehr FSH aus.


Gezeigt wird das digitale, molekulare Model des follikelstimulierenden Hormons FSH.
Vielversprechende Anzeichen: Das follikelstimulierende Hormon (FSH) könnte laut der Studie der Schlüssel für die Heilung diverser Krankheiten, insbesondere auch Alzheimer, sein. Tests mit Labortieren brachten deutliche Ergebnisse. © Science Photo Library/imago

Bereits bekannt ist, dass die Alzheimer-Krankheit meist mit „viszeraler Adipositas, dysregulierter Energiehomöostase und Knochenschwund“ einhergeht. Übergewicht infolge innenliegenden Bachfetts, eine Fehlsteuerung der Stoffwechselprozesse, sowie Osteoporose können nachgewiesenermaßen durch eine Verringerung des FSH-Spiegels jedoch deutlich positiv beeinflusst werden.

Alzheimer, Übergewicht, Osteoporose – Wissenschaftler aus Atlanta testen mutmaßliches Super-Hormon

Dass das Hormon diese beiden Schlüsselpositionen einnimmt, nahmen die Forscher zum Anzeichen für seinen eventuell auch entscheidenden Einfluss auf die Alzheimererkrankung. Sie untersuchten daher in Tests, inwieweit die Zugabe oder aber Verringerung des FSH-Spiegels bei dementen Labormäusen Wirkung auf deren Erkrankung entfaltete – mit überragenden Ergebnissen.

Um die Menopause zu simulieren, sterilisierten die Forscher die Nagetiere und gaben ihnen Antikörper, um das ausgeschüttete FSH zu blockieren. Nicht nur wurde dadurch der Signalweg C/EBPβ/AEP, der bei der Alzheimerkrankheit eine essentielle Rolle spielt, unterbrochen; auch die bereits im Gehirn der Mäuse vorhandenen Eiweißablagerungen verschwanden mitsamt der nachweisbaren Alzheimer-Symptome. Umgekehrt zeigte die zusätzliche FSH-Gabe im Test sowohl bei weiblichen als auch männlichen Nagern Anzeichen einer deutlichen Verschlechterung der Krankheit. Insofern sind sich die Forscher aus den USA eines Zusammenhangs zwischen dem FSH-Spiegel im Blut und der Erkrankung an Alzheimer gewiss. Die Ergebnisse der Studie könnten in den kommenden Jahren zur Entwicklung nicht in Kritik stehender, wirkungsvoller Medikamente und damit eines Tages sogar zur Heilbarkeit von Alzheimer-Erkrankungen führen. (askl)

Ein standardisierter Gedächtnistest kann übrigens erste Hinweise auf Alzheimer geben - 24.vita.de hat die Details.

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