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Amanda Knox hat am Donnerstagabend Markus Lanz im ZDF ein Interview gegeben.

"Engel mit den Eisaugen" bei Markus Lanz

Amanda Knox: "Man nannte mich teuflisch"

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München – Hat Amanda Knox 2007 in Perugia ihre Mitbewohnerin ermordet? Im ZDF hat die Studentin mit Markus Lanz erstmals im deutschen TV über ihren Mordprozess gesprochen und erzählt, was sie dabei so verletzt hat.

Engel mit den Eisaugen – so wurde Amanda Knox während des Prozesses um die Ermordung der britischen Studentin Meredith genannt. Am Donnerstagabend war die US-Amerikanerin in ihrem ersten deutschen TV-Interview zu sehen. Die Zuschauer von Markus Lanz versuchten, in ihren Augen zu lesen: Hat sie es getan oder nicht?

In der Sendung war eine junge Frau zu erleben, die gefasst wirkte, nachdenklich, aber auch immer wieder verunsichert zu Boden schaute. Nur ein einziges Mal kamen Amanda Knox die Tränen: Als sie über den Moment berichtete, wie sie ihren Freispruch im Jahr 2011 erlebte, zitterte ihre Stimme: „Als mir die Hoffnung genommen wurde, hatte ich Angst, wieder zu hoffen.“ Als sie die erlösenden Worte des Richters hörte, brach die Studentin zusammen. „Das war ein unglaubliches Gefühl.“

Über eine Stunde lang sprach Knox mit Lanz über ihren Mordprozess, ihre Zeit in Italien und das Buch, das sie darüber geschrieben hat. Was war wirklich in der Nacht vom 1. auf den 2. November 2007 geschehen, als die britische Studentin Meredith ermordet wurde? Welche Rolle spielte Amanda Knox bei dieser Tat, für die sie später von einem italienischen Gericht zu 26 Jahren Gefängnis verurteilt und dann im Jahr 2011 wieder freigesprochen wurde? Amanda Knox nutzte das Interview, um erneut abzustreiten, dass sie ihre frühere Mitbewohnerin ermordet hat: „Ich weiß, was ich getan habe und wozu ich fähig bin. Ich habe Meredith nicht getötet. Nein.“

Man nennt sie auch den "Engel mit den Eisaugen": Amanda Knox

Man nennt sie auch den "Engel mit den Eisaugen": Amanda Knox

Von dem Bild, das in der Öffentlichkeit über sie verbreitet wurde, erfuhr sie erst im Gerichtssaal, berichtete sie in dem Interview: „Man nannte mich teuflisch, eine Hure“, erzählte sie. „Das machte mir Angst. Es machte mir Angst, zu sehen, wie jemand anderes seine Fantasien in einen projiziert.“ Für sie war es schwierig, mit dem Bild des „Engels mit den Eisaugen“ umzugehen. „Ich hatte überhaupt keine Chance mich dagegen zu verteidigen. Ich war Foxy Knoxy.“

Vier Jahre lang saß Amanda Knox in Italien im Gefängnis, bis sie im November 2011 freigesprochen wurde. Sie durfte zurück nach Seattle zu ihrer Familie reisen, wo sie heute studiert. Erst vor wenigen Tagen hat ein Gericht in Rom entschieden, dass der Fall neu aufgerollt werden soll. Im Interview mit Markus Lanz ließ die Studentin offen, ob sie bei dem erneuten Prozess anwesend sein werde.

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